HSC-Vorsitzender Udo Speer feiert heute 60. Geburtstag – Interview

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Fußball: Udo Speer, 1. Vorsitzender des Fußball-Oberligisten Holzwickeder SC, feiert am heutigen Samstag (21. November) seinen 60. Geburtstag. SKU hat sich mit dem Jubilar in seiner Rechtsanwaltskanzlei getroffen und führte ein ausführliches Interview. Dabei waren die Themen natürlich der HSC – Fußball und Gesundheitssport – unter vielerlei Gesichtspunkten, das Ehrenamt und am Ende auch die Pandemie mit ihren Auswirkungen für den Verein.

Hallo Udo Speer, Sie feiern am Samstag Ihren 60. Geburtstag. Zunächst unser Glückwunsch dazu an dieser Stelle. 60 Jahre, ist das ein besonderer Geburtstag, ein besonderer Tag in Ihrem Leben? Wie ordnen Sie den Tag ein?
Udo Speer:
Dass die 60, also die sechs jetzt in meinem Lebensjahrzehnt steht, das ist das Besondere. Ansonsten möchte ich weiterhin positiv ins Leben schauen, nicht zurückschauen. Man hat ein Drittel seines Lebens ja hoffentlich noch vor sich.

Wie werden Sie diesen 21. November, Ihren Geburtstag, begehen?
Udo Speer:
Aufgrund der Pandemie ist das sicherlich nicht groß möglich, sonst hätte ich möglicherweise im Stadion, an frischer Luft, mit möglichst vielen Leuten gefeiert. Aber die Pandemie lässt das halt nicht zu. Mein Trost, man kann ja auch noch mit 60 plus eins feiern.

An einem solchen Tag macht man sich wohl auch Gedanken über sein Leben. Eine Bestandsaufnahme und gleichzeitig auch Zukunftsplanung, privat wie sportlich?
Udo Speer:
Beruflich, um das vorweg zu sagen, macht mir die Arbeit als Rechtsanwalt Spaß und ich weiterarbeiten kann. Hier setze ich mir kein Zeitlimit. In der Selbstständigkeit ist man auch auf der Suche nach einem Partner, der das Büro absehbar weiterführen kann. Das wäre natürlich gut, wenn man da jemanden finden würde.
Privat wünsche ich mir weiterhin Gesundheit. Man sollte da von Tag zu Tag das Leben genießen.
Und sportlich als Vorsitzender des HSC ist die Zeit in der Pandemie für den Verein, aber gerade für die Kinder schlecht, weil die sportlichen Aktivitäten eingeschränkt sind. Ich glaube, dass wir mit unserem Hygienesystem, Kontakverbot und Abstandsregeln – das haben übrigens auch andere Vereine gut gemacht – , aus meiner Sicht schon eine Lockerung hätten herbeiführen können. Ich glaube, die Ursache der Pandemie liegt nicht im Sportbereich.

Zu Ihrem sportlichen Werdegang
Udo Speer
: Früher in Holzwickede war es katholisch und evangelisch getrennt. Da ich evangelisch geboren und auch so erzogen worden bin, bin ich beim HSV groß geworden. Mit dem Vater von Mirco Gohr, Ralf Dreier, Karl Reimann und einigen anderen war ich in einem Jahrgang, mit denen habe ich viel gekickt. Mit acht, neun Jahren sind wir dann zum HSV gegangen. Jugendleiter war damals Manfred Pies, ein exzellenter Jugendtrainer. Er hatte besonders die Menschenführung gut drauf. Dann musste ich mit 16, 17 Jahren die Entscheidung treffen, wie auch viele andere Jugendliche, die nach Sölde gegangen sind, beim HSV zu bleiben oder wegzugehen. Da bekam ich das Angebot von Horst Rabe, dem damaligen HSV-Obmann, mit der 1. Mannschaft mittrainieren zu können und in den Oberliga-Kader reinzurutschen. Da durfte ich die alten Cracks, die 1976 Deutscher Amateurmeister geworden sind, kennenlernen und auch sehr viel dazulernen.

Sie haben aber dann den HSV verlassen. Warum?
Udo Speer: Bis zum 21. Lebensjahr habe ich beim HSV gespielt. Aus meiner Sicht hat der HSV damals die Jugendspieler nicht so gefördert, wie ich mir das gewünscht hätte. Da hat der Verein mehr auf auswärtige Spieler gesetzt. Ich bin zum TuS Hemmerde gewechselt und habe dort fünf wunderschöne Jahre verbracht. Ich habe dort gespielt, bis ich das erste Staatsexamen gemacht habe. Ein weiteres Jahr habe ich noch beim SuS Lünern verbracht unter Hansi Woköck. Dann stand das zweite Staatsexamen in Jura an, der Beruf im Vordergrund. Viele Mitspieler sind zum SV Opherdicke/Westfalia Holzwickede (SG Holzwickede) gewechselt. Die haben mich gefragt, ob ich nicht auch kommen würde. Ihr Lockruf: Einmal die Woche trainieren und sonntags spielen, das müsste doch drin sein. Um fit zu bleiben, habe ich das auch angenommen. 1987 bin ich dann bei der SG Holzwickede gelandet, habe dort gespielt.

Bildzeile: Zunächst rückte Udo Speer als 2. Vorsitzender in den HSC-Vorstand ein.

Sie sind im April 2019 zum 1. Vorsitzenden des Holzwickeder SC gewählt worden. Was hat sie zu dieser Amtsübernahme bewogen?
Udo Speer:
Ich komme von HSV. Rolf Unnerstall, der den HSV lange als 1. Vorsitzender geführt hat, war ein alter Westfalia-Spieler und dann HSVer. 1990 war ein Zusammenschluss SGH/HSV schon einmal zwischen uns ein Thema. Wir verblieben so, dass wenn es doch mal zu einem Zusammenschluss der Vereine kommen würde, wir beide dann mitmachen würden. 2015 hat es geklappt. Aus der SGH und dem HSV wurde der Holzwickeder SC. Vorher hatte die Jugend schon eine Spielgemeinschaft gebildet. Rolf und ich sind in den Aufsichtsrat gegangen. Karl Lösbrock wurde 1. Vorsitzender. Er musste aus beruflichen Gründen sein Amt niederlegen. Sebastian Benett  folgte ihm. Da hat er mich gebeten, ihn zu begleiten als 2. Vorsitzender, weil ich die Strömungen beim HSV und der SGH ja kannte. Das habe ich begleitend getan.

Konkret,  was hat sie zu der Amtsübernahme bewegt?
Udo Speer:
Ich komme vom Fußball. Es geht hier um Mannschaftssport, wo das soziale Verhalten wichtig ist. Das lernt man halt in der Mannschaft. Man lernt zusammen zu verlieren, gemeinsam zu gewinnen. Wenn einer einen Fehler macht, dann schlägt das auf die gesamte Mannschaft über und versucht den gemeinsam auszubügeln. Man kann auch sehr viel für seinen beruflichen Werdegang, für das Leben mitnehmen. Das hat mich dann bewogen, den Vorsitz anzutreten. Ich glaube auch gerade in unserer Zeit durch die technischen und sozialen Medien, dass da immer mehr abgeschottet wird. Der Sport kann da sehr wichtige Verbindungen herstellen. Schließlich wurde ich 1. Vorsitzender. Ich kann schlecht Nein sagen. Ich bat mir aber aus, meine Vorstandsmannschaft zu benennen. Allein kann man einen Verein in der Größenordnung des HSC ohnehin nicht führen. Aufgaben müssen schließlich verteilt werden.

Bildzeile: Versammlungsleiter Gerd Kolbe gratuliert Udo Speer zur Wahl zum 1. Vorsitzenden.

Sie haben sicherlich mit gewissen Vorstellungen ihr Amt angetreten. Konnten sie bereits einiges bewirken, was ist noch zu tun?
Udo Speer:
Allen voran steht natürlich der sportliche Erfolg. Der ist eingetreten mit dem Aufstieg der 1. Mannschaft in die Oberliga. Auch die Ergebnisse zuletzt waren konstant und gut. Man sollte nie den Status quo als zufriedenstellend ausgeben, aber ich glaube, dass wir uns im Fußball wirklich sehen lassen können. Im Gesundheitssport läuft es ebenfalls. Das Sportforum gehen wir an, Sport für die Bevölkerung in Holzwickede zu machen.  Die Jugendabteilung ist mit 18 Mannschaften ebenfalls gut aufgestellt. Aber auch da müssen wir den Spagat schaffen zwischen Leistung, sprich Zuführung in den Seniorenbereich Oberliga und Bezirksliga, und natürlich nicht den Breitensport im Fußball dabei vergessen. Dafür sind wir aufgestellt. Wir wollen in Holzwickede ein Familienverein sein. Alle sollen was finden können, im Fußball, Gesundheitssport, Radsport und im Jugendbereich. Da gibt es sicherlich sehr viel Arbeit. Da wünsche ich mir natürlich Unterstützung und Hilfe von Leuten, die einfach Interesse daran haben.

Ist die Fusion, die seit dem 1. Juli 2015 Bestand hat, in allen Bereichen vollzogen?
Udo Speer:
Ich glaube, dass über 90 Prozent unserer rund 1700 Mitglieder der Ansicht sind, dass die Fusion gelungen ist. Beim HSV war es anfänglich die Befürchtung, da kommt eine Radsportabteilung, eine Hobbygruppe, die dann beim HSC bestimmen wollen. Bedenken bei der SG, dass da der große HSV kommt und nur die 1. Mannschaft zählt. Wenn man das aber heute, fast fünf Jahre weiter bewertet, auch vom Vorstand, der für alle Abteilungen da ist, dann war die Fusion ein Glücksfall, ist ein Glücksfall.

Der HSC ist ein Mehrspartenverein. Ist das so noch weiter zu händeln, Schwerpunkt Fußball, Gesundheitssport sowie auch Rad- und Highland-Sport?
Udo Speer:
Wenn man die Abteilungsleiter dazu hat, die das verantwortlich machen und mit denen auch vernünftig kooperiert, dann ist das sicherlich weiterhin machbar. Manchmal ist es von der Masse nicht einfach, aber ich glaube, dass alles eine Frage der Aufteilung und der Strukturierung eines Vorstandes ist. Wir werden zur nächsten Jahreshauptversammlung eine Neustrukturierung des Vorstandes vornehmen, was die Aufgabenbereiche angeht.

Sie sprachen vom Sportforum, das ins Leben gerufen werden soll in Holzwickede. Was muss man sich darunter vorstellen?
Udo Speer
: Mit dem Sportforum wollen wir allen Holzwickeder Bürgern, auch unseren Mitgliedern, für alle Bereiche, die wir jetzt schon im Gesundheitssport, Reha- und Präventiv-Maßnahmen abdecken, die Möglichkeiten geben, Sport individuell in Kursen ausüben zu können. Es ist ja nicht nur in Holzwickede so, sondern auch in anderen Kommunen, dass der Sport kaum in den Vormittagsstunden ausgeübt werden kann. Bis 16 Uhr gehört meistens der Sport den Schulen. Vorher ist es kaum möglich, irgendwelche Hallen zu nutzen. Da gibt es Leute, die Wechselschicht haben oder Rentner, die abends nicht unbedingt Sport machen wollen oder Kinder im Schulsport. Sie alle könnten flexibel und individuell in einem Sportforum Sport machen. Das soll unser Angebot sein. Wir haben gesehen, dass es in den Gesundheitskursen von den Zeiten her schon eng wird. So können wir den Sport dann über die Woche verteilen zu genehmen Zeiten. Deshalb boomen ja auch die Fitnessstudios, wo man im großen Zeitfenster sportlich flexibel trainieren kann. Im Sportforum hätte man dann auch diese Mehrzweckmöglichkeiten.

Wann wird das konkret mit dem Sportforum?
Udo Speer:
 Angestoßen ist alles schon und wir sind in der Planung. Die Gemeinde Holzwickede hat uns ein Gelände an der Hauptschule reserviert. Wir sind derzeit in Gesprächen mit Bauträgern, um ein schlüssiges Programm vorzulegen und entsprechend finanzieren zu können. Da sind wir dann möglicherweise auch auf Sponsoren angewiesen, die mit investieren und als Ankermieter mitgehen wollen. Alles natürlich auch in Absprache mit der Politik. Alle Parteien haben sich dahingehend positiv geäußert, uns unterstützen zu wollen. Schließlich geht es ja auch um staatliche Fördermöglichkeiten, die man möglicherweise ausschöpfen kann. Das Sportforum wird gewiss eine einmalige Sache in Holzwickede.

Welche Ziele will der Vorstand unter Ihrem Vorsitz noch angehen und verwirklichen. Bereiche Medien und Kommunikation sowie Marketing?
Udo Speer:
Wenn man fragt, welche Voraussetzungen man schaffen will und dann sieht, wir sind zwar in der Oberliga angekommen, haben aber die finanziellen Voraussetzungen, die wir auch schon vor vier, fünf Jahren hatten, dann muss man das Sponsoring auf jeden Fall breiter aufstellen. Auch medientechnisch. Da ist dringender Bedarf und Unterstützung vonnöten. Die Erfolge der Oberliga-Mannschaft lassen ja auch Gedanken aufkommen auf die Regionalliga. Die wäre mit dem aktuellen Etat unrealistisch. Das will man einer Mannschaft dann aber auch nicht sagen, ihr könnt spielen, wie ihr lustig seid, aufsteigen werden wir nicht können.

Bildzeile: Die Erfolge der Oberliga-Mannschaft lassen ja auch Gedanken aufkommen auf die Regionalliga.

Ist die Regionalliga überhaupt ein Thema, etwa ein Fernziel?
Udo Speer: Das will ich nicht ausschließen und man soll bekanntlich ja nie ’nie‘ sagen. Unser Trainer ist ehrgeizig, die Mannschaft ist ehrgeizig, es ist ein fantastisches Team von der Zusammensetzung und von der Moral her. Dann muss man das auch angehen und die Möglichkeiten schaffen für vielleicht noch mehr sportlichen Erfolg. Dazu gehören auch gute Jugendmannschaften, die man zu den Senioren hinführen kann. Es geht um deren Unterstützung. Es ist heute schon schwer genug, geeignete Jugendtrainer zu finden, die auch Aufwandsentschädigungen haben wollen. Es ist ja nicht so wie früher, dass der Vater die Mannschaft betreut, wo der Sohn spielt und er es umsonst macht. Es ist alles mit einem Aufwand verbunden. Da muss man entsprechende Voraussetzungen schaffen, sich eben breiter aufzustellen. Das ist sicherlich in einer Gemeinde schwieriger zu bewerkstelligen als in einer Großstadt.

Der Etat des Holzwickeder SC stößt an die Millionen-Grenze an. Ist das ehrenamtlich überhaupt noch zu händeln. Gibt es professionelle Hilfe?
Udo Speer:
Wir arbeiten eng mit einem Steuerberater zusammen. Alles ist auch nur dann zu gewährleisten, wenn man fachliche Hilfe in Anspruch nimmt. Ein Kassierer wie früher ohne Steuerberater, das ist aus meiner Sicht heute nicht mehr zu stemmen – für alle Bereiche. Es wird bei uns auch um einen Finanzvorstand gehen. Die Führung eines Vereins unserer Größenordnung ist nicht mehr vergleichbar mit einem Verein wie vor 30 Jahren.

Mitarbeit im Ehrenamt. Wie ausgeprägt ist das beim Holzwickeder SC?
Udo Speer:
Das Ehrenamt wird immer schwerer auszuüben. Man schafft mehr Anreize für das Ehrenamt, indem man die Leute persönlich kennt, sie anspricht und um Mitarbeit wirbt. Das muss dann Spaß machen und den Wert der Leistung wiedergeben. So kann man wohl Mitarbeiter gewinnen. Es wird in der heutigen Zeit, wo die Schule immer belastender wird, der Beruf immer belastender wird, immer schwerer, für das Ehrenamt Unterstützung zu bekommen. Beispielsweise, wenn man Aktivitäten, Veranstaltungen, wie den Weihnachtsmarkt, hat, Leute zu finden, die sagen, ich stelle mich mal zwei, drei Stunden zur Verfügung. Wir haben zwar viele Mitglieder, aber die argumentieren auch, ich bezahle meinen Mitgliedsbeitrag, ich mache meine sportlichen Aktivitäten und kann so auch was für meinen Verein leisten. Mehr, sprich Verantwortung, kann man ihnen dann auch nur schwerlich abverlangen. Ich möchte aber auch nicht soziale Pflichtstunden vergeben. Unter Druck macht die Arbeit keinen Spaß und auch das Ergebnis wäre dann auch nicht angemessen.

Aprospos Weihnachtsmarkt. Findet der in diesem Jahre in Holzwickede statt?
Udo Speer:
Der Weihnachtsmarkt findet in diesem Jahr nicht statt. Wir haben gerade beschlossen, dass wir an einem virtuellen Weihnachtsmarkt teilnehmen wollen. Der klassische Verkauf von Würstchen und Getränke wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Wir wollen vielmehr Fanartikel in den Verkauf stellen, gewisse Gesundheitskurse anbieten zu bestimmten Preisen. Auch Sachen, die wir für die Tombola vorgesehen hatten. Die wollen wir versuchen in Weihnachtspakete an den Mann/Frau zu bringen. Daneben findet aber auch weiterhin unser klassischer Weihnachtsbaumverkauf in Opherdicke statt. Da werden wir natürlich ein Hygienekonzept vorgeben, was den Anforderungen entspricht. Allerdings wissen wir nicht, was in der Pandemie noch alles passiert.

Bildzeile: Was am schmerzlichsten bei der Pandemie wirkt, ist der fehlende soziale Kontakt, so wie er, wie auf dem Foto zu sehen, vorher gegeben war.

Apropos Pandemie, wie ist der Verein bisher durch die Krise gekommen?
Udo Speer:
  Mitgliedermäßig hat uns die Pandemie noch nicht geschadet. Es sind bis dato keine Austritte wegen der Pandemie erfolgt. Schade, dass das Ballhaus im Stadion in der Krise geschlossen ist. Die ganze Gastronomie fällt weg. Kurse im Gesundheitssport können auch nicht ausgeübt werden, vereinzelt virtuell. Ein riesiger Nachteil, der uns da entsteht. Es fallen die Heimspiele aus und demzufolge fehlen diese Zuschauereinnahmen. Groß ist auch der Unmut der Kinder, die nicht trainieren und spielen können. Teilweise waren sie auch von Quarantänemaßnahmen betroffen bei Spielen, wo Spieler aus anderen Clubs positiv getestet wurden. So kamen Ausfälle in der Schule zustande oder bei Arbeitgebern. Das sind Begleiterscheinungen der Pandemie. Auch Sponsoren baten uns, ihren Vertrag anzupassen. Wir haben das große Glück, und dafür bin ich sehr dankbar, dass Übungsleiter derzeit auf ihre Entschädigungen verzichten. Auch im Bereich der Oberliga-Mannschaft besteht breite Solidarität. Da kann man wirklich nur Danke sagen.

Was wiegt bei der Pandemie besonders schwer?
Udo Speer: Was am schmerzlichsten bei der Pandemie ist, ist der fehlende Kontakt. Da finde ich auch, dass die Politik in dem Bereich hätte anders und flexibler reagieren können. Deutlich muss ich auch dazu sagen: Der Kreis Unna machte das Sportverbot vor den Herbstferien öffentlich, gab am Freitagabend bekannt, dass am Sonntag, quasi einen Tag später, keine Spiele mehr stattfinden dürfen. Das mussten dann die Ehrenamtlichen schaukeln und die Spiele absagen. Keiner hatte an die überkreislichen Vereine wie wir gedacht. Zum Vergleich: In der Nachbarschaft Sölde, wo man in Holzwickede das Geschreie von den Fußballplätzen dort hören konnte, durfte 5 Kilometer entfernt gespielt werden.  Das ist nicht nachvollziehbar.

Das hätte man sicherlich besser kommunizieren können.
Udo Speer: So sehe ich das auch. Der Kreis Unna gehört bekanntlich zum Regierungsbezirk Arnsberg. Und dort sollte man allgemeinverbindlich entscheiden. So wie es gelaufen ist, kann man das den Leuten schlecht begreiflich machen. Das trägt auch dazu bei, schwerlicher Ehrenamtler zu finden. An ihnen bleibt letztlich so etwas hängen. Von keiner Seite habe ich gehört, dass man dafür die Vereine auch entlohnen würde. Schließlich machen die Ehrenamtler Arbeit in ihrer Freizeit und werden dafür nicht belohnt. Es gibt zwar Soforthilfe für Vereine, aber dann müsste auch die Liquidität gefährdet sein. Das ist Gott sei Dank beim Holzwickeder SC nicht gegeben. Auf die Liquidität werden wir immer bedacht sein. Man kann nur das ausgeben, was man auch hat.

Herr Speer, vielen Dank für das ausführliche Gespräch. Trotz der Pandemiekrise wünschen wir Ihnen einen schönen Geburtstag und bleiben Sie gesund.

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