Jannick Niessner und Benjamin Wolbert meistern ihr Langdistanz-Debüt in Roth

Jannick Niessner und Benjamin Wolbert meistern ihr Langdistanz-Debüt in Roth

Triathlon: Der längste Tag des Jahres, darauf hatten sich Jannick Niessner und Benjamin Wolbert vom Hartman Triathlon Team des TVG Kaiserau fast ein Jahr vorbereitet. Die Challange Roth gilt als der stimmungsvollste Langdistanztriathlon der Welt, genau der richtige Ort, um die Strecke von 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und 42,195km Laufen in Angriff zu nehmen. Für beide Athleten war es eine Reise ins Ungewisse, viel kann passieren bei so einer Strecke, Leidensfähigkeit braucht es bei dieser Distanz auf jeden Fall.

Um 6:30 Uhr fiel der Startschuss für die Profis in Roth, darunter der deutsche Weltmeister von 2015, Sebastian Kienle. Für Jannick Niessner ging es um 7:15 Uhr ins Wasser, zusammen mit 199 Sportlern in dieser Startgruppe. Der Kamener hatte sich im Vorfeld ein ambitioniertes Ziel gesetzt, möglichst nah an eine Zielzeit von 10 Stunden sollte es gehen, wenn möglich auch darunter. Das Schwimmen im Main-Donau Kanal brachte Niessner nach 1:07 Stunden hinter sich, ein solider Beginn. In der Wechselzone ging es darum möglichst schnell den Neoprenanzug auszuziehen und sich auf das Zeitfahrrad zu schwingen. Angefeuert von tausenden Zuschauern, sowie der eigenen Familie, versuchte Niessner ein konstantes Tempo anzuschlagen. Innerhalb der 2x zu absolvierenden 90km Runden gab es zahlreiche Stimmungsnester an der Strecke, die den Athleten neue Kraft gaben.

Mit einer Zeit von 5:16:37 Stunden (34,1 km/h im Schnitt) wechselte Niessner in die Laufschuhe, für den 25-jährigen Rookie lief in der zweiten Disziplin alles nach Plan. Um 13:45 Uhr begann dann für Niessner der letzte Abschnitt des Wettkampfs, ein kompletter Marathon trennte ihn nun noch von der Ziellinie. Beflügelt von der Stimmung ging der Kamener die ersten Kilometer forsch an, was sich im letzten Drittel des Marathons rächen sollte. So stoppte die Zwischenzeit beim Halbmarathon wie geplant exakt nach 1:45 Stunden, die zweite Hälfte absolvierte Niessner dann jedoch 7 Minuten langsamer, sodass am Ende eine Marathonzeit von 3:37 Stunden zur Buche stand. Der Frust über die verpasste Chance unter 10 Stunden zu bleiben währte jedoch nur kurz, zu groß war die Freude über das gelungene Debüt in der Königsdisziplin des Triathlons. Nach 10:08:48 Stunden überquerte Niessner freudestrahlend die Ziellinie im rother Triathlonstadion und belegte damit Platz 339 von knapp 3500 Startern.

Für Benjamin Wolbert ging es 30 Minuten nach Niessner auf die Strecke, die 3,8km im Kanal absolvierte der Dortmunder in 1:15 Minuten. Auch auf der Radstrecke lief es für Wolbert rund, Kilometer um Kilometer spulte der Langdistanznovize auf dem Zeitfahrrad ab. Ab Kilometer 110 wurde Wolbert jedoch durch einen Stich von einer Bremse in die Hüfte gezwungen, das Tempo etwas zu drosseln. Die Einnahme der windschnittigen Position auf dem Rad bereitete dem Triathlet Schmerzen, sodass er die letzten 70 Kilometer vorwiegend aufrecht fahren musste. Auf der abschließenden Marathonstrecke meldete sich dann Wolberts Magen zu Wort, jetzt galt es die Zähne zusammenzubeißen und trotz Problemen weiterzumachen. Das gelang dem Hartman-Tri mit Bravour. Ebenfalls von Freunden und Familienangehörigen unterstützt kämpfte sich Wolbert durch den Marathon und lief 12:25:32 Stunden freudestrahlend über die Ziellinie (Platz 1722).

Nicht so erfolgreich lief der Tag für André Lewald. Der erfahrene Langdistanzler hatte schon beim Schwimmen mit starken Schulterschmerzen zu kämpfen. Auf dem Rad wurden die Probleme nicht weniger, sodass Lewald nach ca. 100km das Rennen schweren Herzens aufgeben musste.

Bild: Benjamin Wolbert (li.) und Jannick Niessner beim Langdistanztriathlon in Roth.

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