HSC will es am kommenden Sonntag gegen weitere Profi-Zweitvertretung besser machen

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Fußball: Nach zwölf Spielen in Meisterschaft und Testbegegnungen ohne Niederlage hat es am Sonntag den Oberligisten Holzwickeder SC „erwischt“. Durch das 2 : 3 bei der Reserve des SC Paderborns II (U 21) stürzte der HSC auf Platz 9, hat aber weiterhin 14 Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz und den Vorteil zweier Nachholspiele in der Hinterhand.

Baustelle: besser zuhören und Trainerplan auch verfolgen und umsetzen

Nach zwei Spielen in diesem Jahr in der Oberliga und möglichen sechs Punkten haben die Holzwickeder gerade mal einen Zähler auf dem Konto. Von der Gesamt-Punktezahl sieht es sehr ok aus. „Dennoch sehe ich viele Punkte, an denen wir hart arbeiten müssen, um nicht am Ende doch noch dort hineinzurutschen. Wo es keiner will“, sagt HSC-Coach Axel Schmeing. Eine Baustelle: „Wir haben einen Plan erarbeitet, wie wir den SCP schlagen können. Bei der Vorstellung dieses Vorhabens hat aber wohl niemand richtig zugehört“, monierte der Erfolgs-Coach. Zwar sei das 1 : 0 durch Nico Berghorst nach Pass von Robin Rosowski nach gerade mal zehn Sekunden (!) ein Top-Start gewesen. Doch was dann kam, waren „eigene Interpretationen“, wie man denn im rund 115 Kilometer von Holzwickede entfernten Leistungszentrum der Paderborner über die Runden kommen wollte. Das Unheil kommen sah von den Spielern als Erster Marcel Reichwein, der immer wieder seine Kollegen anfeuerte und auch in engem Meinungsaustausch mit dem HSC-Trainer-Trio Axel Schmeing, Marcel Greig und Florian Bartel stand. Aber auch der Ex-Profi selber setzte erneut wenig Akzente und strahlte, wie seit Wochen, wenig Torgefahr aus.

Malte Hegemann: dreimal „Kreisklasse“ – zweimal großartig

Dann kam eine Leistung des jungen Torhüters Malte Hegemann an diesem Sonntagnachmittag, die schlichtweg nicht gut genug für die Fünfte Liga war. Zwar hielt er zwei Bälle gerade zum Schluss in toller Manier. Doch das konnte seine drei Patzer bei allen drei Gegentoren nicht mehr in einem besseren Licht scheinen lassen. Damit wird im kommenden Spiel am Sonntag, 8. März, erneut bei einer Zweitvertretung, nämlich die des SC Preußen Münster II, wohl wieder Kevin Beinsen eine Chance bekommen – wenn er wieder genesen ist und es mit seinem Beruf vereinbaren kann. Beinsen musste nämlich am Sonntag gegen Paderborn krankheitsbedingt passen. So saß Robin Golisch aus der Zweiten auf der Reservebank.

Antony Evans vom FC Everton machte den Unterschied

In Paderborn gingen und gehen natürgemäß die Uhren etwas anders. Trainer Michel Kniat: „Wir trainieren jeden Tag auf dem Kunstrasenplatz. Wir kennen das Geläuf damit in und auswendig. Die Truppe mit einem Durchschnittsalter von 19 Jahren will etwas erreichen und sich für höhere Aufgaben empfehlen. Damit sind die Voraussetzungen, auch angesichts der großartigen Möglichkeiten des Leistungszentrums unweit der Benteler-Arena ganz anders als in Holzwickede oder anderen Vereinen der Oberliga“, so Kniat. Stellvertretend nannte er den 21-jährigen Antony Evans. Der Spieler mit der Nummer 22 kam in der Winterpause vom Premier League-Club FC Everton, war bereits Junioren-Nationalspieler und schoss nicht zufällig das 3 : 2 per Freistoß – auch wenn Malte Hegemann hier wieder nicht aussah.

Erste und Zweite des HSC mit Parallelität: Beide verpennen erste Halbzeiten

Eine Besonderheit verbinden die Oberliga-Elf und die Bezirksliga-Mannen des HSC. Am Sonntag verpennten sie wieder mal eine komplette Halbzeit – dieses Mal waren es die ersten 45 Minuten. „Eine Konzentration über volle 90 Minuten ist doch nicht zu wenig verlangt“, bemängelte Schmeing die Einstellung.

Marcel Duwe und René Richter in der Reserve

Erneut halfen zwei Akteure der Ersten am Sonntag beim HSC II aus. Auch sie konnten allerdings die 1 : 2-Heimniederlage gegen RW Germania Dortmund nicht verhindern, hatten beide aber jeweils eine hundertprozentige Möglichkeit, „einzunetzen“.

HSC-Fans unermüdlich

Erneut fuhren begleiteten zahlreiche HSC-Fans das Team im Mannschaftsbus zum SCP II. Eine reine Freude war für sie das Ambiente nicht. Klar, der Platz war in einem Top-Zustand, die Umkleiden Sitze – aber für Freunde des gepflegten Fußball-Ambiente war das nichts. Schön, dass wenigstens kein Eintritt genommen wurde. Ein winziger Aufenthaltsraum vermittelte auch nicht unbedingt Atmosphäre – aber dafür gab es fast alles für einen Euro. Alkohol wurde übrigens nicht ausgeschenkt – muss ja auch nicht sein, ist aber in der Liga sicherlich ein Novum. Und dass es windig, zugig und eiskalt war, machte den Nachmittag auch nicht unbedingt zu einem echten Glücksmoment.

Es geht gleich weiter mit dem Duell gegen eine Profi-Zweitvertretung

Am kommenden Sonntag um 15 Uhr kann es der HSC gegen eine Profi-Zweitvertretung besser machen. Auf dem Kunstrasenplatz der „Provinzial Youngstars Arena“ neben dem Hauptstadion geht es gegen den SC Preußen Münster II. Auch da kann der HSC wieder auf Profis treffen, denn die Erste, die in der Dritten Liga als 18. in höchster Abstiegsgefahr schwebt, spielt bereits am Samstag, 7. März, im ganz entscheidenden Abstiegsduell bei Viktoria Köln. Immerhin siegte das Team am Montagabend mit 1 : 0 gegen den Aufstiegskandidaten Hansa Rostock. Der SCP II selber zeigte am Sonntag beim 4 : 3-Erfolg in Herne und auch beim Hinspiel-Sieg beim HSC, was er zu leisten in der Lage ist.

Bildzeile: „Kommt mal zusammen“. Mitte der ersten Halbzeit nutzte HSC-Coach Axel Schmeing eine Verletzungspause eines Spielers, um seine Mannen neu einzustellen. Deutlich besser wurde es aber erst in der zweiten Hälfte nach einer deutlichen Kabinenansprache.

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