HSC verdirbt Rheine mit 2:0-Auswärtserfolg die Kirmes-Laune

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Fußball-Oberliga Westfalen: FC Eintracht Rheine – Holzwickeder SC 0:2 (0:1). In Rheine war am Wochenende Herbst-Kirmes. In der Oberliga boten Eintracht Rheine und der Holzwickeder SC ihrer Anhängerschaft nur wenige hundert Meter vom Kirmesplatz entfernt in der altehrwürdigen OBI-Arena ein Oberligaspiel rasant wie eine Achterbahnfahrt. Am Ende hatte der HSC mit einem 2 : 0-Erfolg an der Ems die Zuckerwatte in der Hand, während es die „saure Gurke“ für den Gastgeber Rheine gab.

Der hatten bekanntlich aus den vergangenen vier Spielen von zwölf möglichen zehn geholt. Der HSC belegt damit nach elf Spieltagen Rang 5 mit 19 Punkten und damit nahezu der Hälfte der Punkte, die am Ende für den Klassenerhalt reichen. Eine Top-Leistung und sehr gute Zwischenbilanz für den HSC! In jedem Fall verbesserungswürdig aber ist die Elfer-Bilanz – aber davon später mehr.

Um im Kirmes-Jargon zu bleiben: Der HSC begann gleich von Beginn mit der rasanten Fahrt, während sich die Rheinenser Anhänger ob der Darbietung ihrer ganz in Rot gekleideten Kicker und HSC-Groß-Chancen immer wieder Schauer, wie in einem Gruselkabinett, über den Rücken liefen. Tomislav Ivancic mit zwei Groß-Chancen gleich in der 5. Minute nach einer Ecke und in der 9. Minute mit Fehlschuss und Nico Berghorst (13.) scheiterten früh. Rheine meldete sich mit einem fulminanten Lattentreffer in der 24. Minute durch den guten Nils Hönicke ins Spiel an. Nico Berghorst vergab nach tollem Pass von Sebastian Hahne (25.), ehe eben jener Sebastian Hahne die verdiente 1:0-Führung für den HSC erzielte.

Dann die furiosen letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit. Der durchgebrochene Nico Berghorst wurde im Strafraum gefoult – Elfer. Marcel Duve, der noch auf der Hinfahrt im Bus erklärt hatte, dass er gerne antreten würde und hoch mittig zielen wollte, tat das fast genauso – nur dass statt des hohen mittigen Schusses ein halbhohes Schüsschen herauskam. Schade, denn das 2:0 zu diesem Zeitpunkt wäre eine Vorentscheidung gewesen. Rheines Keeper Philipp Hinkerohe konnte sich feiern lassen, vor allem, da er auch den anschließenden Kopfball von Duve noch parierte. In der letzten der zweiminütigen Nachspielzeit der ersten 45 Minuten war es dann Moritz Müller, der sich nur mit einem unnötigen Foul im Strafraum zu helfen wusste – Strafstoß für Rheine. Timo Scherping, Ex-Spieler des SV Meppen und Preußen Münster und Erster der Oberliga-Torschützentabelle, legte sich den Ball zurecht. Doch der 1,85 Meter große und 30-jährige Routinier scheiterte an HSC-Torhüter Malte Hegemann. Wieder einmal eine tolle Tat des jungen Hegemann, der im letzten Jahr noch in der HSC-A-Jugend gespielt hatte.

In der zweiten Hälfte merkte man dem Gastgeber das Bemühen um den Ausgleich an. Aber der HSC blieb gefährlich. Sebastian Hahne (57.), Nico Berghorst (68. und 74.) vergaben bei brandgefährlichen 1:1- oder 2:1-Situationen hochprozentige Chancen zur Entscheidung. Doch auch Rheine blieb dran und kam auch zu ordentlichen Versuchen – aber ohne jegliches Fortune. Und so war es dann einer der ganz typischen schnellen Umschaltaktionen des HSC, die zur Entscheidung führte. Mirco Gohr machte in der 94. Minute (!) den Sack endgültig zu.

Trainerstimmen
Axel Schmeing (HSC): Es war ein verdienter Sieg. Wir sind sehr gut in die Begegnung gekommen, hatten immer wieder Konterchancen insbesondere durch Nico Berghorst und Sebastian Hahne. Schade, dass wir die nicht nutzen konnten. Zehn unserer elf Spieler in der Startformation waren unter 23 Jahren. Es ist geradezu unglaublich, wie unsere jungen Burschen sich mit enormer Leidenschaft ins Spiel stürzen. Schön auch, dass heute unsere lange Verletztenliste mal nicht verlängert wurde.
Uwe Laurenz (Rheine): Der HSC hat verdient gewonnen. Wir haben heute Laufbereitschaft und Aggressivität vermissen lassen. Dabei hatten wir uns auf den Gegner gut vorbereitet. Der HSC war einfach cleverer, aggressiver und hat mehr Bereitschaft an den Tag gelegt. Daher keine Frage: Es war ein verdienter Erfolg. Wir müssen uns jetzt die Punkte in Gütersloh wiederholen.

Eintracht Rheine: Philipp Hinkerohe, Marvin Holtmann, Nils Hönicke, Omar Guetat (81. Denis Rosum), Viktor Braininger, Kevin Grewe, Oskar Ricken (70. Colin Van den Berg), Timo Scherping, Maik Osterhaus (70. Daniel Mladenovic), Philipp Brüggemann, Luca Meyer.
HSC: Malte Hegemann, Moritz Müller, Justin Pfaff, Robin Rosowski, Marcel Duwe, Sebastian Hahne (88. Karim Bouasker), Joshua Heinrichs, Tom Niklas Kaluza, Nico Berghorst (90. David Vaitkevicius), Tomislav Ivancic (79. Mirco Gohr), Dominik Hanemann
Tore: 0 : 1 Hahne (26.), 0 : 2 Gohr  (90+4)
Zuschauer: 305
Bestnoten: Malte Hegemann, Justin Pfaff, Robin Rosowski, Joshua Heinrichs.

Bild: Auf die HSC-Abwehr war in Rheine Verlass.

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