HSC nach 4:2 gegen Brünninghausen Dritter beim Hecker-Cup – Türkspor Dortmund gewinnt das Turnier nach 2:1 im Finale gegen Schüren

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Fußball: Fünf Siege, ungeschlagen – und am Ende „nur“ Bronze beim Hecker-Cup in Aplerbeck. Wie im falschen Film kam sich Oberligist Holzwickeder SC nach dem 4:2 im „kleinen Finale“ gegen den FC Brünninghausen vor. Vor allem, als im anschließenden Endspiel Türkspor Dortmund, im Halbfinale eigentlich sportlich dem HSC mit 0:2 unterlegen, gegen den BSV Schüren mit 2:1 gewonnen hatte und 2.000 Euro Siegprämie einstreichen durfte. Für den HSC waren es am Ende 600 Euro auf dem Konto – und die Gewissheit, der „Sieger der Herzen“ gewesen zu sein.

„Jetzt erst recht!“

„Jetzt rocken wir das Ding, jetzt erst recht!“ Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch trat Oberligist Holzwickeder SC im Spiel um den dritten Platz beim 24. Hecker-Cup, mit 4:2 gegen den Westfalenligisten FC Brünninghausen gewonnen. Wie motiviert das Team war, zeigte sich kurz vor dem Anstoß. Einige Spieler wollten schon auf das Feld. Doch wurden sie von Betreuer und Trainer „zurückgepfiffen“ – zu einer Motivationsansprache in der Kabine. Und doch wurde die erste Halbzeit zu einem Duell der „Gefrusteten“. Es war kein gutes Spiel in der ersten Hälfte an diesem Samstagnachmittag auf dem tiefen und mit Löchern übersäten Rasenplatz des Urlaubsguru Waldstadions, dass die Zuschauer zu sehen bekamen. Zu sehr merkte man beiden Teams nicht nur die bisherigen Strapazen des Turniers und der gesamten Vorbereitung, sondern auch die Frustration über die Ereignisse der letzten 24 Stunden an.

Da wäre einmal der HSC. Das schon absurde Theater um die Einsatzberechtigung von Stürmer Philipp Gödde beim 2:0-Halbfinalerfolg gegen Türkspor Dortmund, der nachträglich in ein 0:2 umgewandelt wurde, Verletzungen bei Spielern und aus Sicht des HSC fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, die im Viertelfinale gegen Hombruch in einen schlampig-fehlerhaft-ausgefüllten Spielbericht gipfelten, nervten die Holzwickeder sichtlich. Und auch der FC Brünninghausen, kämpfte erkennbar mit sich und dem Negativerlebnis des ganz schwachen 1:3 im Halbfinale gegen den BSV Schüren. Dazu kam die in diesem Spiel erlittene schwere Schulterverletzung des Ex-HSCer David Vaitkevicius in diesem Match gegen den BSV.

Bildzeile:  Philipp Gödde wirkte im Spiel gegen Brünninghausen nur von der Außenlinie mit. Er war erneut gesperrt, da er ja die Gelb-Rote Karte gegen Hombruch kassiert hatte, im  Halbfinalspiel gegen Türkspor aber mitgewirkt hatte.

Es war also am „grünen Tisch“ angerichtet für ein Spiel nur noch für die Statistik und ohne großen sportlichen Wert. Der HSC hatte im ersten Test der neuen Spielzeit am 13. Juli den FC Brünninghausen im heimischen Montanhydraulik-Stadion mit 4:2 besiegt.

Wenig Höhepunkte in Hälfte eins

Wenig gab es in den ersten 45 Minuten zu sehen. Leon Gensicke schoss in den Aplerbecker Himmel komplett freistehend aus rund 15 Metern. In der ersten Minute der Nachspielzeit der ersten 45 Minuten fiel dann doch das verdiente 1:0 für Holzwickede. Lenart Uedickoven passte auf Tomislav Ivancic, der zur Führung einschob (40.+1).

Schlimme Verletzung bei Dario Markovski befürchtet

Leider schlug erneut das Verletzungspech zu – und zwar in der 35. Minute, als der Neuzugang des HSC von der U 19 von Preußen Münster, Dario Markovski, nach einem Zweikampf liegenblieb und lange behandelt werden musste. Eine Verletzung oder gar ein Kreuzbandriss stehen zu befürchten – das werden Untersuchungen in den nächsten Tagen zeigen. In jedem Fall droht eine längere Pause.

Torfestival in der zweiten Halbzeit

Der HSC wollte den Sieg – und Leon Gensicke ging mit gutem Beispiel und dem 2:0 in der 48. Minute voran, als er aus gut 20 Metern einnetzte. Kubilay Tekin verkürzte schnell auf 2:1 (51.). Das 3:1 durch Lennart Uedickoven gehörte neben dem Torschützen auch Brünninghausens Torhüter Tim Helmdach, der den durchaus haltbaren Ball von Uedickoven ins eigene Tor boxte (52.). Dominik Deppe verkürzte nach einem schweren Abwehrfehler der Holzwickeder auf 2:3 (61.). In der ersten Minute der Nachspielzeit machte Henri Böcker in einer Kontersituation mit dem 4:2 dann alles klar.

Platz 3 und 600 Euro für den HSC, 400 Euro für den FC Brünninghausen – am Ende klingelten zumindest ein wenig die Mannschaftskassen, auch wenn der HSC mit seinem Schicksal und all den Widrigkeiten bei diesem 24. Hecker-Cup haderte.

Bildzeile: Platz drei ging an den Holzwickeder SC. Das „kleine Finale“ wurde mit 2:1 gegen Brüninghausen gewonnen.

Keine Verstimmung zwischen HSC und ASC

Dis Disqualifikation des HSC durch den veranstaltenden HSC soll nicht zu einer Verstimmung oder Eintrübung des Verhältnisses beider Vereine führen. So wurde in den letzten Stunden auch abseits aller fachlichen und regeltechnischen Diskussionen bereits „Diplomatie“ betrieben. So schreibt der HSC in seinem Facebook-Auftritt „„Ein Formfehler in der Betrachtung des Regelwerks sorgt für eine Niederlage am grünen Tisch“ und lässt damit zumindest offen, wer denn nun den Fehler begangen hat. Und auch ASC-Vorsitzender Michael Linke gibt sich gelassen: „Wir haben mit den HSC-Verantwortlichen gesprochen. Alle haben ihre Meinung ausgetauscht. Fest steht: Wir werden den HSC auch im kommenden Jahr einladen.“

So geht es jetzt für den HSC weiter

„Wir haben jetzt erst einmal eine Woche kein Spiel. Wir werden nun Abläufe, Taktiken und Standards eintrainieren. Bislang waren wir ja oft nur am Regenerieren zwischen den vielen Test- und Turnierspielen“, sagt HSC-Coach Marc Woller. Weiter im Spielbetrieb geht es dann am kommenden Sonntag, 15. August, um 15 Uhr im Kreispokalspiel der 1. Runde beim A-Ligisten FC Pelkum. Am Dienstag, 17. August, 19.30 Uhr, gastiert der HSC anschließend in einem weiteren Test beim Westfalenligisten Concordia Wiemelhausen. Am Sonntag, 22. August, 15 Uhr geht es auf die etwas mehr als 140 Kilometer weite Fahrt zum Westfalenpokalspiel der 1. Runde beim starken Westfalenligisten und Aufstiegsfavoriten in die Oberliga, den SC Preußen Espelkamp. Die Saison 21/22 in der Oberliga beginnt am Sonntag, 29. August, um 15 Uhr mit einem Auswärtsspiel bei Victoria Clarholz. Das erste Heimspiel der neuen Spielzeit findet dann am Sonntag, 5. September, 15 Uhr im Montanhydraulik-Stadion gegen den TuS Ennepetal statt.

Endspielsieg für Türkspor Dortmund

Keine Worte wollten die HSC-Verantwortlichen im Nachgang zum Finale verlieren. Das 2:1 durch den Ex-HSCer Marcel Reichwein entschied in der 69. Minute das Duell zugunsten von Türkspor gegen den BSV Schüren. Das 1:0 für Türkspor hatte Kimaz Hamza in der 48. Minute erzielt, den zwischenzeitlichen Ausgleich für Schüren Kamil Bednarski (63.). Damit sicherte sich Türkspor die Siegerprämie von 2.000 Euro.

HSC: Kevin Beinsen, Til Busemann (46. Maurice Majewski), André Schneider, Marcel Duwe, Tim Walter Breuer 64. Ensar Selmanaj), Leon Gensicke, David Markovski (35. Henri Böcker), Tomislav Ivancic, Dario Biancardi (66. Lavdrim Yusufi), Lennart Uedickoven, Fabian Janusch.
FC Brünninghausen: Tim Helmdach, Sebastian Kruse, Kubilay Tekin, Jan-Nils Bachmann (23. Dominik Deppe), Anis El Hamassi (80. Firat Cinar), Dietrich Liskunov, Emre Hamut, Onur Tekin (68. Sebastian Lötters), Justin Funhoff (53. Kubilay Kodaman), Aboubar Miguel Touré (53. Paul Jonathan Zulauf), Marcel Großkreutz.
Tore: 1:0 Ivancic (40+1), 2:0 Gensicke (49.), 2:1 Tekin (51.), 3:1 Uedickoven (52.), 3:2 Deppe (61.), 4:2 Böcker (80+1).
Zuschauer: 500
Schiedsrichter: Matti Leimbach.

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