Restprogramm lässt HSC auf ruhige Weihnachtstage hoffen

Fußball: Nach zwei Siegen in der Oberliga in Gütersloh und zuhause gegen Sprockhövel musste der Holzwickeder SC mal wieder eine bittere Verliererpille schlucken. Die mit 0 : 5 bislang höchste Niederlage in zwei Jahren Oberliga, kann sich aber als heilsam erwiesen, wenn das Team die richtigen Schlüsse aus der 0 : 5-Klatsche vom Sonntag beim RSV Meinerzhagen zieht. Denn auch wenn die Sauerländer in der Form Top-Aufstiegsfavorit ist, über ein professionelles Vereins-und Umfeldmanagement verfügen, sowie durch die Wirtschaft und insbesondere durch Werder Bremens Profi Nuri Sahin maßgeblich unterstützt werden, so zeigten sich doch beim HSC zum Teil deutliche Optimierungsmöglichkeiten.

Optimierung 1: die Offensive

Gleich dreimal tauchte Sebastian Hahne komplett frei vor Meinerzhagens Keeper Johannes Focher auf, dreimal übrigens geschickt vom Besten im HSC-Team am Sonntag, Tomislav Ivancic. Focher blieb in diesem „Privat-Duell“ immer Sieger und hatte das Glück des Tüchtigen, als Moritz Müller einen Abpraller an die Latte schoss. Es muss also an der Chancenverwertung bei allen Offensivkräften gearbeitet werden, denn auch in vorangegangenen Begegnungen ließen die Holzwickeder Kicker so einiges an Chancen liegen. Im Vergleich zum 14. Spieltag der Vorsaison hat der HSC allerdings 2019/20 mit nunmehr 21 Toren drei Tore mehr erzielt.

Optimierung 2: die Defensive

Überraschend war, dass ausgerechnet durch die Mitte wie beim 1 : 0 und 2 :0 die RSV-Anspiele kamen und nicht alle Defensiven in den beiden Ketten immer hellwach waren. Beispiel Aldin Kljajic: „Er ist der Älteste im Team und sehr erfahren. Er muss in manchen Situationen anders, besser und abgeklärter reagieren. Auch wenn dem 5 : 0 vielleicht ein Foul vorhergeht, muss er in der Situation im Strafraum nicht gleich umfallen“, kritisierte HSC-Coach Axel Schmeing nach dem Abpfiff. Auch Nils Hoppe verlor zu viele Zweikämpfe und strahlte keine Ruhe aus. Doch insgesamt war der HSC zu passiv und ließ die Gegenspieler gewähren. Das fand auch RSV-Erfolgstrainer Mutlur Demir, der mit dem Verein RSV Meinerzhagen viermal in Folge aufgestiegen war und jetzt Kurs auf die Regionalliga nimmt: „In der ersten Hälfte war es für uns nicht immer einfach, die besten Lösungen zu finden. In der zweiten Halbzeit hat Holzwickede einfach nicht mehr gut verteidigt.“ Im Vergleich zum Vorjahr kassierte Holzwickede in der laufenden Saison gleich 14 Treffer mehr und musste 30 Gegentore hinnehmen. Vor einem Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 16 gewesen. Diese gute Tordifferenz war 18/19 lange, bis zum Schluss, ein wichtiges, kleines „Pölsterchen“ für den HSC.

Optimierung 3, ganz neu: die Torwartfrage   

In der 20. Minute ließ Torhüter Muhamed Acil in schönster Bahnschranken-Manier einen eher harmlosen Distanzschuss von Alessandor Tomasello zum 2 : 0 passieren. Da sah der Sommer-Neuzugang vom FC Brünninghausen sicherlich nicht ganz gut aus – das kann aber passieren, vor allem, da der Kunstrasen nass und seifig war. Dann aber machte sich Ersatzkeeper Malte Hegemann warm. Intensiv redete er hinter dem Tor von Acil mit HSC-Torwarttrainer Marcel Piascyk. Zur Halbzeit wurde der Pechvogel des Spiels, Muhamed Acil, dann ausgewechselt. Gemeinsam mit Axel Schmeing verließ er nach dem Halbzeitpfiff den Platz. „Wir wollten da mal was ausprobieren. Malte Hegemann konnte an den drei Toren in der zweiten Hälfte wenig machen“, begründete Axel Schmeing die Entscheidung zum Wechsel.

Optimierung 4, schwer zu lösen: Erwartungsmanagement

Dass diese Spielzeit nicht einfach wird, musste jedem beim HSC klar sein. Die lange Verletztenliste, die geringsten Möglichkeiten der Liga und am Ende auch die nicht immer vorhandene spielerische und technische Qualität machen es für jeden Trainer der Welt schwer. Positiv: Noch nie stand der HSC in den bisherigen zwei Jahren auf einem Abstiegsplatz. In diesem Jahr besorgniserregend: Mit 30 Gegentoren in nun 14 Spielen hat man den Vorteil der letzten Saison, als man deutlich weniger kassierte und eine bessere Torbilanz hatte, nun nicht mehr, ja aktuell sogar die drittmeisten Tore der Liga schlucken müssen. Punktemäßig liegt man aktuell zwei Zähler hinter dem Vorjahr.

Der Blick auf den Spielberichtsbogen am Sonntag machte es überaus klar: Neun Feldspieler und einen Ersatzkeeper hatten die RSV-Verantwortlichen auf das Papier „gequetscht“. „Da waren Spieler wie Matthieu Bengsch, Ex Wickede und Rhynern, die sind nicht mal zum Einsatz gekommen, würden aber überall anders in der Startelf in der Oberliga spielen“, so Axel Schmeing.

Finanziell kein Risiko eingehen – Herne mit Sorgen, Siegen aus Insolvenzverfahren entlassen

„Schuster, bleib bei Deinen Leisten“ – das muss für jeden Oberliga-Club gelten. Die Spieler von Westfalia Herne mussten zuletzt mehrere Wochen auf ihr Gehalt verzichten. Die Sportfreunde Siegen konnten glücklicherweise aus dem Insolvenzverfahren entlassen werden – doch sind auch hier keine Höhenflüge in Zukunft „drin“.

HSC-Blick geht zum sonntäglichen 6-Punkte-Heimspiel gegen Erndtebrück

Am kommenden Sonntag, 17. November, zählt es (wieder mal). Um 14.30 Uhr gastiert mit dem Tabellenvorletzten TuS Erndtebrück ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf im Montanhydraulik-Stadion. Sieben Punkte hat der HSC noch Vorsprung – die sollten tunlichst auf zehn ausgebaut werden. Erndtebrück holte zuletzt im heimischen Pulverwald-Stadion ein 2 : 2 (nach 0 : 2 Rückstand) gegen Westfalia Herne. Zweifacher Torschütze für die Siegerländer war Manfredas Ruzgis.

Vorteil HSC: noch drei Heim- und nur ein Auswärtsspiel in 2019

Der Spielplan spielt für den HSC. Dreimal treten die Schmeing-Mannen daheim an: gegen den Tabellenvorletzten Erndtebrück (10. November), das derzeitige Schlusslicht Hamm (wahrscheinlich 8. Dezember) und gegen den Viertletzten, Siegen (15. Dezember). Auswärts steht die schwere Aufgabe beim Dritten in Ahlen am 1. Dezember an.

Zweiklassengesellschaft in der Oberliga Westfalen

Drei Vereine konnten sich nach dem 14. Spieltag oben bereits deutlich absetzen. SC Wiedenbrück (31), RSV Meinerzhagen und RW Ahlen (beide 30) bilden das führungs-Trio. Rhynern hat als Vierter 21 Punkte – und damit nur drei Punkte mehr der HSC, allerdings das weitaus bessere Torverhältnis.

Bild: In der zweiten Halbzeit hat Holzwickede in Meinerzhagen nicht mehr gut verteidigt, kassierte noch drei Gegentore.

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