Neuer HSC-Coach Marc Woller: „Holzwickede ist wie nach Hause zu kommen“

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Fußball: „In Holzwickede geht es sehr familiär zu. Die Emscherquellgemeinde bietet mit ihren vielen Sport-, Bolz- und Übungsplätzen eine großartige sportliche Infrastruktur. Zudem war ich ja an der Grundlagenarbeit, die den heutigen HSC ja in die Oberliga geführt hat, durch meine Arbeit für den HSC in den Spielzeiten 2010/11, 2011/12 und 2012/13 als Co-Trainer und Coach ja bereits beteiligt. Als dann vor circa drei Wochen die erste Anfrage vom HSC kam und erste Gespräche geführt wurden, war recht schnell klar, dass ich die Chance, am Holzwickeder Projekt weiterzuarbeiten, gerne nutzen würde“, sagte Marc Woller am Montagabend bei einer virtuellen Pressekonferenz des Vereins. Als dann auch der Familienrat mit Ehefrau Andrea und den beiden volljährigen Töchtern „grünes Licht gab“, war die Entscheidung „pro Blau-Grün-Weiß“ gefallen.

„Für die ganz große Trainerkarriere bin ich dann doch zu alt“

Dass der Schritt vom Co-Trainer des SVL zum Cheftrainer eines Oberligisten oder eventuell sogar Regionalligisten ein Karrieresprung und, bei Erfolg, sogar ein echtes Sprungbrett zu Höherem darstellen kann, wies Marc Woller am Montagabend vehement zurück. „Dafür bin ich zu alt. Dazu habe ich ja berufliche und familiäre Verpflichtungen. Und ich fühle mich auch im Kreis Unna, wo ich ja sehr bekannt bin, sehr wohl“, so der künftige HSC-Übungsleiter.

Bis zum offiziellen Saisonende wird Woller aber beim aktuellen Regionalligisten 17., SV Lippstadt, an der Seite von Cheftrainer Felix Bechtold mit vollem Einsatz im Kampf um den Klassenerhalt weitermachen.Bildzeile: Die Momente, die für Marc Woller den ersten sportlichen Höhepunkt in seiner Trainerlaufbahn waren: 2010/2011 stieg die damalige Spielvereinigung Holzwickede nach vielen vorherigen vergeblichen Anläufen nach einem „Kantersieg“ beim SuS Derne, damals
noch auf Asche, auf. Unser Foto zeigt die damalige Sektdusche und das
damalige Aufstiegs T-Shirt.

Fußball verschlingt viel Zeit – aber ein Hobby bleibt

Marc Woller arbeitet als Maschinenbautechniker im Bereich der Programmierung bei KHS (Klöckner Holstein Seitz) in Dortmund. Beruf, Familie – und der Border-Collie, eigentlich ein Arbeits- und Hütehund, der viel Auslauf benötigt, lassen weitere Hobbies kaum zu. „Aber meine Ehefrau und Töchter haben mir grünes Licht für ein Engagement beim HSC gegeben“, schmunzelte Woller.

Die HSC-Mannschaft das (fast) unbekannte Wesen

Feedback seiner „neuen Mannschaft“ hat er bislang noch nicht bekommen. „Ich kenne aber auch noch nicht so viele Spieler“, so Woller. Und ergänzt humorvoll und nicht so ganz ernst zu nehmen: „Da kennt mich kaum jemand, Gott sei Dank“. Dennoch dürfte klar sein: Der ausgezeichnete Trainerruf Wollers ist auch zu den HSC-Aktiven vorgedrungen. Und ansonsten menschelt es bei personellen Änderungen und Wechsel immer. Jeder hat da seine Meinung. „Ich werde mir erst einmal ein Bild vom Leistungsniveau des gesamten Teams und jedes Einzelnen machen“, kündigte Marc Woller als „erste Schritte“ an.

„Wenn wir die Chance auf Regionalliga haben, sollten wir sie auch nutzen“ – auch wichtig für den gesamten Kreis

Sollte der HSC aufsteigen, wäre ein Duell mit seinem alten Verein aus Lippstadt rasch möglich. Oder wenn der HSC in der Oberliga bleibt und der SVL den bitteren Gang in die 5. Liga antreten müsste, käme es auch zu einem raschen Wiedersehen. Generell ist Marc Woller aber klarer Meinung: „Sollte der HSC aufsteigen und die Regionalliga zu stemmen sein, sollte man die Chance auf den Aufstieg auch nutzen und durchziehen. Übrigens nicht zuletzt auch mit Blick auf den Kreis Unna. „Ein Regionalligist HSC wäre ein Aushängeschild mit großer Strahlkraft in jeder Richtung.“

Pokal auch überregional ernst nehmen

In den vergangenen Jahren zählte der Pokalwettbewerb nicht gerade zu den Lieblingswettbewerben der Holzwickeder. Weder der Kreispokal noch der Westfalenpokal. Viele HSC-Fans wünschten sich nicht sehnlicher an jene Zeiten in den 70er Jahren anzuknüpfen, als Holzwickede einmal in der 1. Runde des DFB-Pokals beim SV Werder Bremen antreten musste, mit 0:6 unterlag, aber dieser Auftritt dennoch in die Vereinshistorie einging. Zeiten, die vielleicht mal wiederkommen: „Ich möchte jeden Wettbewerb gewinnen, weiß aber auch, dass man immer gegen ambitionierte Bezirks- oder Landesligisten mal schnell ausscheiden kann, wenn es schlecht läuft“, so der Neutrainer.

Neue Spieler? „Gehe nicht auf große Einkaufstour. Verstärkungen gibt es nur punktuell“

Bringt Marc Woller Spieler seines alten Vereins mit? „Nee, das macht man nicht“, winkte Woller ab. Einzig, wenn Spieler beim SVL keine Perspektive haben, wäre das für sie eine Option. „Dennoch habe ich schon Wunschspieler“, so Woller. Aber eines sei klar: „Ich werde da nicht auf große Einkaufstour gehen. Verstärkungen und Ergänzungen wird es nur punktuell geben. Dafür aber muss ich mir noch ein genaues Bild von allen machen, die beim HSC bleiben“, so Woller.

Sollte Regionalliga-Aufstieg gelingen, werden Risikospiele im Ischelandstadion Hagen ausgetragen

Neuigkeiten gibt es beim HSC in Sachen Regionalliga-Lizenz. Sollte der HSC sportlich aufsteigen, wird der Club die Risikospiele im Ischelandstadion Hagen austragen. Die „Rote Erde“ in Dortmund oder Hamm sind inzwischen als Spielorte ausgeschieden. Das Stadion wurde 1960 eröffnet und bietet 16.500 Zuschauern Platz, davon 800 Plätze überdacht. Die Arena befindet sich rund 30 Kilometer und damit eine halbe Stunde Autofahrt von Holzwickede entfernt.

Der HSC wird bis Ende März eine Entscheidung über eine Beantragung der Regionalliga-Lizenz treffen.

Bildzeile:  Bereits in der Saison 2010/11 (unser Foto) coachte Marc Woller als Co-Trainer von Ingo Peter die damalige Bezirksliga-Mannschaft der Spielvereinigung Holzwickede. Mit Erfolg: Am Ende stand der heißersehnte Aufstieg in die Landesliga.

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