HSC zieht mit ungefährdetem 3:0-Auswärtssieg in Herringen ins Krombacher Kreispokal-Halbfinale ein

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Fußball, Viertelfinale Krombacher-Kreispokal: SVF Herringen 03 – Holzwickeder SC 0:3 (0:1). Mit dem Landesligisten IG Bönen und dem Bezirksligisten Königsborner SV hatte der aktuell Sechste der Kreisliga A1, SVF Herringen, in den Runden zuvor bereits zwei namhafte Gegner ausgeschaltet. Oberligist Holzwickeder SC aber ließ sich durch den vier Klassen tiefer spielenden SVF nicht überrumpeln und siegte im Viertelfinale des Krombacher Kreispokals am Mittwochabend klar und verdient mit 3:0.

Der Sieg der Holzwickeder hätte höher ausfallen können, denn neben vielen guten Chancen hatte die Woller-Elf auch mit gleich drei Aluminiumtreffern viel Pech. Zwei Wermutstropfen aber gab es dann doch für den HSC: Abwehrspieler Moritz Müller musste bereits nach elf Minuten das Feld verlassen, da er Probleme mit dem linken Oberschenkel, der „zumachte“, hatte. Es droht ein Ausfall im Meisterschaftsspiel am kommenden Sonntag zuhause gegen die Sportfreunde Siegen. Und auch ein weiterer „Defensiver“ verletzte sich: André Schneider wurde ebenfalls mit Oberschenkelproblemen zur Halbzeit ausgewechselt.

SVF zunächst stark in der Defensive – erarbeitete sich aber auch vier Ecken

Der SVF verbaute erst mal den eigenen Strafraum. Philipp Gödde scheiterte mit einem Kopfball an Keeper Dominik Kloß (9.). Ensar Selmanaj, der viel über die rechte Seite kam und mächtig wirbelte, schoss über das Tor (21.). Dann meldete sich auch Herringen ins Spiel an. Justin Faust fand in HSC-Keeper Henrik Dißelhoff seinen Meister, der den Schuss gut parierte (25.). Der A-Ligist war plötzlich viel aktiver in der Vorwärtsbewegung und erarbeitete sich immerhin vier Ecken bis zur Halbzeit, die aber alle verpufften.

Der HSC spielte recht gefällig und hatte dann innerhalb kürzester Zeit dreimal Riesenpech. Ensar Selmanaj, Philipp Gödde und dann auch noch Tomislav Ivancic trafen zwischen der 26. und 34. Minute den Pfosten oder die Latte. Das Tor für den Favoriten lag in der Luft – und es fiel. Maurice Majewski, der für Moritz Müller ins Spiel gekommen war, bediente Ensar Selmanaj auf der rechten Seite. Der sah in der Mitte Philipp Gödde, der aus kurzer Distanz zum 1:0 vollstreckte (35.). Erleichterung bei den ganz in Grün gekleideten Gästen, die mit dieser Führung in die Kabine gingen.

Zwei Traumtore durch Ivancic und Böcker machten in Halbzeit zwei alles klar

Der HSC wollte nach dem Pausentee gleich nachlegen. Tomislav Ivancic legte sich zu einem Freistoß aus 25 Metern den Ball zurecht, lief an und traf exakt in den aus seiner Sicht rechten unteren Winkel. Ein toller, schöner Treffer, der das Spiel in der 53. Minute vorentschied. Hendrik Böcker dribbelte sich dann schön durch die längst müde gewordene SVF-Abwehr und knallte den Ball aus rund zwölf Metern in den linken oberen Winkel – auch das sah sehr ansehnlich aus. Es blieb beim 3:0 und dem Einzug in das Halbfinale für den Holzwickeder SC. Weiter geht es im Frühjahr 2022 – und wie Marc Woller betont, möchte er den Pokal schon gerne gewinnen.

Bildzeile: Bastelstunde beim HSC. Da Lavdrim Yusufi sein Trikot nicht finden konnte, musste er das Dress des ausgewechselten Mthieu Bengsch überstreifen – und aus der „11“ wurde mit viel Tape und Geschick eine „17“.

Es durfte auch geschmunzelt werden

Doch auch der Humor kam an diesem Mittwochabend nicht zu kurz – wenn man nicht direkt betroffen war. Da waren Leon Gensicke und Dario Markovski, beides angeschlagene Spieler des HSC, wobei Gensicke aber bereits wieder Runden um das Spielfeld absolvierte – wie auch in den letzten Spielen. Beide hatten nur ein Problem: Sie kamen nicht mit der Mannschaft und zu spät. Erbarmungslos der Herringer Kassierer: Vier Euro waren für jeden der Beiden fällig. Wer zu spät kommt, den bestraft eben der Schatzmeister.

Und dann war da noch der Auftritt von Lavdrim Yusufi. Der sollte für Philipp Gödde eingewechselt werden, fand aber partout sein Trikot nicht. Also musste er das durchschwitzte Dress des kurz zuvor ausgewechselten Mathieu Bengsch mit der „11“ überstreifen – was aber Schiri Lukas Sauer regelkonform unterband. Also wurde am Spielfeldrand gebastelt und geklebt – und aus der „11“ wurde mit einem schönen Querbalken aus Tape die „17“. Einen Schönheitspreis gab es für diese Arbeitskleidung nicht – aber immerhin stand ja als „Preis“ am Ende das 3:0.

Trainerstimmen
Sven Pahnreck (Herringen): Wir haben gut verteidigt, schön die Räume dicht gemacht. Am Ende hat sich die individuelle Klasse von Holzwickede durchgesetzt. Ich wünsche Marc, meinem Freund aus Rhynern-Zeiten, dass er jetzt auch den Pokal gewinnt. Er hat es verdient.
Daniel Frieg (Co-Trainer HSC): Wir wollten heute den nächsten Schritt machen. Das ist uns auch gelungen. Auch im Ligaspiel in Hamm haben wir eine Stunde gut gespielt, dann aber stark nachgelassen. Wenn es uns gelingt, 90 Minuten konsequent zu bleiben und Einsatzwillen zu zeigen, können wir auch wieder in der Meisterschaft gewinnen – und am Besten gleich am Sonntag gegen Siegen.

SVF Herringen: Dominik Kloß, Marvon Krause, Simon Brömmelhaus, Justin Faust (78. Marc Hayduk), Boris Djomo Njipmo (78. Gökhan-Melih Yavuz), Philipp Hayduk, Eduard Lorengel, Marvon Herkt, Jan-Philiipp Faros, Marcel Rafalski, Blerton Jashari (68. Necati Bacak).
Holzwickeder SC: Henrik Dißelhoff, Moritz Müller (11. Maurice Majewski), Til Busemann, André Schneider (46. Fabian Jenusch), Philipp Gödde (68. Lavdrim Yusufi), Marcel Duwe, Mathieu Bengsch (62. Henri Böcker), Robin Schultze, Ensar Selmanaj, Tomislav Ivancic, Lucas Arenz.
Tore: 0:1 Gödde (35.), 0:2 Ivancic (53.), 0:3 Böcker (72.)
Schiedsrichter: Lukas Sauer (TuRa Bergkamen)
Zuschauer: 100.

 Bildzeile: Die beiden Kapitäne, Eduard Lorengel (Herringen, links) und Robin Schultze (HSC, rechts) bei der Begrüßung vor dem Anpfiff. Geleitet wurde das Spiel von Lukas Sauer (mit seinen Assistenten Julian Siepmann und Paul Schütte), der keine Probleme mit den Akteuren auf dem Feld hatte und souverän agierte.

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