HSC hat’s im Spitzenspiel gleich doppelt schwer

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Fußball-Oberliga Westfalen: RSV Meinerzhagen – Holzwickeder SC (Sonntag, 11. Oktober, 15 Uhr, Stadion an der Oststraße (Kunstrasen), Meinerzhagen). Zu einem einen angeschlagenen, aber damit doppelt gefährlichen Gegner muss der HSC am Sonntag reisen. Im Stadion an der Oststraße geht es gegen den Top-Aufstiegsfavoriten RSV Meinerzhagen. Die Sauerländer kassierten am Donnerstagabend im Nachholspiel mit einem überraschenden 0:1 bei den Sportfreunden Siegen die bereits zweite Niederlage im sechsten Spiel. Erster Bezwinger des von Nurin Sahin massiv unterstützten Clubs war die 2:4-Pleite daheim gegen den TuS Haltern. Sowohl gegen Siegen als auch Haltern hat der HSC seinerseits bezwungen. Ein gutes Omen für den Gast aus Holzwickede?

RSV hat einen Kader für zwei ganz starke Oberliga-Teams“

HSC-Trainer Axel Schmeing winkt ab. „Schaue ich mir an, wer bei denen spielt und wer auf der Bank sitzt, dann sind das gleich zwei Oberliga-Teams, die beide ganz oben dabei wären.“ Auch Co-Trainer Florian Bartel, der sich am Donnerstagabend vor Ort im Siegener Leimbachstadion und mit rund 500 Zuschauern das Match angeschaut und sich akribisch Notizen gemacht hatte, stößt in das gleiche Horn. „Der Dortmunder Ex-BVB II-Torhüter Johannes Focher, Nik Kunkel, der bereits viermal getroffen hat, der immer brandgefährliche Ron Berlinski, Tim Treude oder Pascal Beilfuß und Alessandro Tomasello: Das ist Qualität, die stehen in der Defensive gut, und deren Angriffe sind schwer zu verteidigen.“ Immerhin schaffte es der Siegener Joshua Walter am Donnerstagabend einmal (43.), das Bollwerk zu bezwingen. Die Meinerzhagener Stürmer enttäuschten komplett. Gegen gut-gestaffelte Siegener, mit 70 Prozent Ballbesitz, aber auch erschreckend vielen Ballverlusten reichte es einfach nicht für den RSV. Spieler Til Bauman meinte dann auch nach Abpfiff im Interview: „Die Tabellensituation macht uns schon Druck. Eigentlich ist das Spiel gegen Holzwickede kein Spitzenspiel mehr, denn wir laufen der Musik schon gehörig hinterher.“ Eine Aussage, die Axel Schmeing naturgemäß ganz anders sieht und nicht teilt.

Bildzeile: HSC-Trainer Axel Schmeing

Wenn`s nicht so klappt, wird beim RSV nachgelegt: Ex-Profi aus amerikanischer Profiliga MLS verpflichtet

Und wenn es mal nicht klappt, kann Meinerzhagen immer nachlegen. So wurde unter der Woche Omar Jessey kurz vor Transferschluss verpflichtet. Der offensive Mittelfeldspieler, der sich auf der rechten Außenbahn sehr wohlfühlt, feierte Anfang 2010 sein Profidebüt für die San José Earthquakes in der amerikanischen Profiliga MLS. In der Jugend wurde er in Charlton, beim FC Chelsea und bei Crystal Palace ausgebildet.

HSC hat keine guten Erinnerungen an die letzte Saison – RSV mit großartigen Erfolgen

Ein echtes Spiel zum Vergessen erlebte der HSC in Meinerzhagen in der vergangenen Spielzeit. Mit 0 : 5 gab es die höchste Niederlage in der Oberliga; schon zur Halbzeit war mit 0 : 2 die Messe praktisch gelesen. Dass es am Ende für den RSV nicht zum mehr als verdienten Regionalliga-Aufstieg gereicht hatte, war Corona, dem Abbruch der Saison und der Quotientenregelung zu „verdanken“. Ahlen hatte weniger Spiele bestritten, davon im Verhältnis zum RSV mehr gewonnen und war dadurch in die vierte Liga hochgegangen.

Westfalenpokalsieger, DFB-Pokal-Hauptrundenteilnehmer und bei Saisonabbruch Zweiter: Meinerzhagen macht sich einen Namen  

Doch was die „Männer aus dem Mittelgebirge“ in den letzten Monaten erreicht haben, ist aller Ehren wert. Der zum coronabedingten Liga-Abbruch Zweite hinter Wiedenbrück wurde Westfalenpokalsieger und qualifizierte sich für die erste Runde im DFB-Pokal. Dort spielte man in der regulären Spielzeit auswärts (!) beim Zweitligisten Greuter Fürth 1 : 1, verlor dann aber in der Verlängerung, als man nach dem schnellen 1 : 2  zu Beginn der Verlängerung schnell alles auf eine Karte gesetzt hatte, aufgrund des Kräfteverschleißes am Ende viel zu hoch mit 1 : 6.

Meinerzhagen gegen Holzwickede schon unter Druck

Mit drei Siegen in Folge war der RSV Meinerzhagen am Donnerstagabend nach Siegen gereist. Am Ende war es für das Team von Trainer Mutlu Demir die zweite Niederlage in dieser Spielzeit. Da Tabellenführer FC Gütersloh bislang noch keinen Punkt abgab, ist die Spitze nun bereits sechs Zähler in die Ferne gerückt. Allerdings ist Rang zwei bei einem Rückstand von drei Punkten zum Zweiten, dem sonntäglichen Gegner HSC, in Schlagdistanz für den siebtplatzierten RSV.

Niederlage des RSV passt nicht ins Konzept

„Der RSV wird nach der Siegen-Pleite, der zweiten Niederlage im sechsten Spiel und bei den selbstgesteckten Zielen nun alles gegen uns in die Waagschale werfen. Zweimal hintereinander wollen die bestimmt nicht verlieren“, ist HSC-Trainer Axel Schmeing nicht so erfreut über das Ergebnis von Donnerstagabend. Zu hoffen, dass der Gegner verunsichert ist oder alles „blind nach vorne wirft“, ist nicht angebracht. „Das sind alles gestandene Spieler und ein Trainerteam, das weiß, wie man auch komplizierte Situationen und Ausgangslagen meistert“, zollt Schmeing dem Kontrahenten viel Respekt.

Pokal-Aus ohne Folgen – personelle Situation unverändert

Doch auch der HSC kassierte bekanntlich mit 1 : 2 am Mittwochabend im Achtelfinale des Kreispokals zuhause gegen die IG Bönen eine Pleite. „Vom Ergebnis her ist das abgehakt. Das war ja unser zweiter Anzug, also der erweiterte Kader mit Reservespielern und A-Jugendlichen ohne echte Stammspieler der Ersten. Doch hat das auch gezeigt, wie dünn unsere Personaldecke ist und wie sehr die Spieler noch an sich arbeiten müssen“, so Schmeing.

Stärke des HSC ist nach wie vor die Defensive, die erste zwei Gegentore schlucken musste. Stark auch die Offensivabteilung der Blau-Grün-Weißen: Sie schlug durchschnittlich mehr als dreimal pro Spiel zu und stellt mit Sebastian Hahne und seinen fünf Treffern den erfolgreichsten Schützen im Team.

Fehlen werden weiterhin Gödde, Heinrich, Busemann und Franzrahe. Ferdinand Franzrahe befindet sich allerdings bereits wieder im intensiven Lauftraining. Er könnte in ein bis zwei Wochen mit einer Spezialschiene nach seinem Armbruch wieder zum Kader gehören.

Schiedsrichter des Jahres 2016 in Herne pfeift

Geleitet wird die Partie vom Unparteiischen Tim Zahnhausen von der SpVgg Horsthausen. Der 34-jährige war im Jahre 2016 „Schiedsrichter des Jahres“ in Herne. Der HSC wird sich an ihn gerne erinnern. Einmal „pfiff“ er ein HSC-Spiel – und zwar im Oktober 2019 beim FC Gievenbeck. Das Auswärtsspiel gewannen die Holzwickeder mit 1 : 0.

Bildzeile: An das Auswärtsspiel in Meinerzhagen im vergangenen Jahr erinnert sich der HSC gar nicht gerne (unser Foto). Mit 0:5 gab es die höchste Oberliga-Niederlage – eine richtige Klatsche.

 

 

 

 

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