Kaiserauer Nationalspielerin Marie Müller war sogar besser als Lars Ricken

Kaiserauer Nationalspielerin Marie Müller war sogar besser als Lars Ricken

Fußball: Schon mit drei Jahren wollte Marie Müller Fußball spielen. Mit zwölf hatte sie den Traum, in der Damen-Nationalmannschaft zu kicken.  Und drei Jahre später  trug sie tatsächlich das Trikot mit dem Bundesadler auf der Brust. Da debütierte sie im Oktober 2014 mit der deutschen U15-Nationalmannschaft auf einer Schottland-Reise, kam zu zwei Länderspielen. Mittlerweile sind es zehn und geworden, es werden für die 15jährige Dortmunderin gewiss noch weitere folgen. Denn mittlerweile gehört sie zum Kader der U17-DFB-Auswahl, die in diesem Jahr an der Europameisterschaft in Weißrussland und der Weltmeisterschaft in Jordanien teilnimmt. Im (Fußball-)Alltag fährt sie doppelgleisig, trägt zum einen das Trikot der U17 des SuS Kaiserau und ebenso kickt sie bei den U17-Juniorinnen des VfL Bochum in der Bundesliga.

Überschneidungen? „Nein“, sagt Marie, „in der Bundesliga wird meistens samstags gespielt, in Kaiserau sonntags.“ Und wenn es tatsächlich einmal Probleme geben sollte, würde sie Kaiserau den Vorzug geben. Warum? „Wir wollen aufsteigen“, klärt sie dazu auf, „und das Messen mit dem anderen Geschlecht ist immer wieder reizvoll.“ Für ihre Leidenschaft Fußball bringt sich Marie bei den Schwarz-Gelben am SportCentrum drei Mal in der Woche beim Training ein, ist bei den Jungs anerkannt und spielt auf der Sechs. Eine vierte Übungseinheit absolviert sie beim VfL Bochum. Von Dortmund-Kirchlinde, ihrem Wohnort,  nach Kaiserau und dann wieder von Dortmund-Kirchlinde nach Bochum, das sind ihre Fahrstrecken zu Training und Spielen. In allen Fällen ist Vater Frank Chaffeur. Dass sie der Lederkugel hinterher rennt, verdankt sie ihm. „Papa hat früher Fußball gespielt“, erzählte sie, „zu seinen Spielen hat er mich mitgenommen. Mir gefiel das, ich habe dann mit den anderen Kindern geübt, wollte immer besser werden.“  Marie hat in der Drei-Mädel-Familie Müller nur allein den Fußball-Virus, ihre beiden anderen Schwestern haben damit „nichts am Hut“.

Dass Marie Müller immer besser wurde, ist Talent zum einen und das Produkt vieler Übungseinheiten. Selbst Ex-BVB-Nationalspieler Lars Ricken musste anerkennen, dass sie gut mit dem Ball umgehen kann. Marie trat im der ARD-Fernsehsendung „Klein gegen Groß“ gegen den Champions-League-Sieger ihrer Lieblings-Mannschaft an. Die Aufgabe: „Beide sollten den Fußball möglichst lange in der Luft halten. Marie hat gewonnen und Ricken gratulierte voller Hochachtung. „Ein tolles Erlebnis“, erinnert sie sich. In ihrer Schule, dem Bert-Brecht-Gymnasium in Dortmund-Kirchlinde, weiß man natürlich, dass da eine Nationalspielerin die 10. Klasse besucht. Für ihre Lehrgänge und Einsätze in der Nationalmannschaft oder der Westfalenauswahl wird sie weitgehend freigestellt. „Geschenkt wird mir aber nichts“, berichtet sie, „da muss ich tüchtig nacharbeiten, wenn ich mit dem DFB unterwegs bin.“

Gerade ist sie aus einem Wintertrainingslager der U17-Juniorinnen-Nationalmannschaft im spanischen Salou zurück gekehrt. Das DFB-Team, zu dem Marie Müller als eine der jüngsten Spielerinnen jetzt gehört, bereitete sich auf die im März anstehende Qualifikationsrunde für die EM in Weißrussland vor. In Spanien gewann das von DFB-Trainerin Anouschka Bernhard betreute Team das erste Testspiel 1:0 gegen Frankreich. Der zweite Test gegen die Equipe tricolore endete mit einem Remis. Marie war mit von der Partie. Frankreich ist übrigens wie Deutschland aufgrund des UEFA-Koeffizienten für die Eliterunde qualifiziert. Dann trifft Deutschland in Östereich am 19. März auf die Schweiz, am 21. März auf Russland und am 24. März auf Österreich. Insgesamt sind 24 Mannschaften bei der Eliterunde vertreten.

Die Gymnasiastin – sie wird am 25. Juli 16  Jahre alt – meldete sich zu Beginn ihrer Fußball-Karriere beim SV Westrich an, wechselte dann zum Hombrucher SV und ist schließlich beim SuS Kaiserau gelandet. „Mein Vater und der Kaiserauer Trainer Ralf Driemel kannten sich“,  und so kam es zu einem Engagement am SportCentrum. Dort gehört sie ebenfalls zu den Stammspielerinnen der Verbands-Auswahlteams. Am Ende dieser Saison muss sie sich allerdings neu orientieren, denn nur bis zu den B-Junioren ist ein gemeinsames Spielen von Mädchen und Jungen erlaubt. Das geht beim SuS Kaiserau dann nicht mehr. Für einen neuen Club hat sie sich noch nicht entschieden. Die Frauen-Bundesliga ist allerdings ein großes Ziel. Vorher natürlich das Abitur.

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