Merten Krings – Rückkehr nach neun Monaten Pflichtspielpause

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Handball: Seit dem 6. März war Mittelmann Merten Krings ohne Pflichtspieleinsatz. Am Freitag feierte der Rückraumspieler des ASV Hamm-Westfalen endlich sein Comeback im Trikot der Westfalen in der 2. Handball-Bundesliga. Das Ergebnis war bei der 27:19-Niederlage in Dormagen allerdings so gar nicht nach dem Geschmack des 31-Jährigen, der sich zu Wochenbeginn im Interview zur aktuellen Situation für ihn persönlich und generell bei den Westfalen äußerte.

Wie groß war die Freude, endlich wieder eingreifen zu können?
Merten Krings: „Die war natürlich riesengroß. Das war für mich eine sehr, sehr lange Zeit ohne Pflichtspiel. Entsprechend habe ich auf meinen Einsatz gebrannt. Dass wir dann vor in der zweiten Halbzeit unter die Räder geraten, ärgert mich und uns alle. Ich bin im Grunde immer noch ein bisschen sprachlos. Nach so einem Spiel ist nicht nur das Wochenende blöd, das nimmt man in die ganze Woche mit. Samstag wollen, müssen und werden wir es besser machen.“

Wie sehen Sie ihre eigene Leistung, immerhin gelangen auf Anhieb fünf Tore?
Merten Krings:
„Das mag ich gar nicht bewerten. Ob kein Tor oder zehn, am Ende zählen sowieso nur die Punkte für die Mannschaft. Ich muss natürlich auch ein wenig geduldig mit mir selbst sein, wie ich schon in der ersten Halbzeit gemerkt habe. Mit Marian Orlowski und Jo Gerrit Genz habe ich zwei Rückraumspieler an meiner Seite, mit denen ich noch kein Pflichtspiel absolviert habe. Und Marian hat ja auch in der Vorbereitung schon vor meiner Verletzung länger gefehlt. Man hat am Freitag gemerkt, dass da noch etwas der Feinschliff fehlt. Aber den werden wir uns ganz schnell holen, da bin mir sicher. Ärgerlich ist einfach, dass ich zwar wieder dabei bin, jetzt aber ja Sören länger ausfällt. Normalerweise können wir uns gegenseitig unterstützen, das war in dieser Saison bisher noch gar nicht der Fall. Und das macht es zu einer größeren Aufgabe, durch schwierige Phase zu kommen.“

Dennoch hat der ASV ja auch schon gezeigt, wozu er in der Lage ist und zu Saisonbeginn 8:0 Punkte gegen starke Gegner gesammelt. Ist die aktuelle Serie erklärbar?
Merten Krings:
„Man kann da jetzt nicht den einen Punkt benennen, der dafür ausschlaggebend ist. Es wäre zu einfach, dass jetzt am Ausfall im Rückraum festzumachen. Vor allem, weil es ja gegen Gummersbach und Eisenach schon gut funktioniert hat. Es sind viele Dinge, die für die Leistungen eine Rolle gespielt haben. Aber weder die Verletzungen noch der unrhythmische Spielplan mit der gerade wieder langen Pause von drei Wochen sind da entscheidend. Wenn man etwas kritisieren muss, dann ist das leicht an den Ergebnissen ablesbar: Wir erzielen aktuell einfach zu wenig Tore.“

Sie sprechen die Spielausfälle an: Wie bewerten Sie persönlich die Situation?
Merten Krings:
„Einerseits ist man natürlich froh, dass man seinen Beruf nachgehen kann und die Spiele austragen darf. Andererseits muss man auch hinterfragen, ob das im harten Lockdown so berechtigt ist. Ich habe da auch keine finale Antwort und am Ende müssen wir es ja gar nicht entscheiden. Aber ich habe im familiären Umfeld auch ein hohes Risiko bezüglich einer Corona-Infektion und bin entsprechend vorsichtig und sensibel bei dem Thema.“

Werden Sie sich impfen lassen?
Merten Krings
: „Auf jeden Fall. Natürlich sind wir da nicht die wichtigsten Personen, da gibt es viele andere Gruppen, die da zunächst an der Reihe sind. Aber es dann für mich möglich ist, werde ich das auf jeden Fall sofort tun.“

Was erwarten Sie nun für die nächsten Wochen in sportlicher Hinsicht?
Merten Krings:
„Wir haben noch vier Partien vor uns. Es kann jetzt nur um eines gehen: Wir müssen die sportliche Trendwende schaffen. Dass wir dazu in der Lage sind, daran habe ich keine Zweifel. Natürlich sind wir am Samstag gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke alles andere als Favorit. Aber vielleicht ist das genau das Spiel, was wir jetzt brauchen.“

Bildzeile: ASV-Rückraumspieler Merten Krings feiert am Freitag sein Comeback gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke / Foto: Gudat/ASV).

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