HSC möchte keine Geschenke verteilen zum 100-jährigen von Victoria Clarholz

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Fußball-Oberliga Westfalen: Holzwickeder SC – TSV Victoria Clarholz (Sonntag, 27. September, 15 Uhr, Montanhydraulik-Stadion, Jahnstraße 7). Dritter Platz mit neun Zählern aus drei Spielen bei 10:2 Toren. In der aktuellen Tabelle sind nur Spitzenreiter FC Gütersloh (12 Punkte) und der FC Kaan-Marienborn (10) besser. Am Donnerstagabend beim Ex-Regionalligisten TuS Haltern (4:0) war Holzwickede wieder einmal mit einer gnadenlosen Effizienz in der Offensive ausgestattet. Das sieht aktuell richtig gut für den HSC aus, auch wenn es nur eine Momentaufnahme ist.

Daher wird HSC-Trainer Axel Schmeing auch nicht müde zu warnen und auf die Euphoriebremse zu treten. „Jeder Zähler ist bei fünf und möglichen sieben Absteigern am Ende der Saison enorm wichtig. Daher wollen wir den Schwung aus den ersten drei Partien auch am Sonntag gegen Clarholz mitnehmen.“

Clarholz dachte lange über Oberliga-Start nach

Clarholz liegt in Ostwestfalen unweit von Oelde, Warendorf und Wiedenbrück. 1992 startete der 1920 gegründete Verein sogar in der damaligen 4. Liga. Dann aber ging es etwas bergab bis in die Bezirksliga, in der man vor zehn Jahren noch spielte. Dann kamen die Aufstiege in die Landes- und Westfalenliga – wo man allerdings zumeist gegen den Abstieg spielte. In der letzten Spielzeit überraschte die Victoria dann alle. Beim Saisonabbruch stand man auf dem 3. Platz. Über die Quotientenregelung aber landete man auf dem 1. Rang – dank des besseren Torverhältnisses vor Borussia Emsdetten.
Dann begann die Phase des Nachdenkens bei den Ostwestfalen, man entschied dann aber im fünfköpfigen Vorstand angesichts des 100-jährigen Bestehens, sich mit der Wahrnehmung des erstmaligen Aufstiegs in die Oberliga ein besonderes Geschenk zu machen. Dabei war der finanzielle Aspekt unumstritten: „Wo nicht mehr Geld da ist, kann man auch nicht mehr Geld ausgeben.“ Heißt im Klartext: Der TSV Victoria Clarholz wird die Oberligasaison zu Westfalenliga-Konditionen bestreiten, auch nur dreimal die Woche trainieren und damit einmal weniger als die meisten Konkurrenten.
Trainer Christopher Christopher Hankemeier ist überzeugt: „Sportlich können wir mithalten. Zudem gibt es bei uns eine große Verbundenheit mit dem Verein und im Dorf, denn 80 Prozent aller Seniorenspieler haben schon in der Jugend hier gespielt.“ Viermal in der Woche Training ist für den 30-jährigen auch nur schwerlich mit dem Beruf vereinbar. Mit seinem Vater hat er ein Unternehmen mit Garten- und Landschaftsbau, einem Blumenhaus, einem Baustoffhandel und einem Bestattungsunternehmen. An Neuzugängen gönnte sich der Verein André Warkentin (SC Wiedenbrück), Dennis Bonin (TuS Freckenhorst), Massimo Drobe (SC Verl II) und Tayfun Ozer (Türkgücü Gütersloh).

Im Erfolgsfall ein „Victorianer“

Dass das Gefüge schon recht gut passt, zeigte der TSV beim Auswärtserfolg am ersten Spieltag bei Westfalia Herne. Und auch beim 1 : 4 am Donnerstagabend zuhause gegen den Oberliga-Topfavoriten RSV Meinerzhagen ging man im Heimspiel sogar mit 1 : 0 durch Andrej Dreichel in Führung. Dann aber konnte trotz Roter Karte für Meinerzhagen man die numerische Überlegenheit und auch das Heimrecht nicht nutzen, so dass auf dem Platz und später an „Rixes Grillhütte“ die Stimmung dann doch etwas gedrückt war, man sich aber bereits auf die nächste Aufgabe in Holzwickede freute. Aktuell ist Clarholz 14. Erfolgreichster Torschütze ist Marlon Herzog mit zwei Treffern. In jedem Fall möchte der Club weiter erfolgreich in der Oberliga kicken. Zur Belohnung gibt es dann nach jedem „Dreier“ oder Punkt-Erfolg ein „Victorianer“: Das Kellerbier wurde zum 100-jährigen und Oberliga-Aufstieg eigens von der Potts Brauerei in Oelde aufgelegt.

HSC hofft auf Enis Delija und Mohamed Yarhdi

Enis Delija, der einen Schlag auf das Knie im Spiel gegen Haltern bekommen hat, ist für das Clarholz-Spiel noch fraglich. Mohamed Yarhdi hat seine Verletzung gut überstanden, könnte aber noch über volle 90 Minuten Probleme bekommen. Aber mit den gegen Haltern eingewechselten René Richter, Justin Pfaff und Connor Riley McLeod sowie Tomislav Ivancic, Tim Finkhaus und Maximilian Venos hat Axel Schmeing noch viel Qualität in der Hinterhand. Taktisch wird er auch gegen Clarholz seiner Mannschaft auf das sofortige Annehmen von Zweikämpfen ab der ersten Minute, hohes Pressing und ein superschnelles Umschaltspiel verordnen. „Grundaggressivität im Verbund – und zwar über 90 Minuten inklusive Nachspielzeit“ nennt das Axel Schmeing. Vorne sind Sebastian Hahne und Nico Berghorst ohnehin derzeit in guter Verfassung und auch mit dem nötigen Glück bei den Torschüssen. Und auch ein Robin Schultze, der immer mehr zum Führungsspieler wird und die Mannschaft ist für seine Ausflüge „nach vorne“ bekannt. „Es geht allerdings wirklich nur mit einem Hellwachsein vom Anpfiff an und vor allem keinem Unterschätzen dieses starken Aufsteigers“, so Schmeing.

Schnelles Wiedersehen mit Clarholz

Bereits einen Monat später treffen Holzwickede und Clarholz erneut aufeinander: Dann aber in der ersten Runde des Westfalenpokals und im Holzhofstadion in Clarholz. Anstoß dieses Pokalspiels wird am Samstag, 31. Oktober, um 14 Uhr sein.

500 Zuschauer am Sonntag zugelassen – keine vorherige Online-Registrierung mehr

Für das Oberliga-Heimspiel am Sonntag sind 500 Zuschauer zugelassen. Eine vorherige Online-Registrierung ist nicht mehr erforderlich. Zwei Kassen öffnen am Eingang Jahnstraße. Hier müssen die Besucher ihre Kontaktadressen hinterlassen. Die Kasse am Parkplatz Montanhydraulikstraße bleibt geschlossen.

Bildzeile: HSC-Torhüter Kevin Beinsen verlebte am Donnerstagabend im Spiel beim 4:1-Erfolg in Haltern ausgesprochen ruhige 90 Minuten. Lautstark und klar waren seine Anweisungen, groß eingreifen mit Paraden brauchte er zu keinem Zeitpunkt. Am Ball ist hier Marcel Duwe, der erneut ebenfalls komplett überzeugte. Nach seinem Kreuzbandriss ist er wieder nahezu „der Alte“.

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