HSC verliert hart umkämpftes Top-Spiel vor 700 Zuschauern mit 1:3 – und Torschütze Leon Gensicke mit schwerer Verletzung

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Fußball-Oberliga Westfalen: Holzwickeder SC – SG Wattenscheid 09 1:3 (1:1). Einen Sieger hat dieses Spiel eigentlich nicht verdient gehabt. In einer sehr intensiven und schnellen Begegnung setzte sich Spitzenreiter SG Wattenscheid 09 am Ende zwar mit 3:1 beim Holzwickeder SC durch, musste sich aber mächtig strecken, um den an diesem Sonntag gewiss nicht schlechten HSC die zweite Heimniederlage beizufügen.

Ausgewechselte Spieler gezeichnet von Intensität des Matches

Sehr symbolträchtig für dieses Spiel war der Abgang der Spieler, die ausgewechselt wurden. Sie hatten sich entweder schwerere Verletzungen bei Zweikämpfen oder durch Umknicken zugezogen oder wurden von Krämpfen geplagt wie Jonathan Kyeremateng. Ganz schlimm erwischte es auf Seiten des HSC Leon Gensicke. Der Ex-Wattenscheider musste nach einer Strafraumaktion, in der er seinen ganzen Körper hineingeworfen hatte, um irgendwie den Ball ins Netz zu bugsieren, mit Verdacht auf Bänderriss im Fußgelenk den Platz verlassen. Sollte sich die erste Diagnose des Physios bewahrheiten, droht eine wochenlange Pause für den Ex-Wattenscheider Gensicke, der mit vier Treffern die Torschützenliste der Holzwickeder anführt. Ganz übel erwischte es auch den Wattenscheider Nils Hönicke, der mit Verdacht auf Kreuzbandriss in einem Unnaer Krankenhaus seinen sportlichen Arbeitstag beendete.

HSC verschläft mal wieder die Anfangsphase

140 Karten hatte die SG Wattenscheid 09 im Vorverkauf bei ihren Anhängern angesetzt. Rund 250 waren es am Ende, die im abgesperrten schwarz-weißen Block gegenüber der Tribüne sehr sanges- und sprüchefreudig ihr Team lautstark anfeuerten. Insgesamt verfolgten 700 Besucher die Begegnung im Montanhydraulik-Stadion.

Die ohnehin gute Stimmung in der Wattenscheider Kurve stieg nach fünf Minuten gewaltig. Nils Hönicke leitete einen Angriff der SGW ein, Felix Casalino leitete auf Berkant Canbulut weiter, der wiederum humorlos zum 0:1 für den Ex-Bundesligisten abschloss. Da war es wieder, das frühe Gegentor – wie gegen Schermbeck. Wattenscheid übernahm kurz die Spielkontrolle, entwickelte aber keine echte Offensivgefahr.

Bis zur 17. Minute merkte man dem HSC an, dass der Treffer Wirkung erzeugt hatte. Doch das Woller-Team schüttelte sich und wurde mutiger. Marcel Duwe versuchte es in der 17. Minute mit einem Distanzschuss, der knapp am Tor vorbeistrich. Marcel Duwe war es auch, der den Ausgleich einleitete. Er spielte auf Moritz Müller, der Leon Gensicke sah, der urplötzlich viele Freiheiten im Wattenscheider Strafraum hatte. Gegen seinen Ex-Verein schoss er zum vielumjubelten und in dieser Phase nicht unverdienten 1:1 ein (27.).

Anschließend neutralisierten sich beide Teams, es passierte viel im Mittelfeld, nach vorne ging bei beiden wenig. Felix Casalino forderte vehement Elfmeter für seine SGW in der 40. Minute, doch HSC-Verteidiger André Schneider hatte regelkonform den Ball gespielt. Es blieb beim 1:1 zur Halbzeit – ein gerechtes Ergebnis nach 45 Minuten.

Zweite Halbzeit – und wieder ein denkbar schlechter Start

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit und bei der verpassten Torchance verletzte sich Leon Gensicke (52.), wie berichtet, schwer am Fußgelenk. Durch die Verletzung und Auswechslung kam Unruhe und vor allem Unordnung ins HSC-Spiel. Bei einem Konter versuchte der wieder von seiner Schulterverletzung schnell genesene Nils Hoppe noch ein taktisches Foul, konnte aber seinen Gegenspieler nicht halten. Der sah Nils Hönicke – und der erzielte die erneute Gästeführung (53.).

Dieses Mal musste sich der HSC nicht lange schütteln. Es begann eine Druckphase des HSC. Doch Robin Schultze (Außennetz, 62.), Marcel Duwe mit schönem Freistoß (63.) und Tomislav Ivancic mit einer ganz dicken Chance in der 65. Minute und dann Lucas Arenz und wieder Robin Schultze (67. Minute) schafften es nicht, den Ausgleich zu erzielen. Der wäre zu diesem Zeitpunkt verdient gewesen. Und so kam es wie im Fußball kommen muss. Freistoß für Wattenscheid, die HSC-Spieler monieren die Entscheidung und sind unkonzentriert. Mike Lewicki führt aus, sieht Torjäger Felix Casalino und der netzt zur Entscheidung ein (73.). Da hatten sich die HSC-Aktiven nicht gerade intelligent angestellt – Marc Woller nannte es später diplomatischer in der Pressekonferenz „Da haben wir Lehrgeld bezahlt“.

Bildzeile: Die souverän leitende Schiedsrichterin Nadine Westerhoff mit ihren Assistenten führte die beiden Mannschaften vor Spielbeginn auf den Rasen im Montanhydraulikstadion.

Es blieb beim 3:1 für die SG Wattenscheid 09. Damit bleibt der Ex-Bundesligist weiter auf dem Platz der Sonne. Der HSC rangiert mit sechs Punkten auf dem zehnten Rang.

Sonntag gegen Rheine soll Auswärtsserie halten

Alle beiden Auswärtsspiele in dieser Spielzeit hat der HSC gewonnen. Am kommenden Sonntag, 26. September, soll das um 15 Uhr so weitergehen. Gegen Eintracht Rheine hat der HSC in den letzten beiden Jahren auswärts immer gewonnen. Das soll so bleiben. Der HSC setzt zu diesem Match erneut einen Fanbus ein.

Trainerstimmen
Marc Woller (HSC): Die Niederlage zum Auftakt zuhause gegen Ennepetal hat mich mehr frustriert als heute das 1:3. Es war heute ein Oberligaspiel mit hoher Qualität – auf beiden Seiten. Ein Unentschieden wäre verdient gewesen. Wir mussten bei einigen Situationen Lehrgeld zahlen. Es war klar, dass ein so routinierter und cleverer Gegner wie Wattenscheid jeden Fehler ausnutzt und bestraft. Es geht weiter.
Christian Britscho (Wattenscheid): Was die Akteure da auf dem Platz gezeigt haben, war aller Ehren wert. Das war sehr intensiv, umkämpft und immer spannend. Nach dem 2:1 für uns hatten wir immer das Gefühl, dass wir das 3:1 durch einen Konter machen würden. Das war dann ja auch so. Bei manchen Szenen können wir uns bei unserem Torhüter bedanken, der gut gehalten hat. Ich denke, dass insgesamt aufgrund unserer kämpferischen Einstellung der Sieg okay ist.

HSC: Kevin Beinsen, Moritz Müller (85. Dario Biancardi), André Schneider, Enis Delija, Marcel Duwe, Tomislav Ivancic (77. Maurice Majewski), Leon Gensicke (52. Henri Böcker), Nils Hoppe, Robin Schultze, Jonathan Kyeremateng (90+1 Til Busemann), Lucas Arenz.
SG Wattenscheid: Tolunay Isik, Nico Lucas (80. Burak Yarli), Felix Casalino (90+1 Arman Corbo), Berkant Canbulut (81. Nick Malvin Ruppert), Mike Lewicki (85. Agon Arifi), Frederik Wiebel, Phil Britscho, Marvin Schurig, Timm Essar, Umut Yildiz.
Tore: 0:1 Canbulut (5.), 1:1 Gensicke (26.), 1:2 Lewicki (53.), 1:3 Casalino (73.).
Schiedsrichterin: Nadine Westerhoff (DSC Wanne-Eickel): sehr souverän mit klarer Ansprache an die Spieler.
Zuschauer: 700.

Bildzeile: Diese Szene führte zur schweren Verletzung von HSC-Neuzugang Leon Gensicke, der bereits vier Treffer für den Verein erzielt hat. Bei einer Torschussszene im Strafraum wird es unübersicjtlich und er kommt zu Fall. Er wird wohl wochenlang mit vermutlich einem Bänderriss im Fußgelenk fehlen – ein schwerer Schlag für den HSC.

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