HSC umsegelt gefährliche Klippe am Stausee – Wieder auf Kurs durch Jokertor von Moritz Müller

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Fußball-Oberliga: TuS Haltern – Holzwickeder SC 0:1 (0:0). Der im Herbst besonders idyllische Halterner Stausee könnte sich für den HSC als Jungbrunnen erweisen. Der 1:0-Auswärtssieg beim Ex-Regionalligisten TuS Haltern beendete eine Sieglos-Serie von sieben Spielen und war gleichzeitig der dritte Dreier auf auswärtigem Terrain. Vor der Minuskulisse von nur 130 Zuschauern in der „Staussee-Arena“, deren Rasenplatz mit „Acker“ noch höflich umschrieben ist, gab es neben Trainer Marc Woller, der mit der Einwechslung des Torschützen Moritz Müller ein glückliches Händchen bewiesen hatte, noch einen weiteren überragenden Spieler im blauen HSC-Dress: Torhüter Torben Simon. Der junge Mann, der den urlaubenden Stammkeeper Kevin Beinsen vertrat, hatte mit spektakulären Paraden Holzwickede zuvor im Spiel gehalten hatte.

Immer wieder das blütenweiße Trikot mit der Nummer 1 im Blickpunkt

Der von der U 19 von RW Ahlen vor der Saison verpflichtete Torben Simon stand von Beginn an im Mittelpunkt. In der 3. Minute klärte er mit toller Fußabwehr gegen den durchgebrochenen Ali Ibrahim. Der HSC hielt dagegen. Der Ex-Halterner Robin Schultze sah Philipp Gödde, doch der schoss um Zentimeter am rechten Torpfosten vorbei (7.). In der 18. Minute fand Marcel Duwe mit einem feinen Schuss in TuS-Keeper Ubeyd Güzel seinen Meister. In der 26. Minute blitzte die Torgefahr von Halterns David Loheider auf, der auf Zuspiel von Peter Elbers an Torben Simon scheiterte. Loheider fand Gefallen am Spiel und ballerte das Leder aus rund 20 Metern mal aufs HSC-Tor – und verfehlte das Ziel nur haarscharf (31.). Das wars auch schon von Halbzeit eins und einem Spiel auf sehr überschaubarem Niveau mit vielen Fehlern hüben wie drüben. Warm wurde es den Zuschauern bei einstelligen Temperaturen nicht.

Wenn der eine das Tor nicht macht…

Angst und bange musste es den wenigen Fans aus Holzwickede zwischen Minute 46 und 58 um den HSC werden. Da verabschiedete sich das Team irgendwie mal wieder aus dem Spiel. Ausbügeln mussten Nachlässigkeiten unter anderem Enis Delija, der einen Schuss von Ali Ibrahim so eben noch vor der Linie rettete (48.). Dann war es in der 56. Minute David Loheider, der in der Mitte komplett frei stand, doch sein Kopfball wurde von Torben Simon in großartiger Weise noch pariert. Marcel Duwe profitierte dann von einem Patzer von Nico Pulver im Halterner Spielaufbau. Doch er traf aus bester Position das Leder nicht richtig (59.). Anschließend verflachte das Spiel weiter. Der schwere, tiefe Boden tat sein übriges.

Bildzeile: Groß war der Jubel in Reihen des HSC nach dem Tor von Moritz Müller.

Das glückliche Händchen von Marc Woller – und ein gewaltiger Urschrei als Zeichen der Erleichterung

Duwe machte dann in der 70. Minute Platz für den länger verletzten Moritz Müller. Gerade mal drei Zeigerumdrehungen stand er auf dem Platz – da zeigte der HSC ein Pressing wie gemalt. Stürmer Philipp Gödde schnappte sich das Leder, ging auf der linken Seite auf und davon. Moritz Müller hatte sich in den Strafraum „gemogelt“, stand am rechten Pfosten komplett frei und schoss das Leder aus kürzester Distanz in die Maschen (73.). Die gesamte Erleichterung bahnte sich in einem Urschrei von Moritz Müller ihren Weg – Riesenbegeisterung auch beim Team, das, inklusive Torhüter Torben Simon, den Torschützen feierte.

Haltern versuchte es nochmal, doch nur mit hohen Bällen auf David Loheider und zumeist blind geschlagene Pässe nach vorne konnte man die HSC-Defensive an diesem Sonntagnachmittag nicht überwinden.

Jetzt Heimfluch beenden und mit Erfolg zuhause gegen Erndtebrück wieder im Geschäft sein

Als der gute Schiedsrichter Stefan Tendych vom VfB Kirchhellen nach dreiminütiger Nachspielzeit abpfiff, war der  Jubel im HSC-Lager riesengroß. Nach diesem Spieltag und rund einem Viertel der Saison steht der HSC zwar weiterhin auf einem Abstiegsplatz (Rang 17 von 21), ist aber wieder auf Schlagdistanz. Und selbst bis zum Zehnten, dem TuS Erndtebrück, sind es nur fünf Zähler. Und die Siegerländer kommen am kommenden Wochenende ins Montanhydraulik-Stadion (14. November, 14.30 Uhr). Sollte hier nach bisher fünf Heimniederlagen der erste Erfolg zuhause gelingen, wäre der HSC seinen Erfolg in Haltern vergolden und wäre wieder mitten im Geschäft.

Nils Hoppe wieder da

Und ein weiterer ganz wichtiger Schlüsselspieler ist wieder dabei. Nils Hoppe feierte nach seiner mehrwöchigen Auszeit und Urlaub in der 86. Minute ein Comeback. In dieser Minute übernahm er die Kapitänsbinde von Robin Schultze und war sofort wieder ein Turm in der Abwehrschlacht in den letzten Minuten.

Trainerstimmen
Marc Woller (HSC): Wir haben den Erfolg heute erzwungen. Es war ein kampfbetontes Spiel, in dem wir, außer deM Tor, auch durchaus gute Chancen hatten. Wir haben unser System ein wenig umgestellt. Ich habe das Gefühl, dass sich die Spieler mit diesem System nun wohler fühlen. Ganz wichtig war auch, dass wir mal nicht mit 0:1, wie in jedem Spiel davor, in Rückstand geraten sind. Ansonsten müsseN und werden wir im Training weiter hart arbeiten
Timo Ostdorf (Haltern): Bereits vor dem Spiel habe ich gesagt, dass das Spiel wohl kein Augenschmaus werden wird. Das ist dann auch so eingetroffen. Wir sind heute klar an unserer schlechten Chancenverwertung gescheitert. Der Torhüter von Holzwickede, Torben Simon, hat mehrfach sehr, sehr gut gehalten. Mein Team und ich sind sehr enttäuscht.

TuS Haltern: Ubeyd Güzel, Maximilian Dagott, Florian Trachternach, Paul Keller, Ali Ibrahim (58. Farid Kiyan Gilani), Peter Elbers, Jonah Sandkühler, David Loheider, Denizthan Cazici (67. Ünsal Oruc), Nico Pulver, Janus Scheele:
HSC: Torben Simon, André Schneider, Enis Delija, Philipp Gödde, Marcel Duwe (70. Moritz Müller), Leon Gensicke (74. Henri Böcker), Robin Schultze (86. Nils Hoppe), Jonathan Kyeremateng, Maurice Majewski, Fabian Jenusch, Lucas Arenz
Tor: 0:1 Müller (73.)
Zuschauer: 130
Schiedsrichter: Stefan Tendyck (VfB Kirchhellen)

Bildzeile: Philipp Gödde lieferte die Vorarbeit zum alles entscheidenden Treffer von Moritz Müller.

 

 

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