IG Bönen bleibt im Krombacher-Kreispokal Oberliga-Schreck

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Fußball, Krombacher-Kreispokal, Achtelfinale: Holzwickeder SC (Oberliga Westfalen) – IG Bönen (Landesliga 4) 1:2 (1:0). Die IG Bönen, Lamdesliga-Aufsteiger, Pokalfinalist 2020 und erst im ltztjähriges Endspiel im August der Hammer Spielvereinigung knapp mit 0:1 unterlegen, bleibt auch beim diesjährigen Krombacher Kreispokal der Oberliga-Schreck.

Nachdem man in der 2. Runde Westfalia Rhynern mit 7:5 nach Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb geworfen hatte, besiegten die Bönener am Mittwochabend am Ende hochverdient den aktuellen Zweiten der Oberliga Westfalen, den Holzwickeder SC, in dessen „Wohnzimmer“, dem Montanhydraulik-Stadion, mit 2:1. Im Viertelfinale trifft das Team von Trainer Ferhat Cerci nun auf den A-Ligisten TuRa Bergkamen. Das Ergebnis klingt nach einer handfesten Sensation – ist es aber aufgrund der besonderen Umstände des Matches keinesfalls.

Axel Schmeing mit wahrer Rotations-Orgie

HSC-Trainer Axel Schmeing warf für die Pokalbegegnung die Rotationstrommel an – und das gründlich. Die Oberliga-Startformationen der letzten Spiele erhielten ihre wohlverdiente Pause – auch angesichts des Oberliga Top-Spiels am kommenden Sonntag gegen den RSV Meinerzhagen. Spieler des erweiterten Kaders der Ersten mit Aktiven aus der U 23 des HSC und der A-Junioren gingen die Aufgabe gegen die IG Bönen an. Auch die Auswechselbank war mit gerade drei Kickern mehr als „Corona-konform“ und höchst übersichtlich. Sibar Ibrahim, Sinan Türkmen und Philipp Schmidt hatten dort Platz genommen.

Ganz schneller Wirkungstreffer für den HSC

Die junge HSC-Truppe schlug sich in der ersten Halbzeit überragend. Gerade fünf Minuten waren gespielt, als sich Dario Biancardi fast am eigenen Strafraum den Ball schnappte. Über links zog er auf und davon und bekam allenfalls „Geleitschutz“ durch IG Bönen-Spieler. Am Strafraum der Bönener zog er unnachahmlich nach rechts und zog ab. Bönens Keeper Marcel Klemmer war noch am Ball, doch im Nachschuss war es erneut Biancardi, der zur ganz frühen Holzwickeder Führung vollendete. Das war ein echter Wirkungstreffer. Der Gast war sichtlich geschockt, kam nicht ins Spiel. Einzig Distanzschüsse brachten ein klein wenig Gefahr. Die beste Chance hatte Kapitän Bünyamin Uysal, doch sein wuchtiger Schuss ging knapp über die Latte (25.).

Tim Finkhaus kam über die rechte Seite, passte auf Dario Biancardi und der schaffte es dieses Mal nicht, Torhüter Marcel Klemmer zu überwinden (28.). Eine Minute später fand dann auch Tim Finkhaus selber seinen Meister in Marcel Klemmer (29.). Und wieder war es Tim Finkhaus, der in der 39. Minute einfach nicht genug Zielwasser getrunken hatte und denkbar knapp am langen Pfosten vorbeischoss.

Mit der knappsten aller Führungen, einem 1:0, ging es für den HSC in die Pause. Es war eine verdiente Führung für den Oberligisten, bei dem die zweite Reihe komplett überzeugt hatte. Die IG Bönen fand nach einer rund zweiwöchigen Corona-bedingten Pause nicht so recht ins Spiel, war ballverliebt, aber im Abschluss in der ersten Halbzeit harmlos. Die lange Fußballpause merkte man dem Team sichtlich an. Dem HSC bleibt vorzuwerfen, dass man gut und gerne 3:0 hätte führen können, ja müssen, aber nicht effizient genug vor der „gegnerischen Kiste“ war.

Zweite Halbzeit klare Sache für den Gast aus Bönen

Wie ausgewechselt kam die IG Bönen aus der Kabine. Das war nicht mehr die gleiche Mannschaft, die da auf dem Feld stand. Ein ganz anderes Auftreten zeichnete die Elf aus. Um es vorweg zu nehmen: Die Elf des HSC, die da zur zweiten Hälfte aufgelaufen war, enttäuschte komplett und war schlichtweg spielerisch, technisch und auch „vom Kopf her“ unterlegen. Beispiel gefällig? Gleich in der 46. Minute klingelte es im Kasten von HSC-Keeper Malte Hegemann. Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt aus Sicht des HSC traf Yasin Acar zum Ausgleich (46.). Es war der erste Angriff der zweiten 45 Minuten – und der saß. Nichts war im weiteren Verlauf des Spiels zu sehen von den in der ersten Halbzeit so gut aufspielenden Dario Biancardi, Tim Finkhaus oder auch Connor Riley McLeod, immerhin mit Einsätzen in der Ersten. Es drückte nur noch die IG Bönen. Und doch hätte es beinahe zur erneuten Führung für den HSC gereicht. Bönens Keeper Marcel Klemmer erlaubte sich einen Ausflug aus dem Strafraum und versuchte den Ball wegzuköpfen. Daraus wurde eine Bogenlampe, die irgendwie Tomislav Ivancic erreichte. Der hätte nur ins leere Tor einnicken brauchen. Stattdessen aber nahm er den Ball seelenruhig an, ging in einen Zweikampf mit einem Bönener Abwehrspieler und verlor den Ball. Nichts war es mit dem 2:1.

Darauf spielte ab sofort dann nur noch die IG Bönen. Angriff auf Angriff rollte auf das HSC-Tor zu. Malte Hegemann vereilte Chancen im Minutentakt. Xasin Acar visierte den Innenpfosten an – da hatten schon viele Zuschauer aus Bönen und die Bönener Spieler die Hände zum Jubeln hochgehabt (68). Das Tor für den Gast lag in der Luft – und fiel konsequenterweise auch. Emre Demir schoss es in der 75. Minute – das war überaus verdient.

Axel Schmeing: Gefühlte 800 Fouls in den letzten Minuten und das Gefühl, jetzt schon nach Hause gehen zu können

Was dann passierte war recht wenig. HSC-Trainer Axel Schmeing kommentierte das nach Abpfiff süffisant: „Das waren gefühlte 800 Foulspiele mit unzähligen Unterbrechungen und Diskussionen. Da hätte ich gut und gerne schon nach Hause gehen können.“ Es passierte, außer vielen gelben Karten, rein gar nichts mehr.

Und so pfiff nach fünfminütiger „Zugabe“ Schiri Max Conrad vom FC Overberge das Spiel ab. Die IG Bönen jubelte – und das zurecht. Doch so ganz unglücklich wird auch der HSC nicht sein: In den straffen Terminkalender mit englischen Wochen und dem Westfalenpokal ist kaum noch ein Zeitfenster für den Kreispokal frei. Und in den Westfalenpokal kann man dann auch noch wie folgt kommen: Platz 1 bis 6 reichen dafür – und bei einem 1. Platz und dem Aufstieg in die Regionalliga käme man sogar gleich in die erste DFB-Pokalhauptrunde. Aber das alles sind nur Träume. Ausgeträumt ist jedenfalls für den HSC der diesjährige Kreispokalsieg. Für den wiederum hat sich die IG Bönen in dieser Form eindeutig empfohlen und dürfte Favorit sein.

Trainerstimmen
Axel Schmeing (HSC): Die ersten 20 Minuten fand ich von uns richtig gut – dafür, dass wir noch nie so zusammengespielt haben. Wir hatten unfassbar dicke Chancen, die aber leider nicht genutzt. In der zweiten Halbzeit hat sich dann die individuelle Klasse der Bönener Spieler gezeigt. Wir wurden in der zweiten Halbzeit von Minute zu Minute schlechter. Daher ist der Sieg für Bönen nicht unverdient. Auch wenn es seltsam klingen mag angesichts der Niederlage und des Aus im Kreispokal: So ganz unzufrieden gehe ich heute dennoch nicht nach Hause. Es gab einiges Positives.
Ferhat Cerci (IG Bönen): Ich habe gar nicht so viele Hüte, wie ich heute vor meiner Mannschaft ziehen muss. Nach der langen Corona-Quarantäne-Pause und nur einer gemeinsamen Trainingseinheit am Dienstag, an der nicht mal alle teilgenommen haben, war das großartig. Ich habe ganz großen Respekt für diese Mannschaftsleistung. Auch wir haben nicht in Idealbesetzung gespielt, haben viele geschont und wie mit Arif Et auch mit angeschlagenen Spielern auflaufen müssen. Wir wussten, dass Holzwickede eine gemischte Mannschaft stellen würde. Aber fast dieses Team hatte ja vergangene Woche den Westfalenliga-Spitzenreiter Dröschede mit 2:0 geschlagen. In der zweiten Halbzeit war das von uns ein ganz dominantes Auftreten und ein Sieg, der komplett in Ordnung geht. Noch einmal: Respekt vor dieser, meiner Mannschaft.

HSC: Malte Hegemann, Justin Pfaff, Tomislav Ivancic, Connor Riley McLeod, Dario Biancardi (85. Philipp Julius Maximilian Schmidt), Mischa Mihajlovic, Brock Maurice Duffy (80. Sibar Ibrahim), Frauk Ünal, Tim Finkhaus (64. Sinan Türkmen), Maximilian Venos.
IG Bönen: Marcel Klemmer, Okan Güvercin, Arif Et (59. Ilker Algan), Bünyamin Uysal (80. Ügün Gümustas), Adem Cabuk (32. André Born), Yasin Acar, Ersin Kusakci, Almin Spahic, Emre Demir, Jesse Kuhn (46. Miguel Dotor-Ledo) Serhard Seyfullah Gün.
Tore: 1 : 0 Biancardi (5.), 1 : 1 Acar (46.), 1 : 2 Demir (75.).
Besondere Vorkommnisse: 9 x Gelb (4 x für HSC, 5 x für Bönen).
Schiedsrichter: Max Conrad (FC Overberge): sehr sicher.
Zuschauer: 100

Bildzeile: Nach seinem Armbruch im Kreispokalspiel der 1. Rundebeim Kamener SC dreht Ferdinand Franzrahe wieder seine Runden imMontanhydraulik-Stadion. Er kann in Kürze wieder mit einerSpezialschiene spielen – allerdings noch nicht am Sonntag inMeinerzhagen und auch nicht beim Nachholspiel am Donnerstag, 15.Oktober, gegen den SV Schermbeck.

Gute Nachricht von der „Verletzungs-Front“: Ferdinand Franzrahe wieder da und eifrig am Laufen

Eine ausgesprochen gute Nachricht gibt es vom noch verletzten Ferdinand Franzrahe. Er hatte sich im Pokalspiel beim Kamener SC einen Armbruch zugezogen. Vor dem Spiel gegen die IG Bönen drehte er , ohne Gips wieder eifrig seine Runden im Montanhydraulik-Stadion. Für ein Comeback gegen Meinerzhagen am Sonntag oder am Donnerstag im Nachholspiel gegen Schermbeck wird es allerdings wohl noch nicht reichen. Aber lange wird es bis zu einem Wiedersehen auf dem Platz mit dem sympathischen Spieler nicht mehr sei.

Wilde Terminhetze geht für den HSC weiter: Innerhalb von sieben Tagen gegen Meinerzhagen, Schermbeck und Herne

Bereits am Sonntag, 11. Oktober, geht es für den HSC mit einer Mammut-Aufgabe weiter. Gegner ist dann auswärts der Liga Top-Favorit RSV Meinerzhagen. Um 15 Uhr erfolgt der Anpfiff. Achtung: Es gibt keine Tageskasse. Tickets müssen im Vorfeld online bestellt werden: https://tickets.rsv-meinerzhagen.com/

Bereits am Donnerstag, 15. Oktober, läuft der HSC im Montanhydraulik-Stadion zum Nachholspiel gegen den SV Schermbeck auf. Anstoß ist um 19.30 Uhr. Am Sonntag, 18. Oktober, geht die Reise für den Holzwickeder SC dann an das Schloss Strünkede zu Westfalia Herne (15.15 Uhr).

Bildzeile: Begrüßung der Kapitäne Justin Pfaff (HSC) und Bünyamin Uysal (IG Bönen) unter den wachsamen Augen des Schiedsrichter Trios Max Conrad, Tim Schmidt und Yannick Iwersen.

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