HSC zum neuen Oberliga-Modus: „Können damit gut leben“

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Fußball: Der neue, allerdings einmalige Modus für die Oberliga Westfalen kommt beim Holzwickeder SC gut an. „Damit können wir sehr gut leben“, sagt HSC-Chef Udo Speer. Bereits bei einer Probeabstimmung im Rahmen einer Videokonferenz am Donnerstagabend hatte sich der HSC für eine einfache Hinrunde mit Mitnahme der gewonnenen Punkte in die anschließende Auf- und Abstiegsrunde ausgesprochen.

Resultat nach der Probeabstimmung der Oberliga Westfalen-Vereine: 10:10 (der TuS Erndtebrück fehlte entschuldigt). Für eine komplette Serie mit Hin- und Rückrunde, also 40 Spiele, hatten sich unter anderen der FC Gütersloh und die SG Wattenscheid ausgesprochen. Der Verbands-Fußballausschuss des FLVW musste daher entscheiden – und entschied auf eine einfache Hinrunde mit Auf- und Abstiegsrunde.

HSC kann dennoch auf 42 Pflichtspiele kommen

Allerdings warnten Udo Speer und HSC-Pressesprecher Lars Rohwer auch vor zwei Aspekten, die sich als Wasser im Wein erweisen könnten. Zum einen ist auch bei der neuen Regelung eine große Zahl von Saison-Pflichtspielen möglich. 20 Spiele Hinrunde, zehn in den Play-offs – das macht schon mal 30 Begegnungen. Dazu kommen im Idealfall jeweils sechs Spiele im Kreis- und Westfalenpokal – das wären dann 42 Spiele in einer Saison.

In den Play-offs droht theoretisch eine Vielzahl von Auswärtsspielen

Zum zweiten gibt es einen Punkt, der sich auf die Vereine negativ auswirken kann. So müssen Teams, die in der Hinrunde gegen einen anderen Club ein Heimspiel hatten, in der Auf- oder Abstiegsrunde bei diesem Gegner auswärts auf dessen Platz antreten. Das kann theoretisch dazu führen, dass ein Verein in den Play-offs kaum Heimspiele mehr hat. Das ist auch vor dem Hintergrund bitter, dass die Zuschauerzahlen in den entscheidenden Play-offs-Spielen naturgemäß viel höher sind als in einer Hinrunde, die zudem bis in die ungemütlichen und nasskalten November- und Dezembermonate gespielt wird.

Saisonwertung bei 50 Prozent ausgetragener Spiele

Der FLVW hatte ferner entschieden, dass im Falle eines Saisonabbruchs mindestens 50 Prozent der Spiele ausgetragen werden müssen, um die Spielzeit mit Auf- und Absteiger zu werten. Das wäre dann die Hinrunde mit ihren 20 Spielen.

Beginn: 29. August. Saisonende: 6. Juni 2022

Der erste Spieltag ist für den 29. August angesetzt. Bis zum 27. März sollen die 21 Hinrunden-Spieltage absolviert werden – zudem sind deutlich mehr potentielle Nachhol-Termine eingeplant. Nach zwei Wochen Pause sollen dann Auf- und Abstiegsrunde starten und in einer weiteren einfachen Runde die Saison zu Ende bringen. Der letzte Spieltag ist für den Pfingstmontag (6. Juni) angesetzt.

 Aufsichtsrat des HSC sprach sich für Lizenzantrag für die Regionalliga aus

Bei der Jahreshauptversammlung des HSC am Freitagabend wurde im Übrigen auch noch einmal auf die Diskussionen und die Bewerbungen des HSC. Aufsichtsratsvorsitzender Professor Dr. Gerd Grube betonte dabei, dass der Aufsichtsrat sich für eine Bewerbung um den Aufstieg und den Antritt in dieser vierten Liga im deutschen Fußball ausgesprochen hatte. „Wir wollten unseren Mitgliedern und der Region dieses Erlebnis bieten“, so Professor Dr. Grube. Es habe innerhalb des Aufsichtsrates Einigkeit darüber bestanden, dass jeder in seinem Umfeld nach möglichen Sponsoren und Förderern für das Projekt „Regionalliga“ Ausschau halten sollte. Ein „finanzieller Blindflug“ wäre das Thema „Regionalliga“ also nicht gewesen. Dennoch: „In diesem Jahr gilt es, an Erfolge anzuknüpfen, aber natürlich erst einmal, trotz Umbruchs und neuem Trainerteam, frühzeitig den Oberliga-Klassenerhalt sicher zu machen“, so Professor Dr. Grube.

Projekte und Paten

Klare Worte und Vorschläge fand Professor Dr. Gerd Grube auch zu Marketing- und Sponsoringaktivitäten sowie allen „Projekten, die den HSC weiter nach vorne bringen“. „Wer diesbezüglich Konzepte oder Ideen hat, der soll sich bei mir oder dem Vorstand melden. Wir werden diese Ideen dann gemeinsam besprechen und diesem Projekt einen verantwortlichen und kümmernden Paten zur Seite stellen“, so Prof. Grube. Wichtig wäre, dass diese Ideen und Projekte maßgeschneidert auf den HSC seien. „Mal so einfach von anderen Vereinen etwas zu kopieren und dann mit diesen Konzepten auf Sponsoring- oder Förderersuche zu gehen, das kann und wird nicht funktionieren“, so der Experte. Er verlangte ein ordentliches Projektmanagement – mit Paten-Unterstützung. Im Übrigen soll der aktuell achtköpfige Aufsichtsrat auf bis zu zehn Mitglieder aufgestockt werden – insbesondere mit Frauen, denn die sind in diesem Gremium bisher noch nicht vertreten.

Projekte und Projektmanagement auch als eigene, persönliche Visitenkarte

Eine entsprechende Mitarbeit in HSC-Projekten ist übrigens nicht nur von Vorteil für den HSC. Auch bezüglich Netzwerkaufbau und der eigenen Berufsausrichtung kann Projektarbeit und vor allem Projektideen und einem aufgesetzten Projektmanagement hilfreich sein. Professor Dr. Gerd Grube hat so exzellente Kontakte in Hochschul- und Wirtschaftslandschaft. Mit Marcel Duwe absolviert gerade ein bekannter und ungemein engagierter Spieler der „Ersten“ ein Praktikum beim „Prof“. All das „schadet“ einer Karriere, abseits des Fußballplatzes, sicherlich nicht. Und der HSC profitiert am Ende ebenfalls.

Bildzeile: Professor Dr. Gerd Grube ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender des Holzwickeder SC und damit Nachfolger des verstorbenen Alt-Bürgermeisters Holzwickede, Jenz Rother.

 

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