Pandemie bringt Schulpferdebetriebe in Existenznöte

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Reitsport: Im Dezember und Januar beteiligten sich mehr als 470 Pferdesportvereine und Reitschulen an einer Umfrage der Pferdesportverbände in NRW zur wirtschaftlichen Situation der Schulpferdehaltungen. Die Ergebnisse wurden ausgewertet und stehen jetzt auf der Internetseite des Pferdesportverbandes Westfalen zur Verfügung.

Fazit: Die staatlichen Hilfen greifen vielfach, erreichen aber nicht alle Reitschulen. Ein Drittel der Vereine und die Hälfte der Betriebe sieht den Schulpferdebereich oder sogar den gesamten Betrieb in einer existenzbedrohten Lage. Vielfach steht die Abschaffung von Schulpferden bevor oder erfolgt bereits.

Stellvertretend für die Pferdesportvereine und Reitschulbetriebe in Nordrhein-Westfalen verdeutlichen die Teilnehmenden der Befragung, wie es um die wirtschaftliche Situation ihrer Schulpferdeabteilung bestellt ist. In einer erschreckend hohen Anzahl sind Existenzen bedroht. Bereits jetzt können einige Reitschulen ihre Schulponys und Schulpferde nicht mehr halten. Das hat nicht nur unmittelbare Konsequenzen für die betroffenen Betriebe und Personen.
In der Folge stehen diese Pferde und Ponys nicht mehr für die Pferdesportler zur Verfügung. Besonders betroffen wären davon Kinder und Jugendliche, die in den Reitschulen und Vereinen auf den Schulpferdebetrieb angewiesen sind, wenn sie Kontakt zum Pferd haben möchten. Das gilt auch für Angebote mit Kitas und Schulen.

Was jetzt dringend benötigt wird

Natürlich wäre es die beste Lösung, wenn schnellstmöglich die Pandemie soweit bewältigt wäre, dass der Sportbetrieb wieder stattfinden und Vereine und Betriebe aus eigener Kraft wirtschaften können.

Bis es soweit ist und so lange die Einschränkungen dies verhindern, werden weiterhin wirtschaftliche Hilfen benötigt. Sie müssen aber so gestaltet werden, dass sie alle Betreibe und Vereine erreichen, die dieser Unterstützung für den Unterhalt der Schulpferde bedürfen. Mindestens muss sichergestellt sein, dass Mittel für die Unterhaltskosten (Futter, Schmied, Tierarzt) der Schul- und Voltigierpferde bereit gestellt werden.

Keinesfalls darf dabei ein Bild entstehen, dass Vereine und Betriebe hier „nur die Hand aufhalten“ wollten.  Tatsächlich bemühen sie sich zahlreich und eigeninitiativ um pragmatische Lösungen. In erheblichen Umfang erfahren sie auch Unterstützung von Mitgliedern, Kunden und Reitschülern und werden durch Hilfsaktionen vor Ort unterstützt. Das Problem ist, dass die Kosten für den Unterhalt der Pferde in der Regel schlicht höher sind, als solche Initiativen wirken können.

Die Situation der Solo-Selbstständigen ReitlehrerInnen

Eine weitere Zielgruppe innerhalb des Pferdesports, die in erheblichen Maß von den pandemiebedingten Einschränkungen betroffen ist, sind selbstständig tätige Ausbilder/innen, die mobil unterwegs sind und im Schwerpunkt von der Erteilung von Reitunterricht leben. Ihre Situation wird vergleichbar verzweifelt beschrieben, wie die Lage von Solo-Selbstständigen in anderen Bereichen, beispielweise in der Kultur. Eine gleichzeitige Erfassung dieser Situation innerhalb der Befragung zur Schulpferdesituation war jedoch nicht möglich und ist daher nicht Gegenstand dieser Betrachtung. Sie unerwähnt zu lassen wäre jedoch ein völlig falsches Signal.

Bildzeile: Besonders betroffen von der derzeit schlechten wirtschaftlichen Situation ihrer Schulpferdeabteilung sind Kinder und Jugendliche, die in den Reitschulen und Vereinen auf den Schulpferdebetrieb angewiesen sind.

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