Nur Corona kann derzeit den HSC stoppen – in Herne kann am kommenden Sonntag vor 200 Fans gekickt werden

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Fußball: Sechs Spiele, sechs Siege, 18 Punkte, 20:4 Tore, den Top-Aufstiegsfavoriten der Liga, den RSV Meinerzhagen in dessen „Wohnzimmer“ an der Oststraße am Sonntag mit 3:2 besiegt: Das bedeutet für den Holzwickeder SC den 2. Platz in der Oberliga Westfalen.

Damit hat sich das Team von Trainer Axel Schmeing erst einmal oben festgesetzt. Der Doppelpack von Robin Schultze (28. und 32.) sowie das Siegtor in der 93. Minute nach einem langen, weiten Abstoß von HSC-Keeper Kevin Beinsen auf den vor der Mittellinie komplett „blank“ Nico Berghorst, der dann auch noch frech den Ex-Keeper der Dortmunder BVB-Amateure umkurvte und elegant ausspielte, riefen heftige Reaktionen auf und neben dem Platz hervor. Da waren die komplett entsetzten Meinerzhagener Fans und Offizielle, Spieler und Trainer, die wild schimpften, da sie wohl darauf spekuliert hatten, dass der HSC den Ball ins Aus spielt, da sich einer Ihren am Boden lag und natürlich die totale Euphorie auf Seiten der Gäste.

RSV-Trainer Demir Mutlu, der nach dem 0:2 in der zweiten Halbzeit das System komplett umgestellt hatte und auf volle Offensive gesetzt hatte, stand aber zu einem Interview bereit. Er gab zu, die falsche Strategie für die ersten 45 Minuten gewählt zu haben und nahm den Rückstand zur Pause voll auf seine Kappe. Über das 3:2 aber konnte und wollte er sich nicht beruhigen. „Daher gratuliere ich heute dem Gegner auch nicht. Im Übrigen sage ich ohnehin nie etwas zum Gegner, das soll deren Trainer machen“, so der komplett-verstimmte Mutlu.

Bildzeile: Ron Berlinski (blaues Dress), Top-Stürmer, ist auch hier von LennartUedickoven kaum zu toppen. Er erzielte gegen den HSC einen Treffer.

Nach dem Spiel Jubel mit den Fans – kleiner Kater am Montag nach Gespräch mit der Gemeinde

Während die Mannschaft sich freute und mit den rund 40 mitgereisten Fans feierte, ging es bei den HSC-Offiziellen um nichts Geringeres als die Zukunft. Da wurde mit Trainer Axel Schmeing schon so einiges besprochen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der HSC einen prächtigen Lauf hat, nun aber gestoppt werden könnte – erneut durch Corona. Am Sonntag trat die Anordnung des Kreises Unna in Kraft trat, keinen Kontaktsport mehr zu erlauben. Damit sind alle Trainings- und Spielaktivitäten im gesamten Kreis Unna bis einschließlich Sonntag, 25. Oktober, verboten. Das Verbot gilt für alle Senioren- und Jugendteams für alle drei Sportanlagen in Holzwickede.
Nach dem 25. Oktober wird neu entschieden – bei steigenden Positiv-Getesteten im Kreis und weiterhin über 50 Positiv-Getesteter auf 100.000 Einwohner im Kreisgebiet sind weitere Verlängerungen und Sperren nicht ausgeschlossen. Da nützt auch wenig, dass es in Holzwickede aktuell (Stand: Montag, 12. Oktober) „nur“ zwölf Positiv-Getestete unter rund 16.000 Einwohnern gibt – aber auch das ist gegenüber dem Freitag ein Anstieg von drei. Für die Gesamtentscheidung gelten die Zahlen des Kreises für alle Städte, Gemeinden und Kommunen.

Das wurde dem HSC auch noch einmal am Montag bei einem Gespräch mit der Gemeinde Holzwickede klargemacht. Das bedeutet konkret: Das Nachholspiel gegen den SV Schermbeck am Donnerstag, 15. Oktober, ist bereits abgesagt. Auch das Heim-Spitzenspiel am Sonntag, 25. Oktober, gegen den Dritten Sprockhövel wird laut Verordnung vorerst nicht stattfinden.

Match bei Westfalia Herne kann nach heutigem Stand stattfinden – Stadt Herne lässt auf Grundlage der Verordnung vom 11. Oktober 200 Zuschauer zu

Ganz anders sieht es außerhalb Holzwickedes aus. So wurde rund 500 Meter von der Stadtgrenze Holzwickedes am Sonntag munter gekickt, wie beim 1:1 der Westfalia Wickede im Westfalenliga-Derby vor großer Kulisse gegen den BSV Schüren. Oder auch der SC Aplerbeck, der gegen die SG Wattenscheid siegte.

Wie das Vorstandsmitglied von Westfalia Herne Andreas Schmidt gegenüber sport-kreisunna:de am Montag bekanntgab, kann am kommenden Sonntag, 18. Oktober, 15.15 Uhr, in Herne wohl gespielt werden. Die neue Verordnung der Stadt Herne vom 11. Oktober lässt eine Austragung des Spiels vor 200 Zuschauern zu. Auch Herne hat übrigens eine Fallzahl von über 50 Positiv-Getesteten auf 100.000 Einwohner.

Der HSC muss sich nun irgendwie und irgendwo auf das Herne-Spiel vorbereiten. Denn auch wenn die Westfalia erst ein Pünktchen auf dem Konto hat, so hat sie doch mit Christian Knappmann einen Trainer, der nach der letzten Pleite am Wochenende mit 0:4 in Rheine forderte, „jetzt die Kopfe zusammenzustecken“ und liebend gerne dem HSC die erste Niederlage beibringen würde. Also: Ohne Training wird das eine ganz schwere Nummer für Holzwickede.

Weiter geht es laut Plan am Donnerstag, 29. Oktober, auswärts bei, TuS Ennepetal. Am Samstag, 31. Oktober, geht es dann zum Westfalenpokalspiel der 1. Runde zu Victoria Clarholz.

Bildzeile: Nach dem 3:2-Auswärtserfolg beim RSV Meinerzhagen feierten die Fans lange mit den Fans. Am Rande der Bande aber wurde es sichtbar ernster: Karl Lösbrock (l.) und Tim Harbott, beide Sportliche Leitung, diskutierten mit Trainer Axel Schmeing und HSC-Torwarttrainer Marcel Piaszyk (r.)

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