Laura Nolte muss um die erneute Teilnahme im Weltcup kämpfen

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Bobsport: Die ersten Selektionsrennen in der Winterberger VELTINS-EisArena des BSD boten gleich packenden Sport und hohes Niveau. Lediglich zwei Hundertstel trennten bei den Damen die Plätze eins und zwei im Zweierbob.

Bei den deutschen Bobdamen gibt es ein spannendes Prozedere um die Weltcupteilnahme. Denn hier ist keine Pilotin gesetzt. In Winterberg lieferten sich Olympiasiegerin Mariama Jamanka (BRC Thüringen) mit Anschieberin Annika Drazek (TV Gladbeck) ein dramatisches Wimpernschlagfinale gegen das Duo Stephanie Schneider (SC Potsdam)/Leonie Fiebig (BSC Winterberg). Bei den letzten beiden Zwischenzeiten vor der Zieleinfahrt waren die beiden Bobs zeitgleich. Stephanie Schneider musste sich nach der Führung im ersten Durchgang also knapp geschlagen geben.

Mit Blick auf die beiden Anschieberinnen aus Nordrhein-Westfalen sagte Stützpunkttrainer Andreas Neagu: „Der NBWSV an sich steht gut da.“ Die beiden heimischen Pilotinnen verpassten allerdings die Top 3 knapp. Nach dem Traumstart ins Kalenderjahr 2020 mit dem gelungenen Weltcup-Debüt muss Pilotin Laura Nolte (BSC Winterberg) um die erneute Teilnahme im Weltcup kämpfen. Zwar gelang ihr und Anschieberin Deborah Levi (SC Potsdam) in beiden Durchgängen die beste Startzeit (5,49 Sekunden), doch ein Quersteher bereits im Bereich der Startkurve des ersten Laufs kostete eine bessere Platzierung als Rang vier in der ersten Selektion. „Bei der Startzeit von Laura ging ein Raunen durch den Startbereich. Das war nur sechs Hundertstel langsamer als der Startrekord. Der Fahrfehler im ersten Laufkostete die ganze Geschwindigkeit. Der zweite Lauf hat gezeigt, wo die Reise hingeht“, meinte Neagu. Kim Kalicki (TuS Eintracht Wiesbaden) und Ann-Christin Strack (BC Stuttgart Solitude) platzierten sich mit 0,23 Sekunden Vorsprung nach zwei Läufen vor der Lokalmatadorin Laura Nolte.

Quersteher im ersten Lauf kostete eine bessere Platzierung als Rang vier

Bundestrainer René Spies. „Laura hatte einen Fehler im ersten Lauf nach der null, wo sie richtig quergestanden ist. Das hat richtig was gekostet, wie man dann im zweiten Lauf gesehen hat. Insgesamt war es das enge Rennen, das wir erwartet hatten. Überraschend war, dass Laura einen relativ großen Abstand hatte durch den verpatzten ersten Lauf. Es ist eine Selektion, die wahrscheinlich spannend bleibt bis zum letzten Lauf, und es zeigt sich, dass alle auch technisch auf einem sehr guten Niveau sind, und dass es vier Teams sind, die derzeit auf Augenhöhe kämpfen.“

Vor dem diesjährigen Saisonstart in Sigulda Mitte November stehen drei Selektionen für die deutschen Bob-Athletinnen und -Athleten auf dem Plan: Nach Winterberg reisen die Teams vom 01. bis 07. November nach Altenberg zu Selektion Nummer zwei, bevor es schließlich vom 08. bis 14. November an den Königssee zur letzten Selektion geht, die gleichzeitig als Deutsche Meisterschaft gewertet wird. Nach den Selektionen werden durch Bundestrainer René Spies und sein Team die Mannschaften für die Weltcup-Serie 2020/21 berufen. Für die neue Saison sind in diesem Jahr nur Doppel-Weltmeister Francesco Friedrich und Doppel-Vize-Weltmeister Johannes Lochner gesetzt.

Bildzeile: Bobpilotin Laura Nolte (re.) mit ihrer Anschieberin Deborah Levi legten die besten Startzeiten hin, kamen nach einem Quersteher im ersten Lauf über Rang vier aber nicht hinaus / Foto BSC.

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