Langschede-Trainer Stefan Kortmann im Interview

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Fußball: SKU traf sich mit Trainer Stefan Kortmann vor der Trainingseinheit seines SV Langschede in der Ruhrkampfbahn und thematisierte die aktuellen Fakten zum Saisonstart.

Herr Kortmann, Sie sind mit ihrer Mannschaft wieder im Training, stecken in der Saisonvorbereitung.
Stefan Kortmann: Ja, es geht wieder los. Wir sind seit einer Woche wieder im Training. Drei Mal, auch zwischendurch aktuell vier Mal arbeiten wir wöchentlich. Die Coronapause war lang genug und die Zeit bis zum Meisterschaftsbeginn am 6. September ist ja relativ kurz. Wir wollen in den sechs verbleibenden Wochen eine gute und effektive Vorbereitung gestalten.

Wie ging es los?
Stefan Kortmann: Wir sind letzte Woche mit einem Fitnesstest gestartet. Da mussten drei Mal 1000 Meter absolviert werden. Die eine Hälfte hat es wirklich sehr gut gemacht. Die haben auch die letzten vier Wochen genutzt. Das hat man gesehen. Es gab nach unten aber auch zwei, drei Ausreißer. Die breite Masse war jedoch okay.

Wie ist der Fitnessstand?
Stefan Kortmann: Zufriedenstellend, das hat sich im letzten Spiel schon gezeigt. Das war ein guter Test mit einem 4:0-Sieg gegen Ergste. Vor allem spielerisch hat mir das schon gut gefallen. In der 2. Halbzeit hat man natürlich gesehen, als auch die Sonne mehr und mehr rauskam, da schwanden bei manchen die Kräfte. Aber was wir spielerisch gemacht haben, das hat mich zufriedengestellt. Auf diese Leistung können wir aufbauen.

Was ist jetzt zu tun?
Stefan Kortmann: Es muss berücksichtigt werden, dass wir lange nicht Fußball gespielt haben. Da gilt es im taktischen Bereich viele Sachen zu wiederholen. Man wiederholt ja ohnehin ständig was. Ich will am Anfang die Grundlagen schaffen, so wollen wir in jeder Trainingseinheit möglichst viel davon unterbringen. Dann wiederholen sich Dinge sowieso.  Beim Spielen kann man dann auch schauen, wo es noch hakt. Die Spielanalyse zeigt uns auf, wie man die nächsten Einheiten gezielt gestaltet. Die Kondition muss man sich aber weiter über Laufarbeit holen. Aber eben auch viel über Spielformen. Das muss man vernünftig steuern, spezifisch arbeiten. Die Spieler sollen ja nicht nur geradeauslaufen.

Das erste Testspiel ist gespielt. Es stehen noch weitere an?
Stefan Kortmann: Das erste Testspiel haben wir hinter uns gebracht. Weitere sind terminiert. Am Samstag geht es Zuhause gegen A-Kreisligist Olympos Menden. Dann folgen Spiele gegen SV Körne, gegen Sundern und VfR Sölde. Da muss man dann schauen, wie es um die Substanz bestellt ist und welche Leute uns zur Verfügung stehen. Vor dem Meisterschaftsstart steht der Kreispokal auf dem Programm. Gegner ist der VfL Kamen I.  Wir haben erstmal durchgeatmet, dass sie Gruppe gewechselt haben und treffen sie nun doch. Der VfL ist schon ein Kracher auch mit Blick auf die bisherigen Testspielergebnisse. Aber, im Pokal muss man es so nehmen wie es kommt. Zum Abschluss ist das sicherlich ein guter Härtetest. Ein kleines Highlight. Da muss man dann schauen, wo man steht.

Hat sich die Mannschaft verändert?
Stefan Kortmann: Die Mannschaft hat sich kaum verändert. Wir haben nur einen Abgang. Das ist David Sobral, der in den Ruhestand gegangen ist. Er ist ein Ur-Langscheder. Wenn man ihn nochmal brauchen sollte, wird er sich gewiss zur Verfügung stellen. Er möchte auch immer mal wieder mittrainieren. Kurz vor der Sommervorbereitung haben wir uns noch noch von Benedikt Szameitat getrennt. Er wollte ohnehin schon im Sommer die Schuhe an den Nagel hängen und hatte zunächst bis zum Winter verlängert. Wir haben uns in beiderseitigem Einvernehmen verständigt die Zusammenarbeit zu beenden.

Ist die Mannschaft stärker, schwächer geworden?
Stefan Kortmann: Wir haben uns eher verstärkt  – vor allem mit dem Daniel Schoof. Hinzu kommt Marvin Weistrop aus der A-Jugend. Ein starker Techniker, der uns weiterbringt. Robin Küffner kommt von Bösperde. Und aus der A-Jugend Niklas Müller, der ist eigentlich auch schon seit über einem Jahr bei uns dabei. Als Torwart haben wir aus der A noch Malte Potthast. So haben wir im Prinzip dazugewonnen. Wir sind auf jeden Fall variantenreicher geworden. Es ist mehr Breite im Kader, dadurch auch mehr Druck. Die Leute können sich nicht mehr ausruhen. Das macht eigentlich keiner. Wenn sich beispielsweise im Winter die Mannschaft aufgrund von Verletzungen von selber aufstellt, dann sind wir gewappnet. Ich glaube, dass wir jetzt eher vor mehr Luxusprobleme gestellt werden.

Wo ordnen Sie sich mit der Mannschaft in der neuen Saison ein?
Stefan Kortmann: Man muss abwarten, wo es hingeht. Spielerisch schätze ich uns gut ein. Es ist auch unser Ziel, wirklich schönen Fußball zu spielen. Da machen sie alle natürlich gerne mit dem nötigen Einsatz, der in der Regel auch da ist.  Von daher sollte es dann auch weiter nach oben gehen in der Tabelle. Das Saisonziel lasse ich grundsätzlich von der Mannschaft festlegen. Ich persönlich wünsche mir, dass wir langfristig ein ernstzunehmender Gegner werden. Wir hatten in den letzten Jahren viele Baustellen, haben viele Spiele unnötig verloren, sodass wir immer hinter unseren Möglichkeiten geblieben sind. Ich wünsche mir, dass wir endlich mit der nötigen Konstanz auftreten und wir uns dann oberhalb von Platz sieben orientieren können, im oberen Tabellendrittel vernünftig mitspielen. Im Vergleich zu den letzten Saisons möchte ich definitiv nach oben schauen.

Wen zählen Sie zum Favoritenkreis in der Liga?
Stefan Kortmann: Oberaden in erster Linie. Die haben Pech jetzt wegen der Coronafälle, haben zwei Wochen Pause, aber es wird dort wohl individuell weitergearbeitet. Oberaden hat sich bei uns in der Liga am deutlichsten verstärkt. Die können, glaube ich, nur an sich selber scheitern. Die anderen Mannschaften kann ich schwer einschätzen. Kamener SC ist zu beachten, Overberge hat auch ordentlich personell zugelegt. RW Unna muss viele Neue zusammenwürfeln. Das kann ich nicht einschätzen. Dahinter ist alles offen.

Welche Spielweise bevorzugen Sie mit Ihrem Team?
Stefan Kortmann: Den Fußball, der uns definitiv am meisten Spaß macht. Mutig zu sein und vorne creative Lösungen zu suchen. Ich habe viele Spieler dabei, die wollen spielen und den Ball laufen lassen. Da macht es auch am meisten Spaß zuzugucken. Ich bin weit davon entfernt, lange Bälle zu fordern. Die Jungs sollen stets die richtige Lösung finden. Da ist dann auch mal ein langer Ball dabei. Je nach Spiel und Spielstand wollen wir variabler agieren. Wir haben die Leute dafür, die das auch können.

Sie gehen ins vierte Trainerjahr in Langschede. Wie ist es um Ihre Motivation bestellt?
Stefan Kortmann: Ja, es ist mein viertes Trainerjahr in Langschede. Ich bin nach wie vor happy mit meiner Arbeit. In der Mannschaft haben sich mittlerweile viele eingefunden, die ich in der Jugend schon trainiert habe. Auch Schoof habe ich in Mühlhausen trainiert, ebenso Potthast, Pruschinski, Pestke, Chandihok und Weistropp wie auch Vilz und Krupka. Marvin Kurrat kenne ich seit der F-Jugend. Das sind alles Spieler, die mir schon früher begegnet sind. Es baut sich in Langschede eine Truppe auf, mit der ich sehr zufrieden bin. Wir haben Spaß, haben aber auch die nötige Ernsthaftigkeit dabei. Ich freue mich auf die neue Saison.

Bleibt Christian Boldt weiter an Ihrer Seite?
Stefan Kortmann: Christian ist nur noch bis Dezember an meiner Seite. Schade. Es sind familiäre Gründe, die sein Engagement nur noch ein halbes Jahr zulassen. Aktuell ist noch kein Ersatz in Sicht. Ich hatte jetzt im Sommer auch schon mal Ausschau gehalten. Mir ist es wichtig, dass der Neue zur Mannschaft passt, zu mir passt. Mit Christian funktioniert die Zusammenarbeit wunderbar. Von daher haben wir jetzt noch ein halbes Jahr Zeit zu schauen, wie es weitergehen kann.  Ich verspüre keine Abnutzungserscheinungen. Wie gesagt, ich bin total happy.

Herr Kortmann, besten Dank für das Gespräch.

Bildzeile: Die Neuen beim SV Langschede mit Trainer Stefan Kortmann – (v.li.oben) Johannes Wilke, Baris Görgülü – beide sind  Winterneuzugänge und warent quasi noch nicht im Einsatz – Malte Potthast; (li. unten Marvin Weistropp, Daniel Schoof und Robin Küffner / Foto SVL.

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