HSC will reiche Ernte gegen „runderneuerten“ TuS Erndtebrück einfahren

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Fußball: Oberliga Westfalen: Holzwickeder SC – TuS Erndtebrück (Sonntag, 4. Oktober, 15 Uhr, Montanhydraulik-Stadion, Jahnstraße 7, Holzwickede). Der am Donnerstagabend spielfreie HSC ist die Tabellenführung erst mal wieder an den FC Gütersloh (15 Punkte) los und aktuell mit zwölf Zählern Dritter hinter dem Zweiten, Sprockhövel (15 Punkte).

Aber das ärgert weder Team noch Trainer Axel Schmeing. Im Gegenteil: „Wir haben in der Oberliga Westfalen mit die bescheidensten Möglichkeiten. Daher wird hier keiner angesichts der optimalen Punkteausbeute von zwölf Zählern aus vier Spielen abheben oder gar überheblich werden. Da würde ich dann auch sofort dazwischengehen. Der Kader ist bei über 40 Spielen, dazu noch der Pokal, nicht so breit aufgestellt, dass wir oben angreifen können. Es geht darum, Punkte gegen den Abstieg zu erkämpfen – was bei mindestens fünf, wahrscheinlich aber sechs oder sieben Absteigern nicht leicht, ja sogar kompliziert werden wird.“ In jedem Fall möchten seine Elf und er eine historische Serie ausbauen. Noch nie in seiner Chronik hat der HSC oder der frühere HSV fünfmal hintereinander in der Oberliga gewonnen. In diesem Jahr ist das nun saisonübergreifend bereits geschehen – und es soll am Sonntag der sechste Dreier in Folge gegen den TuS Erndtebrück her.

HSC mit guter Heimbilanz gegen Erndtebrück

Naturgemäß werden die Siegerländer aus dem 110 Kilometer entfernten Pulverwaldstadion einiges gegen sie Siegpläne des HSC haben. Dreimal standen sich beide Mannschaften in der Oberliga gegenüber. Zuletzt gab es im Montanhydraulik-Stadion ein 7 : 1 (17. November 2019) und ein 4 : 3 (27. März 2019). Auswärts setzte es für Holzwickede am 12. September 2018 im Pulverwaldstadion ein 0 : 1.

16 Neue bei Erndtebrück – aber der Motor stottert noch

Am Donnerstagabend unterlag der TuS Erndtebrück im heimischen Pulverwaldstadion dem Topfavoriten RSV Meinerzhagen nach Toren von Til Baumann (5.) und Nik Kunkel (37.) mit 0 : 2. Für einen Sieg kamen die Siegerländer nie in Frage, auch wenn Trainer Stefan Trevisi nach Abpfiff gar nicht so unzufrieden mit der Leistung seiner Elf war. Es war insgesamt eine eher durchwachsene Saison. In Herne gewann man mit 2 : 1, gewann zuhause gegen Clarholz 2 : 1, unterlag in Haltern mit 0 : 1 und verlor zuhause gegen Siegen mit 0 : 1. 16 Neue hatte man sich zur neuen Spielzeit gegönnt. Das war auch bitter nötig, denn in der vergangenen Spielzeit belegte der TuS bis zum Saisonabbruch nur den vorletzten Rang in der Oberliga Westfalen und wäre mit ziemlicher Sicherheit in die Westfalenliga abgestiegen.

Guter Sechser, zwei starke Außen und Rückkehr von Kapitän Admir Terzic

Es wäre fatal, Erndtebrück mit der Truppe der Vorsaison oder angesichts der mäßigen bisherigen Ergebnisse zu beurteilen. Mit Sosuke Fukuchi hat man nun einen sehr guten Sechser und mit Ahmad Ibrahim und Abbas Attia zwei starke Außenspieler. Dazu kommt vorne im Sturm mit Tim Schrage, Neuzugang von Finnentrop-Bamenohl ein klassischer Stürmer – gegen Meinerzhagen fehlte er allerdings verletzungsbedingt wie auch Ardian Kameraj, Din Alajbegovic und Benedikt Brusch. Ganz wichtig für den TuS ist auch das Comeback von Kapitän Admir Terzic, der über 80 Minuten am Donnerstagabend das Spiel deutlich belebt hatte. Ein Rezept gegen Erndtebrück könnte die doch sehr sichtbare Anfälligkeit bei Standards beim TuS sein. Auch in der Rückwärtsbewegung passte es in den letzten Spielen noch nicht so recht, wie auch insgesamt in der Offensive. Dennoch: „Der TuS ist nicht zu vergleichen mit der Mannschaft des Vorjahres. Wir müssen wieder 100 Prozent abrufen, die Zweikämpfe früh und sportlich-aggressiv annehmen und werden große Effizienz in der Offensive zeigen müssen“, so Axel Schmeing mit einigem Respekt vor dem sonntäglichen Gegner.

Zweiter HSC-Anzug sitzt – doch reicht das?

Die zweite Garnitur des Holzwickeder SC, bestehend aus Aktiven der U 23, der A-Junioren und Spielern aus dem erweiterten Kader der Ersten mit bislang wenig Spielpraxis gewann beim Westfalenliga-Spitzenreiter, FC Borussia Dröschede, mit 2 : 0, konnte dabei eine Halbzeit komplett überzeugen und legte große Effizienz beim Toreschießen an den Tag. Doch Langzeitverletzte wie Philip Gödde, Joshua Heinrichs, Til Busemann oder Robin Rosowski (Auslands-Praktikum) sind nicht so einfach zu ersetzen. „Wir werden versuchen, unsere Ausfälle auch in den nächsten Spielen bestmöglich zu kompensieren“, so HSC-Trainer Axel Schmeing. Dazu kommen Spieler wie beispielsweise Tomislav Ivancic, Connor Riley McLeod oder auch Maximilian Venos, Tim Finkhaus, Justin Pfaff oder Lavdrim Jusufi, die immer für einen Einsatz in der Oberliga in Frage kommen.

Enis Delija wieder dabei

Einer der überragenden Spieler der letzten Wochen wird gegen den TuS Erndtebrück wieder im Kader sein. Enis Delija war beim Donnerstagabend-Training wieder dabei und sprühte so vor Ehrgeiz. Er hatte im Spiel gegen Haltern einen Schlag gegen das Knie bekommen und musste gegen Clarholz passen.

Tolle HSC-Torausbeute mit durchschnittlich 3,25 Treffer pro Spiel

Ihre Freude haben die Fans an der aktuell effizienten Torausbeute und der tollen Form und Treffsicherheit von Sebastian Hahne und Nico Berghorst – aber auch von weiteren Spielern. Über 3,25 Treffer durchschnittlich pro Spiel sind eine tolle Torausbeute.

Start in den stressreichen Monat Oktober

Sehr ankommen wird es bei Spielen und Trainings nun auf die richtige Dosierung. Traditionell ist der Oktober ohnehin ein Monat, mit vielen Spielen – in diesem Jahr, auch durch Corona, wird es sehr kompliziert mit englischen Wochen. Achtmal müssen die HSC-Kicker die Fußballschuhe für den Wettkampf schnüren: sechsmal in der Oberliga, einmal im Kreis- und einmal im Westfalenpokal. Nach Erndtebrück steht das nächste Match bereits vor der Tür: Am kommenden Mittwoch, 7. Oktober, geht es um 19 Uhr im Montanhydraulik-Stadion im Achtelfinale des Krombacher Kreispokals gegen den Landesligisten IG Bönen.

Bildzeile: In der letzten, abgebrochenen Saison 2019/20 deklassierte der HSC den TuS Erndtebrück im Montanhydraulik-Stadion (hier eine Szene aus dem Spiel mit Lennart Uedickoven) mit 7:1. Die Siegerländer wären als Vorletzter eigentlich sportlich abgestiegen – blieben aber wegen der Corona-Regelungen in der Oberliga. Inzwischen haben sie sich mit gleich 16 neuen Spielern qualitativ verstärkt.

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