HSC stutzt Adlerträgern die Flügel

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Fußball-Oberliga: SC Preußen Münster II – Holzwickeder SC 1:3 (0:1). Das einzige Team, das an diesem Sonntagnachmittag „Flügel bekam“, war der HSC. Die Holzwickeder gewannen auswärts bei der Reserve von Preußen Münster, in der Domstadt auch „Adlerträger“ genannt, hochverdient mit 3 1. Bei widrigen äußeren Bedingungen in der „Youngstars-Arena“ im Schatten der Preußen-Arena war es am Ende ein Erfolg des Willens und des unbedingten Gewinnen-Wollens.

Ganz schlechte Vorzeichen für das Spiel – Joshua Heinrich noch am Samstagabend operiert

Mit einem höchst übersichtlichen Kader reiste der HSC an. Mit den verletzten oder erkrankten Spielern Moritz Müller, Steven Kodra, Lamar Lambertz, Mirco Gohr, Joshua Heinrichs und den verhinderten Kerim Acil fehlten gleich sechs wichtige Akteure. Besonders arg hat es Joshua Heinrichs erwischt. Der Defensivspezialist, gerade nach Auslands-Studienaufenthalt und vorheriger Schulterverletzung wieder auf dem Weg zurück zu alter Stärke, hat sich eine ganz üble Blutvergiftung zugezogen und wurde sogar noch am Samstagabend operiert. Die besten Genesungswünsche von sport-kreisunna.de gehen an den sympathischen Spieler. Er wird nun mehrere Wochen ausfallen. „Wir haben heute auch für ihn gespielt“, so HSC-Coach Axel Schmeing.

Auch die Bank war mit Ersatzkeeper Malte Hegemann, Justin Pfaff, Marius Körner, Jonas Janetzki und Mohamed Yarhdi von der Personenzahl her mäßig besetzt. Dazu kam eine kleine Überraschung auf Seiten der Münsteraner. SCP-Trainer Sören Weinfurtner zauberte nämlich für seine Startaufstellung eine Überraschung aus dem Hut. HSC-Schreck Joel Grodowski, der mit seinen Toren im Dress für Hamm die Holzwickeder fast immer im Alleingang „erlegte“, lief nach Verletzungspause wieder für die ganz in Grün gekleideten Preußen auf. Alles keine guten Voraussetzungen für den HSC gegen den bis dato einen Platz besser platzierten Gastgeber.

HSC dominiert erste Halbzeit klar

Die ersten 45 Minuten fand nur der HSC statt. Die Schmeing-Mannen waren von Beginn an hellwach, arbeiteten gut und engagiert gegen den Ball, kauften ihren Gegner jeglichen Schneid ab und war klar feldüberlegen. Lennart Uedickoven passte auf Nico Berghorst, der Münsters Keeper Marko Dedovic zu einer ersten Parade zwang. Auch Marcel Reichwein fand in Dedovic seinen Meister (21.). Nico Berghorst prüfte per Kopf die Qualität des Pfostens (23.), Tomislav Ivancic ballerte das Leder über die Latte 29.). Pass René Richter auf Nico Berghorst, doch der kam um einen Schritt zu spät (32.). Das überfällige 1 : 0 bejubelte der Gast in der 34. Minute. Sebastian Hahne spielt auf Nico Berghorst, der sieht den im Fünfmeterraum komplett „blank“ stehenden Marcel Reichwein, der wiederum humorlos zum 1 : 0 einschiebt. Nichts, aber auch rein gar nichts war bis zu diesem Zeitpunkt von den hochgelobten Joel Grodowski oder Ousman Touray zu sehen.

Münster spielt zweite Hälfte auch mal mit – doch die wichtigen Tore macht der HSC

Nach einer ordentlichen Kabinenansprache ihres Trainer Sören Weinfurtner beschlossen die Münsteraner, auch am Spiel aktiv teilzunehmen. Doch bis auf ein klares und zurecht aberkanntes Abseitstor (54.) kamen die Preußen nicht so richtig ins Spiel. Im Gegenteil: Auch die Körpersprache verriet, dass es irgendwie nicht ihr Tag war. So kam, was kommen musste. Bei einem schnellen Konter attackierte niemand den wieselflinken Sebastian Hahne, der dann auch noch Torhüter Mirko Dedovic lehrbuchmäßig ausspielte – und es stand 2 : 0 (71.).

Der eingewechselte Sören Wald stand dann plötzlich nach einem Freistoß total frei vor HSC-Keeper Kevin Beinsen und ließ diesem mit einem platzierten Kopfball keine Chance (80.). Jedes andere Spiel wäre jetzt vielleicht noch mal eng geworden – aber nicht bei der Preußen-Leistung vom Sonntag. Marcel Reichwein schloss einen erneuten schnellen Gegenangriff zum 3 : 1 fast im Gegenzug ab – die Entscheidung.

Schöne Szenen nach dem Abpfiff in der Kabine – Genesungswünsche und Geburtstagsgrüße

Der HSC ist ein Tram und hält zusammen. Das wurde nach dem Erfolg in Münster in der Kabine sehr sicht- und hörbar. Dem im Krankenhaus liegenden Kollegen Joshua Heinrichs wurde ebenso ein Ständchen (und Genesungswünsche) überbracht wie auch Aldin Kljajic. Kljajic feierte am Sonntag seinen 29. Geburtstag.

Holzwickede nun Sechster – am kommenden Sonntag Heimspiel gegen Eintracht Rheine

Mit 31 Punkte sprang der der HSC nun auf Rang 6. Zum Vorletzten (Erndtebrück) sind es nun 17 Punkte, auf Herne 16. Das sieht gut aus, aber wer Axel Schmeing kennt, der weiß, dass er mehr und die Mannschaft weiter entwickeln will. Am kommenden Sonntag, 15. März, 15 Uhr, gastiert der Fünfte, Eintracht Rheine im Montanhydraulik-Stadion. Falls es das Wetter und die Umstände zulassen.

SCP II: Marko Dedovic, Domini Florian Klann (72. Sören Wald), Nils Burchardt, Joel Grodowski (62. Diogo Alves Duarte), Jan Klauke (82. Jonas Ströker), Lukas Frenkert, Erhan Duyar (46. Julius Hölscher), Julius Woitaschek, Ousman Touray, Nicolai Remberg, Till Brinkmann, Sven Rüschenschmidt-Sickmann
HSC: Kevin Beinsen, Marcel Reichwein (85. Mohamed Yarhdi), Robin Rosowski, Tomislav Ivancic, René Richter, Mischa Mihajlovic, Sebastian Hahne, Nils Hoppe, Aldin Kljajic, Nico Berghorst (87. Justin Pfaff), Lennart Uedickove
Tore: 0 : 1 Reichwein (34.), 0 : 2 Hahne (71.), 1 : 2 Wald (80.), 1 : 3 Reichwein (81.)
Schiedsrichter: Leonidas Exuzidis (Arminia Ickern)
HSC-Bestnoten: Marcel Reichwein, Sebastian Hahne, Aldin Kljajic
Zuschauer: 100

Trainerstimmen
Axel Schmeing (HSC): Dass war eine Top-Leistung von uns. Wir haben auf die schwächeren Spiele gegen Siegen und Paderborn eine deutliche Reaktion gezeigt. Wir waren wach, fokussiert und zweikampfstark. Bemängeln kann iah nur, dass wir in der ersten Halbzeit nicht mehr Tore erzielt haben. In der zweiten Halbzeit hat Münster mehr Druck ausgeübt. Unser Umschaltspiel hätte ich mir da klarer gewünscht. Doch, wie gesagt, am Ende war der Dreier hochverdient.
Sören Weinfurtner (SCP II): Mir fehlte bei vielen Spielern die Körperhaltung, der letzte Wille. Gar keine Frage, der Erfolg für Holzwickede war hochverdient.

Co-Trainer Florian Bartel auch 20/21 an Bord

Co-Trainer Florian Bartel hat seinen Vertrag beim HSC um ein Jahr verlängert. Er geht nun in seine zweite Spielzeit.

Bild: Der Holzwickeder Robin Rosowski(li.) im Zweikampf mit einem Münsteraner Gegenspieler.

 

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