HSC muss nach deutlichem 0:4 in Espelkamp in der 1. Runde des Westfalenpokals früh die Segel streichen

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Fußball,1. Runde Krombacher-Westfalenpokal: SC Preußen Espelkamp (Westfalenliga 1) – Holzwickeder SC (Oberliga) 4:0 (2:0). Schade: Der Traum des Holzwickeder SC vom Erreichen der 2. Runde des Westfalenpokals ist nach dem 0:4 (0:2) beim ambitionierten Westfalenligisten FC Preußen Espelkamp frühzeitig ausgeträumt. Und das völlig verdient. Damit spielen die Ostwestfalen in der 2. Runde zuhause gegen den SC Verl und der HSC muss sich auf die Oberliga-Meisterschaft und den Kreispokal konzentrieren. Klar ist: Die Meisterschaft der Westfalenliga führt nur über dieses ungemein starke Team – und ein Wiedersehen in der Oberliga-Spielzeit 22/23 beider Clubs ist mehr als wahrscheinlich.

Bereits beim Auflaufen und einem ersten Mustern der Preußen war klar: Das ist ein Team, das über absolute körperliche Fitness und ganz viel Erfahrung durch seine Ex-Bundesliga-, Regional- und Oberligaspieler kommt. Auf der piekfeinen Anlage von Espelkamp, in der es längst Pläne für einen Stadion-Ausbau gibt und alles sehr professionell zugeht, hingen von Beginn an die Trauben mehr als hoch. Ausgestattet mit viel Selbstbewusstsein nach Testspiel-Siegen beim Oberliga-Top-Club Gütersloh mit 5:1 und einem achtbaren 0:0 gegen den Regionalligisten SV Lippstadt, ging es von Beginn an mächtig zur Sache – und zur Halbzeit war bereits der Drops gelutscht.

Nur eine Viertelstunde konnte der HSC einigermaßen mithalten

Die erste Viertelstunde gestaltete der HSC noch ausgeglichen. Marcel Duwe verzog aus der Distanz knapp (8.) und scheiterte dann in der 11. Minute am guten Keeper von Espelkamp, Nino vom Hofe. In der 20. Minute dann eine Szene, die das Spiel doch noch in Richtung Gäste hätte kippen lassen könnte. Bei einem Schuss von Marcel Duwe war Espelkamps Verteidiger Michael Wessel, so zeigten es später auch Film- und Videoaufnahmen, mit dem Hand am Ball – und zwar auf der Strafraumlinie. Doch Schiedsrichter Maximilian Dolch entschied sich gegen Elfmeter. Eine zumindest fragwürdige Entscheidung. Dennoch war es das in Sachen HSC und einem möglichen Top-Spiel sowie einem besonderen Ereignis für alle Fußballfreunde der hiesigen Region gegen den Drittligisten SC Verl.

Ab der 21. Minute Espelkamp Herr im Hause

Allan Firmino Dantas zeigte den Preußen den Weg. Seinen Schuss parierte Kevin Beinsen prächtig (21.). Dann aber schlug es doch im Holzwickeder Kasten ein. Nach einer Ecke war eben jener Michael Wessel, der ein Handspiel zumindest provoziert hatte, mit dem Kopf zur Stelle und köpfte zur Führung der Preußen ein (24.). Es zeigte sich: Hier fehlte die Struktur in der Abwehr und ein Nils Hoppe, der allein mit seiner Größe hinten aufräumen kann. Arjeton Islamaj ließ dann noch den linken Holzwickeder Pfosten erzittern (32.). In der 39. Minute dann die Vorentscheidung. Lennart Madroch ließ die HSC-Abwehr mit einem Solo erneut schlecht aussehen und schoss zum 2:0 ein.

Es war die Halbzeitführung- und zwar eine überaus verdiente. Der HSC war nicht im Spiel, zeigte ohne Nils Hoppe im Abwehrzentrum eine überaus mäßige Leistung und war nicht eine Klasse besser – sondern eben eine Klasse schlechter.

Im Halbzeit zwei wurde Klassenunterschied deutlich

Die rund 30 mitgereisten Fans aus Holzwickede wurden mit zunehmender Spielzeit spürbar mürrischer ob der dargebotenen Leistungen der in neuen Leibchen angetretenen Holzwickeder. Es wurde sogar kurios: Orkun Tosun passte auf den komplett „blank“ stehenden Henrik Bartsch, der nur noch einzuschieben brauchte. Doch stattdessen klärte er den Ball in bester HSC-Abwehrmanier weg vom Tor.

Bildzeile: Selbst mit unfairen Mitteln des HSC ließ sich Espelkamp nicht vom ERfolgsweg abbringen.

Besser machte es sein Kollege Markus Esko, der mit dem Kopf das 3:0 erzielte (53.) – aber da war längst alles gegen den HSC entschieden.

Der HSC meldete sich dann doch noch einmal ins Spiel zurück. Auch aufgrund der hörbaren Unmutsäußerungen der eigenen, komplett enttäuschten Fans. Robin Schultze (63.), Marcel Duwe (65.) und Philipp Gödde scheiterten an Keeper Nino vom Hofe – aber ehrlich: Riesenchancen waren das nicht.

Als dann Markus Esko auf HSC-Keeper Kevin Beinsen stürmte, langte HSC-Abwehrspieler André Schneider zu – Elfmeter. Der eingewechselte Alban Shibar verwandelte zum 4:0 – dem Endstand. Damit ging ein einseitiger Nachmittag in Espelkamp zu Ende – und ein komplett verdienter Sieg für den tieferklassigen Westfalenligisten aus Espelkamp.

Dario Markovski – ein- und wieder ausgewechselt

In der 46. Minute wechselte Marc Woller Dario Markovski ein – und ihn gleich wieder wegen Knieproblemen in der 65. Minute gegen Tim-Walter Breuer auszuwechseln. Die Leistung des Neuzugangs der U19 des SC Preußen Münster hatte allerdings ganz viel Luft nach oben.

Kevin Beinsen mit toller Reaktion zu den Fans

„Sorry für die Leistung. Danke dass ihr hier wart. Bis in einer Woche in Clarholz!“ so verabschiedete sich HSC-Keeper Kevin Beinsen von den enttäuschten Fans. Andere hatten es da eiliger und waren wortloser…

„Getarnt“ nach Espelkamp – und kleine Städte-Tour

Die rund 150-Kilometer lange Anreise gestaltete sich zu einem kleinen Abenteuer und einer Sightseeing-Tour. So fuhr der HSC ausgerechnet im Mannschaftsbus des Liga-Konkurrenten Hammer SpVg nach Ostwestfalen – sehr zum Leidwesen der rund 30 mitgereisten Fans. Dann dachte sich der Busfahrer auch noch, die Schönheiten der Landschaft und der Stadt Espelkamp zeigen zu müssen – und stand zweimal auf einem Wirtschaftsweg im „Nirgendwo“. Wenn’s denn nicht läuft…

HSC-Trainer Marc Woller: Wir haben heute gegen seinen sehr routinierten, abgeklärten Gegner gespielt, der alle Böcke in unserer Abwehr ausgenutzt hat. Der Sieg für Espelkamp ist natürlich verdient. Wir werden nun unter der Woche die Fehler aufarbeiten und beim ersten Saisonspiel in Clarholz eine ganz andere Performance bringen. Wir dürfen allerdings nicht vergessen: Espelkamp ist ein besonderer Westfalenligist, den wir wahrscheinlich bald als Oberligist wiedersehen werden.

Preußen: Nino vom Hofe, Arjeton Islamaj, Michael Wessel, Ben Klostermann, Heinrik Bartsch, Allan Firmino Dantas, Markus Esko, Lennart Madroch (67. René Freimuth), Semir Ucar, Orkun Ucar, Orkun Tosun (79. Maik Stoll), Jan Marten Rittmann (76. Arian Berisha).
HSC: Kevin Beinsen, André Schneider, Enis Delija, Marcel Duve, Leon Gensicke, Lucas Arenz, Robin Schultze, Maurice Majewski (46. Til Busemann), Tomislav Ivancic, Dario Biancardi (65. Philipp Gödde), Fabian Jenusch (46. Dario Markovski, 65. Tim-Walter Breuer)
Tore: 1 : 0 Wessel (24.), 2 : 0 Madroch (39.), 3 : 0 Esko (53.), 4 : 0 Shibari (FE, 85.)
Zuschauer: 150
Schiedsrichter: Maximilian Dolch (Schloß Holte-Stuckenbrock).

Bildzeile: Die Mimik der Holzwickeder Spieler verrät es – sie waren unzufrieden ob ihrer Darstelling in Espelkamp, der daraus resultierenden Niederlage und des Pokal-Aus.

 

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