Offizieller Trainingsauftakt beim SSV Mühlhausen – Trainer Rene Johannes im Interview

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Fußball: SKU traf Trainer Rene Johannes beim Saisonauftakt des SSV Mühlhausen-Uelzen im Mühlbachstadion und sprach mit ihm über die Saisonvorbereitung, das Training, die Testspiele, die Mannschaft und das Saisonziel. Aber auch über den Austausch 1. und 2. Mannschaft sowie die Trainerarbeit.

Herr Johannes, offiziell ist die Saisonvorbereitung beim SSV am Sonntag gestartet. Die Mannschaft hat aber wohl zuvor schon was getan.
Rene Johannes: Das ist richtig. Wir haben schon vorher zwei Wochen in Bönen im Trimmwald verbracht, wollten die Basis legen im Grundlagen- und Ausdauer-Bereich. Seit gut zwei Wochen sind wir auf dem Platz, gehen in den taktischen Bereich. Bisher bin ich sehr zufrieden.

Wie gestaltet sich das Training?
Rene Johannes: Wir trainieren dreimal in der Woche. Dienstag, Donnerstag, Freitag. Am Wochenende kommen noch eine bis zwei Einheiten mehr dazu. Die Jungs brauchen aber auch Erholungspausen. Ich bin kein Freund von auspowern bis zum kotzen. Erholungszeiten sind auch immer wieder wichtig in der Vorbereitung.

Und wo liegt der Schwerpunkt im Training?
Rene Johannes: Wir haben ein paar neue Spieler zu integrieren. Ein Schwerpunkt. Das werden wir im Training und in den ersten Testspielen praktizieren. Da ist das Ergebnis nicht vordergründig, es geht viel mehr darum, dass sich die Jungs im Spielbetrieb kennenlernen. Wir haben das in der Vorbereitung thematisiert und darauf achten wir. Die Jungs sollen wissen, welche Abläufe sind bei Standards, im Spielaufbau, in der Defensive gefragt und wie das Coaching dazu vonstatten geht.

Und wie werten Sie danach Ihre Erkenntnisse aus?
Rene Johannes: Wir haben Sonntag das erste Mal eine Kamera mitlaufen lassen. Immer nach den Heimspielen soll dann jeweils eine Analyse folgen. Aber nur drei, vier Dinge aus dem Spiel, die uns aufgefallen sind. Daran arbeiten wir anschließend in der Trainingswoche. Es gilt die Fehler abzustellen. Die 10, 15  Minuten, die man sich dafür Zeit nimmt, die sind sehr effektiv. Wenn die Spieler die Szenen selber sehen, dann hat das eine andere Wertigkeit als wenn man es ihnen so erklären muss. Sie sehen es visuell. Dann gibt es von den Spielern kaum noch etwas zu interpretieren. Die nehmen das auch an. Eine gut investierte Zeit.

Die ersten Testspiele sind gespielt. Wie waren Ihre Eindrücke?
Rene Johannes: Wir sind mit der U19 von Eintracht Dortmund angefangen. Das war ein sehr guter Gegner. Gegen Bönen hieß es 9:3 nach einer vorherigen Trainingseinheit. Das Ergebnis wollen wir nicht überbewerten. Bönen war noch sehr am Anfang der Saisonvorbereitung. Trotz des 1:6 gegen Wickede zuletzt war ich nicht so unzufrieden. Wir haben uns einige Torchancen herausgearbeitet. Wir spielen weiter gegen A-Kreisligisten RW Unna und Kamener SC, die oben anzusiedeln sind.

Was geben Sie für die Testspiele vor?
Rene Johannes: In erster Linie Mechanismen einspielen, die wir dann auch in der Saison haben werden. Wir haben im letzten Spieljahr gegen sehr tiefstehende und konternde Mannschaften gespielt. Die Testgegner sind auch bewusst so gewählt. Teams stehen tief, kontern und haben wie Körne einen überragenden Goalgetter vorne. So stelle ich mir das auch in den kommenden Saisonspielen vor. In den Tests können wir das proben und uns darauf einstellen, dürften dann gewappnet sein. Es geht auch noch am 23. August gegen den VfL Kamen. Zu dem Zeitpunkt sicher eine gute Standortbestimmung.

Die Mannschaft hat sich personell verändert. Wie sehr?
Rene Johannes: Das ist richtig. Die Abgänge tun uns schon weh. Ernst und Schnee sowie Grasteit sind ein Gewinn für jede Mannschaft. Bernsdorf können wir auch nicht 1:1 ersetzen. Mit Ibra und Schmidt wollen wir es vorne versuchen und auch schaffen wollen.  Mit Simon haben wir auch jemanden geholt mit sehr viel Talent und Dynamik. Das hat er in den ersten Spielen schon angedeutet. Er kann definiv eine Verstärkung für uns werden.  Julian Salwik ist ein defensiver Sechser. Auch bei Alex Schröder passt die Qualität. Ein Linksfuß. Tom Wycisk kennen wir ja. Wir haben so versucht, die Positionen zu ersetzen. Ob die Neuen besser sind, wird die Zeit zeigen. Wir sprechen noch mit ein, zwei Spielern, die wir vielleicht noch verpflichten. Das sind zwei ehemalige U19Spieler. Junge Spieler, die den Etablierten Dampf machen sollen. Ich bin zufrieden mit den bisherigen Verpflichtungen.

Was erwarten Sie von der neuen Saison?
Rene Johannes: Durch die neue Aufteilung der Bezirksliga 8 ist es ein bisschen schwierig zu sagen, wo wir am Ende landen können. Einen Teil der Mannschaften kennt man nicht so gut. Sölde ist sicher hoch einzuschätzen. Ich gehe jedenfalls mit einem gesunden Optimismus in die Saison und sage, dass wir wir wieder oben mitspielen wollen. Sich in der Tabellenregion aufhalten, wo man dann auch die Chancen hat aufzusteigen.

Wird es auch wieder einen regen Austausch zwischen 1. und 2. Mannschaft geben?
Rene Johannes: Der Austausch zwischen Erster und Zweiter wird auch so bleiben. In der letzten Saison mussten wir in der Zweiten sehr viel aushelfen, weil deren Kader extrem dünn war. Für uns war das schwierig, denn wir hatten dann nicht alle Varianten auf der Bank, die wir taktisch gebraucht hätten. Es wird aber auch wieder so sein, dass Spieler  Spielpraxis in der Zweiten bekommen sollen. Mit Marco Slupek hat das in der letzten Saison schon gut geklappt.

Sie gehen in Ihr zweites Jahr als Trainer der Ersten beim SSV. Müssen Sie wieder neu anfangen oder können Sie aufbauen auf die letzte Saison?
Rene Johannes: Aufbauen auf jeden Fall. Ein Großteil der Mannschaft ist ja geblieben, hat sich an die Liga gewöhnt. Da sollte man drauf aufbauen. Es gilt weiter, die Neuen zu integrieren, damit sie in ihre Aufgaben schnell reinfinden. Wir haben uns nach der verkürzten Saison schon entsprechende Gedanken gemacht. Was lief gut, was lief weniger gut. Wir werden das in der Vorbereitung auch dementsprechend einfließen lassen, daran arbeiten. Ich traue den Neuen aufgrund ihrer Fähigkeiten und ihres Charakters zu, die Dinge umzusetzen. Bei all dem wird mir Hubert Tadday als neuer Co-Trainer helfen.

Bildzeile: Die Trainer Rene Johannes (li.) und Hubert Tadday (re.) mit den Neuen (vli.) Alexander Schröder, Tom Wycisk, Ibrahima Camara, Christopher Johannes Simon und Julian Salwik.

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