Kinder und Jugendliche sollen ihren Sport wieder ausüben dürfen

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Fußball: Hoffnung für die zahlreichen Kinder und Jugendlichen, die zurzeit keinerlei Chance haben, ihren geliebten (Vereins-)Sport im Freien auszuüben: Die Präsidenten der Regional- und Landesverbände im Deutschen Fußball-Bund haben sich im Rahmen ihrer Konferenz am Mittwoch gemeinsam mit DFB-Präsident Fritz Keller nachdrücklich dafür ausgesprochen, den Trainingsbetrieb bundesweit im Amateursport wieder zuzulassen. Der an die Politik gerichtete Appell bezieht sich in erster Linie auf die Möglichkeit des organisierten Sporttreibens für Kinder und Jugendliche unter freiem Himmel und schließt dabei ausdrücklich nicht nur den Fußball ein.

Der TuS Westfalia Wethmar begrüßt die Initiative. “Wir sehen dies als sehr positiv an!”, sagt der 1. Vorsitzende und Hygiene-Beauftragte Stephan Polplatz. “Aufgrund unseres Hygienekonzepts, der Einsichtigkeit, Rücksichtnahme und der Disziplin unserer Trainer, Kicker und auch Besucher ist bei uns noch kein aktiver Corona-Fall aufgetreten.” Auch habe das Gesundheitsamt seit Beginn der Pandemie noch keinerlei Anwesenheitslisten angefordert, sodass der Verein bis hierher “sauber” sei. “Daher wäre es für unsere Kinder und Jugendlichen schön, wenn ein aktiver Sportbetrieb wieder ermöglicht wird”, resümiert Polplatz.

Bildzeile: Westfalia-Vorsitzender Stephan Polpaltz: „Es wäre für unsere Kinder und Jugendlichen schön, wenn ein aktiver Sportbetrieb wieder ermöglicht wird.“

Währenddessen sieht die Präsidentenkonferenz als vorbildliche Beispiele die aktuellen Lösungen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. So hatte das Landeskabinett in Mecklenburg-Vorpommern entschieden, das von der Bund-Länder-Konferenz ausgesprochene Pauschalverbot von Freizeit- und Amateursport, welches lediglich den Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand vorsieht, nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren im Vereinssport anzuwenden, sondern dort weiter Trainingsbetrieb zu erlauben. In Berlin gilt die Sonderregelung, dass Vereinssport für Kinder bis zwölf Jahren unter Auflagen gestattet ist.

Ausübung von Freiluftsport birgt kaum ein Ansteckungsrisiko

DFB-Präsident Fritz Keller wird in diesem Kontext auf folgende Weise zitiert: “Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, für die Gesundheit, die Gesellschaft und nicht zuletzt für unsere Kinder. Nach allen bisher vorliegenden Erkenntnissen und Zahlen birgt die Ausübung von Freiluftsport – auch in Mannschaftssportarten – kaum ein Ansteckungsrisiko. Dies hat Prof. Dr. Tim Meyer als anerkannter Experte und Leiter der Medizinischen Kommission des DFB in den vergangenen Wochen öffentlich nachvollziehbar erläutert. Aktiver Sport stärkt verschiedene gesundheitsförderliche Aspekte, zudem hat er eine hohe gesellschaftliche und soziale Bedeutung – ohne in diesen schwierigen Zeiten für eine erhöhte Gefährdung zu sorgen. Vor diesem Hintergrund und in Verbindung mit den bewährten Hygienekonzepten ist es wichtig, vor allem Kindern und Jugendlichen schnell wieder die Möglichkeit zu bieten, ihren Bewegungsdrang gemeinsam im sportlichen Trainingsbetrieb auszuleben. Sport ist wichtiger denn je.”

Auch Dr. Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident und Vorsitzender der Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten, bezieht klare Stellung: “Der Breitensport und seine Vereine bewegen Großes, gerade wenn es darum geht, Gesundheitsvorsorge zu betreiben. Die Vereine haben in den vergangenen Monaten gemeinsam mit den Verbänden enorme Anstrengungen unternommen und die Herausforderungen ebenso hervorragend wie verantwortungsvoll bewältigt. Dass sie aktuell zur sportlichen Untätigkeit verurteilt sind, tut weh. Das generelle Verbot des Trainingsbetriebs sollte zumindest für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren aufgehoben werden, dies gilt nicht nur für den Fußball, sondern zumindest für alle Sportarten, die an der frischen Luft ausgeübt werden.”

Ein weiterer Fakt unterstreiche dabei die genannten Forderungen: Erst in der vergangenen Woche waren im Rahmen des Deutschen Kinder- und Jugendsportberichts die Ergebnisse einer internationalen Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlicht worden, wonach sich in Deutschland knapp 80 Prozent der Jungen und 88 Prozent der Mädchen zu wenig sportlich bewegen. Die Zahlen basieren dabei auf Umfragen, die von der WHO im Zeitraum zwischen 2001 und 2016 unter 1,6 Millionen Schüler/innen in 146 Ländern durchgeführt wurden. Laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation sollten sich Kinder und Jugendliche mindestens eine Stunde pro Tag körperlich betätigen. Die Sportvereine, unterstreicht die Präsidentenkonferenz der Regional- und Landesverbände, bieten dazu in Deutschland die besten Voraussetzungen.

Bildzeile: TuS Westfalia Wethmar begrüßt die Initiative, wonach das generelle Verbot des Trainingsbetriebs zumindest für Kinder und Jugendliche aufgehoben werden sollte.

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