HSC stutzt harmlosen „Adlern“ mächtig die Flügel

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Fußball-Oberliga Westfalen: SC Preußen Münster II – Holzwickeder SC 0:3 (0:1). Der HSC zeigte am Samstagnachmittag eine deutliche Reaktion auf das 0:6 vom vergangenen Spieltag daheim gegen den TuS Erndtebrück und auf die zuletzt schwächeren Spiele. Der 3:0-Auswärtserfolg bei der Reserve von Preußen Münster war komplett verdient und hatte sich der HSC durch 90 Minuten Kampf, Engagement und einer guten Toreffizienz verdient. Nach 13 Spieltagen kletterte der HSC nun auf den 15. Platz und steht damit zwei Ränge und einen Punkt vor einem direkten Abstiegsplatz. Auch Richtung Aufstiegsrunde scheint der Zug noch nicht komplett abgefahren zu sein: Bis zum Zehnten, dem TuS Sprockhövel, sind es auch nur noch vier Punkte.

Unter der Woche mal wieder „Bastelstunde“ bei Marc Woller und Training auf Kunstrasen

Ohne die verletzten Henri Böcker, Leon Gensicke, Mathieu Bengsch, den rotgesperrten Jonathan Kyeremateng, aber mit Kapitän Nils Hoppe musste der HSC die schwere Auswärtsaufgabe bei der Zweitvertretung vom Regionalligisten SC Preußen Münster bestreiten. Im Tor stand Kevin Beinsen – der hatte unter der Woche bei den Trainingseinheiten auf Kunstrasen in Holzwickede sehr gute Leistungen gezeigt und damit Torben Simon, der gegen Haltern und Erndtebrück in der „Kiste“ stand, wieder verdrängte. Zudem klagte Simon über Probleme an Arm und Hand – was ja nun mal die „Handwerkszeuge“ eines jeden „Schnappers“ sind.  Aushilfen von den A-Junioren gab es nicht – denn der HSC-Nachwuchs bestritt am gleichen Nachmittag sein Kreispokalendspiel bei der Hammer Spielvereinigung.

Bärenstarke erste Halbzeit des HSC

Der HSC lieferte ganz starke erste 45 Minuten ab. Es wurde gepresst und gut gegen den Mann gespielt. Die Mannschaft war sichtbar auf eine Wiedergutmachung der letzten schwächeren Spiele aus. Die Reserve des SCP war sichtlich beeindruckt und konnte kaum eigene Spielzüge kreieren. Gleich in der 11. Minute ließ Marcel Duwe mit einem mächtigen Schuss die Preußen-Torlatte erzittern. Der nicht gerade großgewachsenen Preußen-Torhüter Kevin Hardensett wäre da nicht mehr herangekommen. In der 18. Minute wurde ein Schuss des fleißigen Philipp Gödde in letzter Sekunde abgeblockt. Und doch hätte sich der HSC beinahe wieder um alle Früchte gebracht, als Torwart Kevin Beinsen in der 27. Minute bei einem langen Pass der Münsteraner aus seinem Kasten stürmte – und ins Nichts lief. Doch Münsters Nick Selutin, mit fünf Treffern bislang erfolgreichster Torschütze aus Münster, war zu überrascht und traf das verwaiste, leere Tor nicht. Der Ausgleich wäre aber auch nicht verdient gewesen.

HSC-Führung durch berechtigten Elfmeter

Zur Führung aber musste ein Elfmeter herhalten. Jan Klauke holte Tomislav Ivancic komplett unnötig an der Strafraumgrenze fast in Höhe der Außenlinie von den Beinen – und dem guten Schiedsrichter Felix Weller blieb gar nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen. Lucas Arenz ließ sich diese Chance nicht entgehen (32.). Nach dem Treffer wurde der HSC allerdings etwas zu fahrig, arbeitete zwar fleißig weiter, spielte aber Chancen nicht konsequent aus. Zu allem Unglück verletzte sich dann bei einem langen Sprint auf der rechten Seite Moritz Müller am Oberschenkel und musste gegen Maurice Majewski in der Halbzeitpause ausgewechselt werden. Ganz bitter für die Holzwickeder „Nummer 2“, denn er war gerade erst wieder genesen.

HSC-Dominanz auch in der zweiten Hälfte – Entscheidung durch Schultze und Duwe

Keineswegs war der HSC gewillt, die Führung in den zweiten 45 Minuten zu verspielen. Es gab nur eine Richtung: Den Gegner weghalten vom eigenen Tor und durch kluge Konter die Führung möglichst ausbauen. Und das gelang auch rasch. In der 52. Minute setzte sich Marcel Duwe auf außen schön durch, flankte präzise auf Robin Schultze, der mit einem schönen Kopfball das Ergebnis auf 2:0 für den HSC stellte.

„Zuverlässig wie ein Schutzengel“

„Zuverlässig wie ein Schutzengel“ stand in der zweiten Halbzeit auf der Werbebande hinter dem Tor von Kevin Beinsen. Und der zeigte, dass der Spruch keine hohe Phrase war. Einen Schuss des eingewechselten Francesco Di Pierro wehrte er mit toller Fußabwehr ab (56.). In der 62. Minute hätte Maurice Majewski alles klarmachen können, doch sein Schuss aus guter Position ging neben das Tor der Münsteraner (62.) – da wurde der Winkel am Ende zu spitz.

In der dritten Minute der Nachspielzeit machte dann Marcel Duwe mit einem ganz feinen Konter und einem Schuss ins lange Eck alles klar: 3:0, damit der vierte Auswärtssieg und bislang höchster Saisonerfolg.

Bildzeile: Der HSC bildete einen Kreisnach dem Schlusspfiff und Torhüter Kevin Beinsen übernahm die Ansprache.

Leidenschaftliche Ansprache von Kevin Beinsen im Kreis

Eine sehr schöne Szene gab es nach dem Spiel. Der HSC bildete einen Kreis und Torhüter Kevin Beinsen übernahm die Ansprache. Und die war laut und leidenschaftlich: „Das ist Holzwickeder Herz – wenn wir so weiterspielen, wird es ganz schwer, uns zu schlagen! So machen wir weiter!“

Nächster Gegner SC Paderborn U21 mit Heimniederlage gegen Westfalia Rhynern und drei Sezer-Gegentoren

Weitermachen, wie von Kevin Beinsen beschworen, kann der HSC gleich am Donnerstag, 25. November. Um 19 Uhr geht es im heimischen Montanhydraulik-Stadion gegen den Tabellendritten, die U21 des SC Paderborn. Das Team von Trainer Michel Kniat erlaubte sich am Samstag vor 25 Zuschauern (!) eine 0:3-Pleite daheim gegen Westfalia Rhynern. Drei Treffer erzielte dabei Hakan Sezer (30., 37. und 85. Min.). Achtung für alle Fans: Bereits gegen Paderborn wird die 2G-Regel beim HSC angewendet.

Nur zehn unermüdliche Fans feuerten den HSC an

Auf große Unterstützung durch Fans musste der HSC an diesem Samstagnachmittag verzichten. Die Anreise, der zugig-kalte Kunstrasenplatz mit dem wohlklingenden Namen „Provinzial Youngstars Arena“ ohne Tribüne und Sitzplätze, recht happige Bier- und Bratwurstpreise und das ebenfalls fast zeitgleich stattfindende Bundesligaspiel zwischen dem BVB und Stuttgart hielten viele von einer Fahrt in die Domstadt ab. So waren es am Ende exakt zehn unermüdliche Anhänger aus der Emscherquellgemeinde, die dabei waren. Da aber auch die Erste des SC Preußen Münster parallel in Velbert gegen Uerdingen spielte, war auch das Fanlager der Adlerträger höchst überschaubar – 40 Besucher, so lautete die offizielle Zählung

Trainerstimmen
Marc Woller (HSC): Wir haben heute gezeigt, zu was wir fähig sind, wenn alle ihre Leistung bringen und alle zusammenarbeiten. Es gibt keine zwei Meinungen, dass unser Sieg heute verdient ist. Münster hat uns heute vor einige taktische Aufgaben gestellt, wo wir noch während des Spiels reagieren mussten, insgesamt aber gut eingestellt waren. Die Mannschaft hat sehr gut gespielt, sehr gut verteidigt – und zwar alle. Auch haben wir endlich mal unsere Chancen konsequent genutzt.  Allerdings sage ich auch: Das heutige Spiel ist eine Messlatte für die Mannschaft. An dieser Leistung wird sie ab sofort gemessen werden. Wir werden weiter hart arbeiten – aber die Messlatte liegt ab sofort um einiges höher.
Kieran Schulze-Marmeling (Münster II): Wir haben heute verdient gegen starke Holzwickeder verloren. Unsere Leistung reichte einfach nicht aus. Es ist schon sehr beachtlich, wie der HSC das Negativerlebnis der letzten Woche weggesteckt hat. Allerdings weiß auch jeder in der Oberliga Westfalen, dass Holzwickede mehr kann und besser ist, als es der aktuelle Tabellenplatz ausdrückt.

Preußen Münster II: Kevin Hardensett, Sven Rüschenschmidt-Sickmann (62. Tom Sikorski), Marvin Benjamins, Elias Demirarslan (62. Kerem Sengün), Jan Klauke (46. Francesco Di Pierro), Marius Mause, Can Mehmet Pohl, Jano Ter-Horst, Pascal Koopmann (77. Jürgen Sinev), Luis Frieling, Nick Selutin.
HSC: Kevin Beinsen, Moritz Müller (46. Maurice Majewski), André Schneider, Enis Delija, Philipp Gödde, Marcel Duwe, Nils Hoppe (89. Dario Markovski), Robin Schultze (77. Til Busemann), Tomislav Ivancic (86. Dario Biancardi), Fabian Jenusch, Lucas Arenz
Tore: 0:1 Arenz (FE, 35.), 0:2 Schultze (52.), 0:3 Duwe (90+3)
Zuschauer: 40
Schiedsrichter: Felix Weller (FC Freier Grund/Siegerland).

Bildzeile: Holzwickedes Philipp Gödde im Zweikampf mit einem Münsteraner Gegenspieler.

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