Malocher bei der Arbeit – und Verabschiedung von Joshua Heinrichs und Mischa Mihajlovic

398

Fußball: Die hart malochenden Bergbauarbeiter in ihren alten, längst stillgelegten Zechen Caroline (Holzwickede) und „Centrum-Morgensonne) nahmen sich der Holzwickeder SC und die SG Wattenscheid beim hart umkämpften 3 : 1-Erfolg für den alten und neuen Spitzenreiter SGW offensichtlich als Vorbilder. Die Bochumer Vorstädter trugen Hammer und Schlegel auch gleich auf ihren schicken, schwarz-weiß längsgestreiften Trikots. Feine Fußballkost war somit nur bei den schön herausgespielten Toren angesagt. Ansonsten setzten die 22 „Kumpel“ auf harte Arbeit mit viel körperlichem Einsatz hüben wie drüben und der Folge von Krämpfen mit fortdauernder Spielzeit und leider auch zwei schweren Verletzungen.

Weitere Untersuchungen werden in den nächsten Tagen zeigen, ob sich die befürchteten Verletzungen von Leon Gensicke (Bänderriss im Fußgelenk) Kreuzbandriss beim Wattenscheider Flügelflitzer Mike Lewicki tatsächlich bewahrheiten. Beiden droht ein mehrwöchiger Ausfall. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, was diese Verletzungen für einen Fußballspieler und jungen Menschen bedeuten. Die beiden Jungs tun mir wirklich leid, und ich wünsche ihnen von Herzen gute Besserung“, sagte dann auch HSC-Coach Marc Woller bei der anschließenden Pressekonferenz.

Bildzeile: Kurz nach dieser Szene im Spiel gegen seinen alten Verein, SG Wattenscheid 09, verletzte sich Leon Gensicke (li.) schwer an Fußgelenk. Es droht eine längere Ausfallzeit.

Gegen Top-Teams fehlt dem HSC noch das gewisse Etwas – und in der Liga geht es so eng zu  

Ehrliche Anerkennung gab es nach dem Spiel von Nils Hönicke, dem „Sechser“ der SGW. Er kennt Marc Woller noch als Co-Trainer bei Westfalia Rhynern. „Der HSC hatte einen guten Plan. Sie wussten genau, wie sie uns ärgern konnten. In der zweiten Halbzeit haben wir dann unsere brutal-gute Klasse auf den Platz bringen können“, fasste Hönicke die 90 Minuten im Montanhydraulik-Stadion gut zusammen.

Was aber genau fehlt dem HSC noch, um den Anschluss nach ganz oben nicht zu verlieren? Da wäre die gewisse Portion Schlafmützigkeit, Unkonzentriertheiten und Ablenkungen mit Hang zur Diskussionsfreudigkeit zu nennen. So genügte schon in der 5. Minute eine herrliche Kombination von Nils Hönicke zu Felix Casalino und dann Pass auf Berkant Canbulut weiter, um die ganz frühe Gästeführung bei staunend zusehenden Holzwickedern zu erzielen. Oder das entscheidende Tor zum 3:1 für die SGW in der 73. Minute. Als sich der HSC noch über einen Freistoß gegen sich aufregte, schnappte sich wieder Nils Hönicke das Leder, schlug den Freistoß auf Torjäger Felix Casalino, der lief noch ein paar ungestörte Meter und haute das Leder wuchtig und unhaltbar in die Maschen.

Beim 1:2 (53.) aus Sicht des HSC muss man den ganz in Blau gekleideten Holzwickeder Spielern zugutehalten, dass sie von schweren Verletzung ihres Kollegen Leon Gensicke noch geschockt waren, auswechseln mussten und auf Offensive direkt nach der Halbzeitansprache gesetzt hatten. Dieses Mal war es Nils Hönicke selber, der sich des Leders bemächtigte, sich auch durch einen Trikot-Zupfer des hinterhereilenden HSC-Kapitän Nils Hoppe nicht aufhalten ließ und mit platziertem Schuss Kevin Beinsen keine Chance ließ.

Beim zwischenzeitlichen 1:1 in der 26. Minute zeigte der HSC spielerische Klasse. Der erneut gut aufgelegte Marcel Duwe sah Moritz Müller, der mit schöner Vorlage Leon Gensicke bediente und dann traf. Ein schön herausgespieltes Tor! In einer Oberliga Westfalen, in der Überraschungen wie das 0 : 3 des FC Gütersloh in Erndtebrück, das 2:2 des SC Aplerbeck gegen Schermbeck oder das 3 : 3 von Kaan-Marienborn gegen Clarholz an der Tagesordnung sind, bedarf es dringend solcher Geniestreiche – aber auch mehr Konzentration bei einigen Spielsituationen

Beim Tabellendritten Rheine sollen HSC-Serien halten

Zwei Serien möchte der HSC am kommenden Sonntag, 26. September, 15 Uhr beim aktuell Tabellendritten, dem FC Eintracht Rheine verteidigen. In den letzten gemeinsamen Oberliga-Zeiten hat der HSC immer gegen Rheine gewonnen: zuhause 2018 mit 4 : 3 (18. April 2019), auswärts in Rheine mit 4:2 (15. September 2019) und 2:0 (21. Oktober 2018). In dieser Spielzeit 21/22 hat der HSC beide bisherigen Auswärtsspiele in Schermbeck (3:2) und in Clarholz (2:1) siegreich gestalten können.

Fanbus nach Rheine

Der HSC setzt am 26. September einen Fanbus für die Tour zum FC Eintracht Rheine ein. Anmeldungen nimmt HSC-Geschäftsführer Günter Schütte unter 015 75 531 9515 entgegen.

Auszeichnungen für Joshua Heinrichs und Mischa Mihajlovic

Vor dem Anstoß der Partie gegen die SG Wattenscheid verabschiedete der HSC zwei verdiente Spieler: Joshua Heinrichs und Mischa Mihajlovic. HSC-Vorsitzender Udo Speer und der Sportliche Leiter, Tim Harbott, dankten beiden für ihren jahrelangen Einsatz. Heinrichs war 2016 vom SV Brackel zum HSC gewechselt. Mischa Mihajlovic kam 2015 vom SC Aplerbeck. Beide Spieler begeisterten Mitspieler und Fans durch großen Einsatz besonders im defensiven Bereich und ihren großen Willen. Das Duo hatte maßgeblichen Anteil am Oberliga-Aufstieg und den guten Platzierungen in den letzten Jahren.

Bildzeile: Joshua Heinrichs (li.) und Mischa Mihajlovic (re.) wurden vom HSC-Vorsitzenden Udo Speer (2.v.r.) und dem Sportlichen Leiter, Tim Harbott (2.v.l.) vor dem Anpfiff des Spiels des HSC gegen Wattenscheid ausgezeichnet und offiziell verabschiedet.

 

 

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.