Kein normales Oberliga-Spiel: HSC auf und neben dem Platz gefordert – klares Bekenntnis zu Trainer Marc Woller

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Fußball-Oberliga: Holzwickeder Sport Club – SC Paderborn 07 (U21); (Donnerstag, 25. November, 19 Uhr, Montanhydraulik-Stadion, Jahnstraße 7, Holzwickede). Das musste mal sein: In deutlichen Worten wischten Karl-Friedrich Lösbrock und Tim Harbott, Sportliche Leitung des HSC, am Dienstagabend alle Spekulationen und Gerüchte über eine Trainerdiskussion vom Tisch. „Ich kenne kaum einen Trainer, der so akribisch arbeitet und die Mannschaft so gut vorbereitet wie Marc Woller. Natürlich sind wir alle im Verein mit dem bisherigen Abschneiden und den Ergebnissen, insbesondere den sechs Heimniederlagen in Folge in der Oberliga nicht zufrieden. Aber das hat Gründe, die wir analysiert haben, die wir kennen und abstellen wollen. Wir haben und führen keine Trainerdiskussion, Marc hat unser vollstes Vertrauen, und er bleibt als Trainer“, sagte Lösbrock klipp und klar.

Einige der Gründe für das nicht- zufriedenstellende Abschneiden benannte Tim Harbott. Da waren unter anderem das fast unglaubliche Verletzungspech von wichtigen Spielern wie Moritz Müller, Leon Gensicke, Mathieu Bengsch oder „Comebackern“ wie Philipp Gödde und Nils Hoppe. „Aber auch hier gilt: Das waren keine Muskelverletzungen, wie sie bei nicht-idealem Training vorkommen können, sondern zum Teil schwere Blessuren, die andere Ursachen wie zum Beispiel unglückliche Szenen oder Fouls hatten“, so Harbott. Einen weiteren Grund sieht er darin, dass vor Saisonbeginn aufgrund von Coronamaßnahmen nicht so viele Probespieler auf Herz und Nieren geprüft werden konnten. Viele andere hätten erst einmal wieder an hohe Belastungen langsam und behutsam herangeführt werden müssen. Und dann gab es Spielverläufe und kuriose Defensiv-, Offensiv- und Mittelfeldschnitzer sowie auch zumindest fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen. „In Summe können wir natürlich nicht wohlgelaunt und zufrieden sein. Aber wir wissen über die Ursachen, und noch mal: Wir stehen zu Marc Woller“, so auch Tim Harbott unmissverständlich.

Leon Gensicke fällt bis mindestens Jahresende mit Snydesmosebandriss aus – Personallage dramatisch

Diese Rückendeckung für den Trainer und die Tatsache, dass man bereits vier Auswärtsspiele, zuletzt 3:0 in Münster gewonnen hat, sollte der Mannschaft ein breites Rückgrat für das vorgezogene Spiel am Donnerstagabend gegen die U21 des SC Paderborn 07 geben. Doch personell ist der HSC wieder mal gebeutelt. Die Verletzung vom bislang mit fünf Treffern besten HSC-Torjägers Leon Gensicke stellte sich inzwischen als Riss des Syndesmosebands heraus. Für den Ex-Wattenscheider ihn ist das Fußballjahr 2021 gelaufen. Jonathan Kyeremateng ist ebenfalls nicht dabei. Nach seinem „Rot“ gegen Erndtebrück wurde er für drei Spiele gesperrt. Auch Mathieu Bengsch kann wegen seiner Armverletzung weiter nicht auflaufen. Auch Henri Böcker kann wahrscheinlich nicht spielen. Nils Hoppe, Tomislav Ivancic und Dario Markovsky leiden unter starken Erkältungen. Lucas Arenz sitzt seine 5. Gelbe Karte ab. Dazu kommen zwei Spieler, die aufgrund der 2G-Regelung nicht ins Stadion dürfen. Zwar haben beide inzwischen ihre erste Impfung bekommen – doch das reicht noch nicht für eine Immunisierung.

Für den HSC gilt es in diesem Spiel, die mit 31 Gegentreffern wacklige Defensive zu stabilisieren. Das „zu null“ gegen Münster war ein erster wichtiger Schritt. Der SCP kommt mit viel Wucht – das zeigen die erzielten 32 Tore, wobei auf Luis Ortmann allein acht Treffer entfielen. Dazu kommt, dass die Paderborner Bundesliga-Reserve mit viel Wut nach Holzwickede reist: Am vergangenen Sonntag gab es für die Elf von Trainer Michel Kniat ein klares 0:3 auf heimischen Terrain gegen Rhynern. Die Paderborner Reserve trainiert unter Profibedingungen – und kann sogar auf Verstärkung aus der Zweiten Liga hoffen.

Statistik spricht für 1:1

Zweimal standen sich beide Teams in der Oberliga im Montanhydraulik-Stadion gegenüber. Beide Matches endeten 1:1 (1. September 2019 und 28. Oktober 2018). In Paderborn unterlag der HSC mit 2:3 (1. März 2020) und 2 : 4 (22. April 2019).

Achtung: Für alle Aktiven und Besucher gilt die 2G-Regel – im VIP-Raum richtig viel los

Einlass ins Montanhydraulik-Stadion bekommt am Donnerstagabend nur der, der geimpft oder genesen ist. Daher müssen eine entsprechende Bescheinigung und ein Personalausweis mitgeführt werden. Alle anderen müssen draußen oder zuhause bleiben. Besucher, die kontrolliert worden sind, bekommen ein Bändchen, mit dem sie Einlass ins Stadion und ins Ballhaus oder Zulass zum Getränke- und Imbissstand bekommen. Der HSC kündigte sehr konsequente und strikte Kontrollen an. Vor allem vor dem Hintergrund, dass dieses erste Spiel unter 2G-Regeln von vielen Interessierten aus anderen Vereinen genau beobachtet wird. Diese Clubs werden sehr genau hinschauen, denn viele von ihnen richten selbst am kommenden Wochen Spiele aus. Und der FLVW sagte am Mittwoch noch mal deutlich: „Der Kontrolldruck und die -verantwortung für alle Überprüfungen liegen beim gastgebenden Verein.“

Groß wird der Andrang im VIP-Raum im Sportheim sein. Über 40 Eintrittskarten, die unter anderem zu einem Büffet mit leckerem Essen und einer guten Auswahl an alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken sowie Zugang zur Pressekonferenz berechtigen, wurden allein für diesen Raum schon im Vorfeld verkauft beziehungsweise an Sponsoren vergeben. Gerade bei den erwarteten Temperaturen nahe des Gefrierpunkts werden sich hier viele aufwärmen und aufhalten wollen – aber nur mit VIP-Eintrittskarte!

Schiedsrichter leitete HSC-Niederlage vor zwei Spielzeiten in Gütersloh

Vor zwei Spielzeiten unterlag der HSC in Gütersloh mit 0 : 2. Daniel Meys leitete die Begegnung damals. Hoffentlich kein ungutes Omen, dass Meys nun auch als Unparteiischer der Paderborn-Begegnung eingesetzt wurde. Der 36-jährige pfeift für Grün-Weiß Lichtenbusch, einem Verein aus Aachen. Er selber wohnt allerdings im Ruhrgebiet.

HSC-A-Junioren: keine Meisterschaftsspiele mehr bis Jahresende – Training und Testspiel unter 2G-Regeln

Der FLVW hat alle Spiele der A- und B-Junioren bis zum Jahresende abgesagt. Damit muss der Tabellenzweite HSC mit dem Sturm auf die Tabellenspitze der Bezirksliga 4 noch ein wenig warten. Die HSC A-Junioren werden nach Angaben von Trainer Lars Rohwer weiter trainieren und auch ein Testspiel bestreiten. Allerdings können nur A-Junioren trainieren, die geimpft oder genesen sind. Für alle anderen ist das Fußballjahr 2021 vorzeitig beendet – sie müssen draußen vor den Stadien und Trainingsplätzen bleiben.

Bildzeile: Das letzte Aufeinandertreffen des HSC und des SC Paderborn II endete am 1. September 2019 mit 1:1 (unser Foto).

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