HSC mit einer Mini-Serie – und erstem Heimsieg

Fußball: Zwei Siege in Folge gehören nicht unbedingt zum Oberliga-Alltag des Holzwickeder SC. Nach 3 : 2 gegen den TuS Ennepetal und dem 4 : 2-Auswärtserfolg vor einer Woche in Rheine sowie dem Einzug ins Kreispokal-Viertelfinale stehen nun sogar drei Erfolge nacheinander zubuche. Der Erfolg über Spitzenreiter Ennepetal am Sonntag bedeutete ferner den ersehnten ersten Heimsieg nach vorausgegangenen zwei Niederlagen zuhause gegen Schermbeck und Preußen Münster II. Dass der HSC nun wieder die Sonnenseite des Fußballer-Daseins betreten hat, ist umso höher vor dem Umstand zu bewerten, dass ein Dutzend Namen auf der Ausfallliste des Vereins stehen. „So etwas habe ich weder in der Oberliga, noch zu meiner aktiven Zeit erleben müssen“, sagt HSC-Trainer Axel Schmeing.

„Jeder kann jeden in der Liga schlagen – wir können aber auch gegen alle verlieren“

Befragt nach seinem Rezept, immer wieder, trotz Ausfälle und Rückschläge eine wettbewerbsfähige Truppe auf die Plätze zu schicken, antwortet er: „Alle im Team haben den Ernst der Lage erkannt. Wir wollen den Klassenerhalt. Wir sind ein Team. Dieser Mannschaftsgeist macht uns stark und hilft uns ungemein in der jetzigen Situation.“ Und Co-Trainer Axel Greig ergänzt: „Jeder kann jeden in der Oberliga schlagen. Wir können aber auch gleichermaßen gegen jeden verlieren. Daher ist jeder jetzt gewonnene Punkt Gold wert.“

„Basteln mit Axel“

Es ist fast unredlich, aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung Spieler hervorzuheben. Schmeing lobte dennoch stellvertretend für alle, die er in seinen „Mannschafts-Bastelstunden“ zu einem Gefüge zusammensetzen muss, Mohamed Yarhdi. Der Neuzugang vom VfL Kemminghausen war monatelang krankheits- und verletzungsbedingt aus dem Verkehr gezogen. „Vor sechs Wochen konnte er sich nicht vorstellen, Oberliga spielen zu können. Das tut er jetzt erfolgreich, auch wenn die Kräfte noch nicht über die volle Distanz reichen“, verteilte Schmeing Komplimente. Oder der junge Jona Deifuß: Der hatte, abgezockt wie ein „Alter“, blitzschnell bei einem rasch ausgeführten Freistoß von Sebastian Hahne geschaltet und den Pass zum 3 : 2-Siegtreffer in der 93. Minute verwertet. Bis zu Sommer dieses Jahres spielte Deifuß noch in der U 19 von RW Ahlen in der Westfalenliga. Oder auch Marcel Reichwein. Der Ex-Profi stellt sich in den Dienst der Mannschaft und geht keinem Zweikampf aus dem Weg – trotz der Schulterverletzung, die ihn immer noch behindert. „Das braucht auch noch zwei, drei Wochen“, so „Cello“. Ehrensache, dass Reichwein beim Elfmeter die Verantwortung übernahm und sicher zur 1 : 0-Führung verwandelte (22.). Einmal in Torlaune, knallte er das Leder zwei Minuten später an den Pfosten.

Nils Hoppe angeschlagen – doch gegen Rhynern sollte er wieder dabei sein         

Kein Wunder, dass Axel Schmeing das Feierabendbier nach getaner Arbeit am Sonntag auf der überdachten Terrasse des Ballhauses schmeckte. Vor allem, als ihm Kapitän Nils Hoppe signalisierte, dass seine Muskelverletzung, die er sich kurz vor Schluss zugezogen hatte, nicht allzu schlimm sei. Dosiertes Training ist nun angesagt, damit es für einen Einsatz am kommenden Sonntag in Rhynern reicht.

Glücksbringer Kevin Beinsen

Vielleicht hat der HSC seinen guten Lauf auch einem besonderen Glücksbringer zu verdanken, der aktuell „Vertretungsdienste“ beim HSC übernimmt. In Rheine unterstützte der Ex-Keeper Co-Trainer Marcel Greig an der Linie, da, wie berichtet, Axel Schmeing in Rheine aus familiären Gründen passen musste. Gegen Ennepetal vertrat Beinsen Torwarttrainer Marcel Piasczyk und schoss die beiden Torhüter Muhamed Acil und Ersatzkeeper Malte Hegemann warm. Kevin Beinsen hat übrigens nach wie seinen Spielerpass beim HSC. Er könnte damit sehr schnell wieder einsteigen als Torhüter, oder auch als Offensivkraft. Das hatte er in der Jugend und zuletzt vor drei Jahren beim Kreispokalspiel des HSC in Nordbögge und drei Treffern dort gezeigt. Dann aber muss die unglaubliche Verletzungsserie des HSC aber wirklich anhalten und sich fortsetzen, was eher unwahrscheinlich ist.

Oberliga-Tabelle sieht für den HSC wieder freundlicher aus

Der Sieg gegen Spitzenreiter Ennepetal machte nicht nur den Kampf an der Spitze spannender. Da führt nun RW Ahlen vor Ennepetal und Meinerzhagen. Der HSC sprang von Platz 14 auf Rang elf. Zum ersten Abstiegsplatz sind es fünf Punkte – zum fünften Platz drei Punkte. Es geht eng zu in dieser Oberliga Westfalen. Aktuell hat der HSC neun Punkte (zwei Siege, drei Remis, zwei Niederlagen) bei 13 : 13 Toren.

Jetzt geht es zum Kreis-Derby zu Westfalia Rhynern    

Am kommenden Sonntag, 29. September, geht es um 15 Uhr gegen Westfalia Rhynern im Stadion „Papenloh“. Rhynern erreichte, trotz 0 : 1 Rückstand, zuletzt ein 1 : 1 gegen Westfalia Herne. Vor wenigen Wochen noch in der letzten Spielzeit unterlag der HSC in Rhynern, trotz gutem Spiels und phasenweise großer Überlegenheit, mit 0 : 1. Aktuell ist Rhynern Siebter und hat mit zehn Punkten einen mehr als der HSC. Auf dem Papier her ist also kein absoluter Favorit auszumachen. Dennoch wird sich beim HSC personell wenig tun, sodass weiterhin zwölf Ausfälle irgendwie kompensiert werden müssen.

Bild: Mohamed Yarhdi (li.) zeigte in der Defensive im Spiel gegen den TuS Ennepetal erneut eine gute Leistung. Seine Kräfte reichen nach langer Verletzungspause allerdings noch nicht über volle 90 Minuten

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