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HSC mit unnötiger 0:2-Niederlage in Herne – Schmeing stellt Qualitätsfrage

HSC mit unnötiger 0:2-Niederlage in Herne – Schmeing stellt Qualitätsfrage

Fußball-Oberliga: Westfalia Herne – Holzwickeder SC 2:0 (0:0). „Absteiger“ und „Gegen Herne kann man mal verlieren“ gab der sangesfreudige Herner Anhang den mit hängenden Köpfen vom Platz gehenden Holzwickedern mit auf den Heimweg. Der HSC rangiert nun nur noch auf Platz 15 punktgleich mit dem 16. aus Brünninghausen, einem Pünktchen vor Gütersloh und vier Zählern vor dem Letzten Gievenbeck. Das Restprogramm des HSC ist anspruchsvoll.

In der Pressekonferenz wurde Axel Schmeing überaus deutlich: „Das Thema individuelle Qualität begleitet uns jetzt seit Wochen. Es ist nicht nur Pech, sondern auch eine ganz gehörige Portion Unvermögen, bei allem Respekt vor den gegnerischen Torhütern, wenn man wie wir so viele Torchancen vergibt.  Man kann Spieler entwickeln, aber irgendwann ist damit beim Einzelnen auch mal das Ende der Fahnenstange erreicht. Wir sind da einfach in vielen Situationen, und das seit vielen Wochen, nicht gut genug.“

Deprimierte Worte eines völlig zu Recht enttäuschten Trainers, die weh tun – nicht nur bei den Spielern, sondern auch beim nicht mehr ganz so zahlenmäßig großen angereisten Anhang, der sich am Sonntag auf den Weg in die Revierstadt in die real-Arena aufgemacht hatte. Aber die insgesamt 93 Minuten inklusive Nachspielzeit zeigten, dass sich scheinbar alles gegen den HSC verschworen hat. Gleich in der 9. Minute lag der Ball nach einem Kopfball von Joshua Heinrichs im Herner Tor – aber Schiri Stor entschied auf „Abseits“ – eine Zentimeterentscheidung. Herne kam überhaupt nicht ins Spiel. Nach 25 Minuten beorderte der immer mehr auf Betriebstemperatur kommende Westfalia-Coach Christian Knappmann alle Mann von der Ersatzbank zum Warmmachen. Zwischen der 28. Minute und dem Halbzeitpfiff wurde es dann vor dem Herner Kasten „vogelwild“. Enis Delija und Sebastian Hahne scheiterten nacheinander an Keeper Ricardo Seifried, der sprichwörtlich „hin und her flog“ und alles abwehrte. Sebastian Hahne (34.), Justin Pfaff (36.) und Kaniwar Uzun (38.) fanden in Hernes Torhüter ebenfalls ihren Meister. Den Herner Fans wurde in diesen 45 Minuten angst und bange um ihr Team.

Doch wer Christian Knappmann kennt, der weiß, dass so eine überschaubare Leistung seines Teams ihm gehörig gegen den Strich geht. Sein Schachzug zur Spielhälfte nach ordentlicher Kabinenansprache war so einfach und doch so klug: Für den enttäuschenden Takuya Brian Tasaka schickte er mit Maurice Kühn einen langen, kopfballstarken Akteur auf den Platz. „Lang und hoch nach vorne, da gibt es schon mal gute Chancen oder Kopfballvorlagen“, das war die so einfache und so effektive Strategie des Ex-Bundesligaprofis, die er seinem Team mitgab. Zugute kam ihm, dass der HSC den schon vor dem Spiel unter Leistenproblemen klagenden, ebenfalls sehr kopfballstarken Joshua Heinrichs zur Halbzeit gegen Ersan Kusakci auswechseln musste.

Es kam, was kommen musste. Herne kämpfte sich ins Spiel – sprichwörtlich. Nazzareno Ciccarelli geriet mit Tom-Niklas Kaluza aneinander. Der Herner war mit „Gelb“ sehr gut bedient. Er wurde gleich darauf auch aufgrund der Rotgefahr gegen Erhan Duyar (54.) ausgewechselt. Diese Aktion war allerdings eine Art Startschuss für die Herner. Sie übernahmen plötzlich die Initiative und wurden gleich belohnt. Maurice Kühn verlängerte mit dem Kopf einen Ball zu Ilias Anan – und der Goalgetter verlud Tom-Niklas Kaluza viel zu einfach und donnerte das Leder zum vielumjubelten 1:0 direkt unter die Torlatte in die Maschen. Da gab es für den guten Kevin Beinsen auch rein gar nichts zu halten. Nico Berghorst hatte dann noch mal eine Halbchance (64.) – doch die Stürmer treffen eben derzeit einfach nicht, wenn es darauf ankommt. „Wir hätten stundenlang weiterspielen können ohne zu treffen“, meinte dann auch nach Abpfiff ein sichtlich bedienter Axel Schmeing. Stattdessen stand immer mehr das Tor des HSC im Mittelpunkt des Geschehens. Herne drängte vehement auf die Entscheidung. Kai Hatano scheiterte an toll reagierenden Kevin Beinsen (74.). Michael Smykacz traf nur das Außennetz (81.).

Und für eben diesen Michael Smykacz, der vom Niederrhein-Oberligisten SpVg Velbert an das Schloss Strünkede gekommen war, hatte das Schicksal eine besondere Choreographie, leider zu Lasten des HSC, vorgesehen. Miki Orachev holte in der 85. Minute klar im Strafraum den in der 73. Minute eingewechselten Sohn des Ex-Profis Thorsten Legat, Nico-Thorsten Legat, von den Beinen. Michael Smykacz donnerte das Leder an die Latte und köpfte ein – was eben nicht regelkonform ist, weil das abseits ist (85.).

Was nach einer letzten Chance für Holzwickede aussah, entpuppte sich als das krasse Gegenteil. Vom HSC kam nichts mehr. Stattdessen schoss eben jener Elfmeter-Pechvogel Michael Smykacz mit dem 2:0 die endgültige Entscheidung herbei. Während die Herner mit ihrem Anhang jubelten, blieb den HSC-Kickern nur der Kreis nach Abpfiff und der Schwur „Wir sind EIN Team“. Das Team ist jetzt am Donnerstag, 18. April, gefragt: Gegen Tabellennachbar Rheine muss gewonnen werden – ohne „Wenn und Aber“. Anstoß im Montanhydraulik-Stadion ist um 18.30 Uhr – und damit die Chance zur raschen Rehabilitation gegeben.

Trainerstimmen
Axel Schmeing (HSC): Wir hatten in der ersten Hälfte unfassbar viele Torchancen. Wenn man die nicht macht, ist das nicht nur einfach Pech, sondern auch viel Unvermögen. Daher ist der Sieg von Herne auch nicht total unverdient. Ich versuche, Spieler immer weiter zu entwickeln. Aber irgendwann ist dann bei jedem Einzelnen auch die Fahnenstange erreicht. Das ist eine Qualitätsfrage, die uns schon seit Wochen begleitet. Wir sind derzeit einfach nicht gut genug. Wenn wir dann noch auf ein routiniertes, sehr gutes Team wie Herne treffen, wird das überaus deutlich. In der zweiten Halbzeit wurden taktische Vorgaben nicht eingehalten. Es kommt alles zusammen – auch das Verletzungspech, dass ich die kopfballstarken Kaniwar Uzun und vor allem Joshua Heinrichs in der Defensive auswechseln musste. Gegen Rheine kommt es nun zu einem echten Endspiel. Und meinen Trainerkollegen Christian Knappmann möchte ich bitten, dass er sich gegen alle Teams, die mit uns unten stehen, auch so reinhängt. Denn irgendwie sind Spiele unserer beiden Teams doch auch schön und interessant – wenn auch heute nicht. Christian möchte sicherlich weiterhin mit seiner Mannschaft gerne nach Holzwickede fahren.
Christian Knappmann (Herne): Ich muss meinem Kollegen Axel Schmeing in einem Punkt widersprechen. Ein Remis wäre heute für Holzwickede nicht so ganz unverdient gewesen. Wir mussten hart kämpfen, viel arbeiten. Wir wollten auf dem rechten Halbfeld Druck machen und auf lange Bälle setzen. Das mit den langen Bällen war ja auch hinterher mit der Einwechslung von Maurice Kühn erfolgreich.  Aber noch mal: Ein Remis wäre auch gerecht gewesen.

Herne: Ricardo Seifried, Maurice Temme, Ilias Anan (79. Nico-Thorsten Legat), Takuya Brian Tasaka (46. Maurice Kühn), Niklas Grzelka, Nico Pulver, Philipp Rößler, Nazzareno Ciccarell (54. Erhan Duyar), Felix Fuchs, Michael Smykacz, Kai HatanoHSC: Kevin Beinsen, Moritz Müller, Justin Pfaff, Enis Delija, Robin Rosowski, Kaniwar Uzun (59. Nico Berghorst), Miki Orachev, Sebastian Hahne, Joshua Heinrichs (46. Ersan Kusakci), Mirco Gohr (74. Patrick Sacher), Tom Niklas Kaluza
Tore: 1 : 0 Anan (58.) 2 : 0 Smykacz (90.)
Schiedsrichter: Waldemar Stor (Oetinghausen)
Zuschauer: 640
HSC-Bestnoten: Kevin Beinsen, Miki Orachev

Bild: Der HSC vergab in Herne wiederum zu viele Torchancen und musste sich 0:2 geschlagen gfeben.

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