Rolle rückwärts: Jugendtraining im Kreis jetzt doch wieder ohne Tests möglich

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Fußball: Spektakuläre Rolle rückwärts des Kreises Unna am Donnerstag – und das alles ohne Anspruch auf „Aprilscherz“. Ab sofort gilt wieder: Jugendliche bis 14 Jahre können im Freien ohne Corona-Test trainieren, wenn sich nicht mehr als zehn Kinder und zwei Trainer oder Vereinshelfer auf dem Platz befinden und natürlich die allgemeinen Hygienebedingungen eingehalten werden.

Bei bis zu 20 Kindern pro Training bleibt es bei der Testpflicht

Bei mehr zehn Kindern und bis zu 20 Kindern muss jedes Kind nach wie vor einen negativen Schnelltest vom selben Tag vorlegen. Dieser Klarstellung und Korrektur des Kreises Unna am Donnerstag, 1. April, waren zahlreiche Proteste von Vereinen und Eltern vorausgegangen.

Kritik der Eltern bleibt

Doch Kritik bis Zorn bleiben: Viele Vereine haben nach der Veröffentlichung der neuen Regeln am 31. März durch den Kreis Unna ihre Trainingseinheiten abgesagt. In Schwerte haben sich nahezu alle Vereine zu einer Absage ihrer Jugendtrainings entschlossen. In Holzwickede gilt das für die Altersklasse bis 14 Jahre. Die Eltern sind schlichtweg hochgradig „sauer“. Und Jugendleiter und damit „Organisator“ der Trainingseinheiten zu sein, ist daher bei nahezu täglichen Regeländerungen durch Politik du Behörden keinesfalls Vergnügungssteuerpflichtig.

Die Historie der „Rolle rückwärts“

Was war passiert? Rechtsgrundlage ist die aktuelle Allgemeinverfügung des Kreises in Verbindung mit der NRW-Coronaschutzverordnung – übrigens die inzwischen 43. des Landes NRW. Am Mittwoch, 31. März, noch hieß es daher vom Kreis, dass Kinder bis 14 Jahren nur noch bei Vorlage eines tagesaktuellen, negativen Corona-Schnelltests trainieren und sich sportlich auf dem Fußballplatz bewegen dürfen. Da in der Regel nur ein sogenannter „Bürgertest“ pro Woche kostenlos ist (wenn man denn den überhaupt terminlich passend für den speziellen Trainingstag bekommt) hätte das bedeutet, dass bei den regelmäßigen mindestens zwei Übungseinheiten pro Woche die Eltern einmal (oder mehrmals) hätten in die Tasche greifen müssen. Und ob sie einen Termin bei einem der 60 Testzentren im Kreis passgenau bekommen hätten, wäre fraglich gewesen. Denn: Der Test und das Ergebnis sind eben nur 24 Stunden gültig.

Statt gesunder Bewegung Griff zum „Tablett“

Denn eines steht ja nun fest: Bewegung im Freien ist für den Nachwuchs von enormer Wichtigkeit angesichts der „Corona-Kilos“ und dem immer mehr zu beobachtenden „Griff zu sogenannten und beliebten „Zockerspielen auf dem Tablett“. Viele engagierte Eltern stiegen daher auf die Barrikaden. Einzig die fünfjährigen Minikicker hätten übrigens ohne Test weitertrainieren können – wenn sie noch nicht zur Schule gegangen wären. Der Kreis Unna informierte sich daher noch einmal in diesem Fall näher beim Land NRW – und heraus kam die nun gültige, neue Verordnung für fußballspielende Kinder bis 14 Jahren.

Bei größeren Gruppen über zehn bis zu 20 Kids aber bleiben Tests verpflichtend

Aber: Vorschriften wären nicht Vorschriften, wenn sie nicht doch irgendwie und in irgendeiner Form bleiben würden. Also:

Vereine, die Training mit bis zu 10 Kindern oder Jugendlichen (bis 14 Jahre) Trainingseinheiten ohne Tests durchführen möchten, können dies tun – und zwar mit bis zu zwei Ausbildungs- oder Aufsichtspersonen. Es dürfen auch Gruppen bis 20 Kinder zusammen trainieren, nur muss in diesem Fall ein tagesaktueller negativer Corona-Test aller vorliegen. Nach wie vor gilt die Testpflicht grundsätzlich erst ab dem Schulalter. Jüngere Kinder benötigen weder Gurgeltest noch „Nasebohren“. Und weiter: Der Test darf nicht länger als 24 Stunden zurückliegen. Ein zu Hause ausgeführter Selbsttest ist nicht ausreichend. Es muss sich um einen bestätigten Schnell- oder Selbsttest einer offiziellen Teststelle handeln.

Neue Verordnung gilt erst einmal bis zum 18. April

Alle nun klarer definierten Regelungen gelten übrigens bis zum 18. April. Was danach kommt, entscheiden die geplante Ministerpräsidentenkonferenz, die Länder und schlussendlich die Behörden vor Ort.

Bildzeile: Sie wollen doch nur spielen: Bewegung und soziale Begegnung sind gerade für den Nachwuchs so wichtig. Da spielt das Ergebnis bei Spielen, wie hier beim Spiel der E-Jugend des Holzwickeder SC gegen die JSG Unna/Billmerich, überhaupt keine Rolle.

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