Regional- oder Oberliga? Entscheidung beim HSC in den kommenden 14 Tagen

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Fußball: Innerhalb der nächsten 14 Tagen will und muss Oberligist Holzwickeder SC entscheiden, ob der Club für die Spielzeit 2021/22 eine Lizenz für die Regionalliga beantragen will. Vorbehaltlich natürlich einer Fortführung der aktuellen Oberliga-Spielzeit mit sportlicher Qualifikation und einer internen Diskussion über eine Machbarkeit. HSC-Pressesprecher Lars Rohwer erklärte am Mittwoch gegenüber sku: „Wir haben vom Westdeutschen Fußballverband die Unterlagen für die Regionalliga erhalten. Wir werden diese ab sofort gründlich prüfen, insbesondere mit Blick auf die Infrastruktur und finanziellen Aspekten. Dies wird in den nächsten 14 Tagen geschehen“, sagte Rohwer.

Noch keine Entscheidung bei HSC-Trainerfrage

In der Frage nach einem Nachfolger des scheidenden Coaches, Axel Schmeing, ist noch keine Entscheidung gefallen. Co-Trainer Florian Bartel steht dem HSC, wie berichtet, weiter zur Verfügung, will sich aber noch nicht über eine mögliche Beförderung zum Cheftrainer äußern. Für die Regionalliga müsste der HSC im Übrigen einen A-Lizenzinhaber auf der Trainerposition vorweisen – Bartel hat aktuell die B-Lizenz, strebt aber auch die „A“ an.

Die Regionalliga: Hauptspieltag ist samstags um 14 Uhr und bis zu neun Spiele unter der Woche

Der Rahmenspielplan für die neue Regionalliga-Spielzeit liegt bereits ebenfalls vor. Spielleiter Wolfgang Jades legte für den 1. Spieltag den 13. bis 16. August fest. Nach dem Spieltag vom 17. Bis 20. Dezember gibt es eine Winterpause. Der letzte Spieltag wird am 14. Mai 2022 sein. Aktuell sieht der Plan für die Regionalliga noch Modelle für 20 oder 22 Teams vor. Grundsätzlich ist Anstoß samstags um 14 Uhr. Bis zu neunmal wird unter der Woche gespielt. Alles immer unter der Voraussetzung, dass Corona „mitspielt“ und die entsprechenden politischen Corona-Maßnahmen Spiele mit oder ohne Besucher überhaupt möglich machen.

Verbands-Vorgaben definieren Mindeststandards

Das Studium der Unterlagen und die Konsequenzen werden dem HSC-Vorstand mit Rechtsanwalt Udo Speer an der Spitze so einiges an Kopfzerrbrechen bereiten. Allein das Regelwerk „Sicherheits-Mindeststandards“ umfasst eng beschriebene Seiten. Oder drei Seiten zu Corona: Da müssen sich in der Regionalliga übrigens alle Offiziellen und Spieler 24 Stunden vor dem Anstoß einem SARS-COV-Rapid-Antigentest unterziehen, auch bekannt als Corona-Schnelltest. Ist er positiv, folgt ein PCR-Test. Und wie sieht überhaupt ein ordnungsgemäßer Platz aus? Dafür gibt es muntere drei Seiten, in denen formuliert wird, wie der Belag einer Spielstätte, sei es Kunst- oder Naturrasen auszusehen hat und wann überhaupt gekickt werden kann. Nicht einfach wird auch das Thema Fans werden – sollten sie zugelassen werden. Räumliche Trennung, Bewirtungsmöglichkeiten, sanitäre Anlagen – da gibt es auch im Montanhydraulik-Stadion noch so einiges zu tun. In unmittelbarer Nähe zum HSC gibt es übrigens zwei zugelassene Plätze: Die Rote Erde neben dem Signal-Iduna-Park und das BVB-Trainingszentrum in Brackel, wo die BVB U 23 seit dieser Spielzeit antritt. Das und das Umfeld wären der Standard.

Finanziell machbar?

Wäre ein „Abenteuer Regionalliga“ für den HSC stemmbar?  Der Verein führt nicht nur im Rahmen der Regionalliga-Lizensierung Gespräche mit vorhandenen und neuen Geldgebern. Aufgrund der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage in vielen Betrieben und Unternehmen kein leichtes Unterfangen. Auch der vom Sportlichen Leiter, Tim Harbott, beim virtuellen HSC-Meeting formulierte Vorschlag, „der DFB könnte ja aufstrebende Vereine (finanziell) unterstützen“, klingt gut und sinnvoll, wird aber keine großen Realisierungsmöglichkeiten seitens des DFB haben. Und dann wäre noch die Frage, wie es mit dem geplanten Sportforum und dessen Finanzierung aussieht – und am Ende die Frage, was und wohin will der HSC und wie sieht der Verein seine Zukunft?

Was machen die Nachbarn? Rhynern prüft und baut bereits

Auch Oberliga-Konkurrent Westfalia Rhynern hat „Post“ vom Verband bekommen und prüft ebenfalls eine mögliche Regionalliga-Meldung. Rhynern spielte bereits eine Spielzeit in der Regionalliga, musste aber bei den „Risikospielen“ ausweichen. Aktuell setzt der Verein aus Hamm ein eigenes Zukunftskonzept bereits um. Auf dem Gelände unterhalb der beiden Trainingsplätze an der Straße „An der Lohschule“ entsteht ein neuer Sportplatz mit Tribünen sowie als Prunkstück das neue Vereinsgebäude mit Sport-Kindertagesstätte. Vor etwa einem Jahr hatte sich der SV Westfalia auf Wunsch der Politik bereiterklärt, die Trägerschaft für eine Kita zu übernehmen und die Räumlichkeiten in die Planungen des Neubaus zu integrieren.

Auch der SC Aplerbeck hatte sich 2018 und 2019 sehr intensiv mit dem Thema Regionalliga-Lizensierung beschäftigt. Im Waldstadion wären ein zweiter Eingang (entweder über das Grundstück des angrenzenden Schützenvereins) oder als zweiter Zutritt am Haupteingang zu errichten gewesen. Die Rote Erde in Dortmund war als Platz für Risikospiele vorgesehen. Alles wäre baulich machbar gewesen – aber das ganze „Drumherum“ hätte ebenfalls passen müssen, um nicht in ein finanzielles Abenteuer mit ungewissem Ausgang zu geraten. Das Ende ist bekannt: Der SCA spielt weiter in der Oberliga.

HSC U 23 verpflichtet Talent Uriel Lleshaj

Mit vielen Spielern der „Ersten“ und der U 23 laufen aktuell die Gespräche über Vertragsverlängerungen. Die U 23 des Holzwickeder SC hat kurzfristig Uriel Lleshaj von der U 23 der Hammer Spielvereinigung aus der Bezirksliga verpflichtet. „Wir wollten diese Verpflichtung dieses talentierten jungen Spielers schon lange finalisieren. Nun klappt es endlich“, freut sich U 23-Trainer Marcel Greig.

Bildzeile: Der HSC wird sich in den kommenden 14 Tagen entscheiden müssen, ob der Verein eine Lizenz für die Regionalliga beantragen will. Im Montanhydraulik-Stadion wäre bei einem Start dann in der 4. Liga so einiges an Arbeiten und Sicherheitsmaßnahmen zu erledigen.

 

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