Jetzt offiziell: HSC bewirbt sich um Regionalliga-Lizenz

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Fußball: Der Holzwickeder Sport Club (HSC) hat am heutigen Mittwoch fristgemäß die Lizensierungsunterlagen für die Regionalliga West beim Westdeutschen Fußballverband (WDFV) eingereicht. „Wir haben alle erforderlichen Unterlagen beim Verband abgegeben. Ob wir in den nächsten Wochen die Lizenz erhalten, hängt nun von der Überprüfung der Unterlagen durch den Verband und davon ab, ob es überhaupt Aufsteiger geben wird“ so HSC-Sprecher Lars Rohwer, der mit Udo Speer die Unterlagen und Prozedur vorantrieb.

„Gegenüber der Sportlichen Leitung, den Spielern und unseren Mitgliedern wollen wir damit dokumentieren, dass der HSC seine Zusage, den sportlichen Erfolg in Taten umzusetzen, treu geblieben ist“, erklärte Udo Speer. „Wir hoffen, dass dies trotz der außergewöhnlichen Lage jeder erkennt und honoriert“, so Speer. Dieses Vorhaben des Antrags zur Regionalliga-Lizenz wurde einstimmig vom Hauptvorstand beschlossen, als auch vom Aufsichtsrat genehmigt, der bei derartigen Vorhaben seine Zustimmung geben muss.

Reichen sechs Siege in sechs Spielen zum Aufstieg?

Am Montag noch hatte der Vizepräsident des Fußball- und Leichtathletikverbandes (FLVW), Manfred Schnieders, wortwörtlich im Rahmen eines virtuellen Pressegesprächs erklärt: „Ich wüsste keine Grundlage, nach der wir aktuell Regionalliga-Aufsteiger benennen können.“ Entscheidend aber ist der Westdeutsche Fußballverband. Und der hat gleich mal, neben der Corona-Pause, mehrere rechtliche Probleme zu lösen. Einfach so abzubrechen, auch wenn nicht 50 Prozent der Spiele absolviert sind, ist kein Selbstläufer und bedarf intensiver rechtlicher Prüfung. Dazu kommt, dass aus der Regionalliga West, die definitiv gewertet wird, mindestens ein Absteiger in die Oberliga West kommt. Die würde dann demnächst 22 Teams umfassen – eher sogar noch mehr. Eine Aufteilung, nach welchen Kriterien auch immer, wäre dann nahezu unvermeidlich.

Beispiel Viktoria Berlin: elf Siege aus elf Spielen reichen

Was machen andere Verbände? Ein (kleiner) Hinweis kommt aus Berlin. Da hat Viktoria Berlin elf Siege aus elf Spielen (und damit weniger als 50 Prozent der Spiele) und ist damit erster Anwärter auf den Aufstieg aus der Regionalliga Nordost in die 3. Liga. Eigentlich würde der Club aber leer ausgehen – doch bei einer positiven Entscheidung des Nordost-Verbandes könnte er durchaus die Fahrkarte zur 3. Liga gelöst haben.

Eher negativ sieht es beim Verband Rheinland aus. Der hat die Saison bereits abgebrochen – ohne Auf- und Absteiger. Hier fehlt schon mal ein Aufsteiger – was alles nicht einfacher macht.

sku denkt auch mal „Out of the Box” gedacht – eine kleine Aufstiegsrunde?

Auch eine Idee statt „Abbruch und „alles auf Null” wäre ein Vorschlag von www.sport-kreisunna.de, unter allen Bewerbern doch eine Aufstiegsrunde auszutragen. Wenn es Corona irgendwie zulässt – wobei die Gesundheitsvorsorge immer im Vordergrund stehen sollte. Der Sieger würde in die Regionalliga kommen. Das könnte mit Hin- und Rückspielen passieren – oder jeweils nur in einem Duell der Kontrahenten auf neutralem Platz. Eben, wo es die Corona-Verordnungen ohne größere Probleme zulassen. Ob mit oder ohne Zuschauer – auch das wäre alles möglich. Klar würde da nicht der aktuelle Tabellen- und Punktestand und nicht die Zahl der absolvierten Spiele berücksichtigt – wohl aber der Wille, in das Abenteuer Regionalliga aufsteigen zu wollen. Und es haben sich eh nur Vereine beworben, die sich den Aufstieg sportlich zutrauen und auch vor der Saisonunterbrechung „oben“ standen und die zudem sich alles genau, auch die finanziellen Aspekte, überlegt und durchgerechnet haben. Nicht zuletzt wäre es so eine sportliche Entscheidung.

Am Ende werden die Verbands-Juristen das letzte Wort haben

Ob die Saison abgebrochen wird, ob es Aufsteiger gibt oder nicht – all diese Punkte werden wohl die Juristen der Verbände entscheiden müssen. Alles andere wäre Spekulation – nur eine rechtskräftige Entscheidung kann zum guten Schluss Klarheit schaffen.

Auch Gütersloh hat sich beworben

Ebenfalls die Regionalliga-Lizenz beantragt hat bereits, sehr frühzeitig am 9. März, der FC Gütersloh. Erst Mittwochnacht um 24 Uhr steht dann fest, wer die Bewerber neben dem HSC und Gütersloh sind. In Frage kommen Westfalia Rhynern, TSC Sprockhövel, SC Aplerbeck, Kaan-Marienborn und RSV Meinerzhagen.

Professor Dr. Gerd Grube neuer Vorsitzender des Aufsichtsrates

Zudem hat der HSC-Aufsichtsrat mit Professor Dr. Gerd Grube einstimmig einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Dies war erforderlich geworden, da der bisherige Amtsinhaber Jenz Rother im Februar leider viel zu früh verstorben war.

Bildzeile: Am 11. Oktober 2020 jubelten die HSC-Fans das (vorerst) letzte Mal beim 3:2-Auswärtserfolg des HSC beim haushohen Meisterschaftsfavoriten RSV Meinerzhagen. Jetzt hat sich der HSC um die Regionalliga-Lizenz beworben.

 

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