HSC dieses Mal mit „4G“ – und Niederlage im Keller-Duell gegen Meinerzhagen

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Fußball-Oberliga: RSV Meinerzhagen – Holzwickeder SC 4:1 (2:0). Nach zuletzt 6G(egentoren) im Heimspiel gegen Paderborn hatte der HSC im Abstiegsduell beim RSV Meinerzhagen auf 4G umgestellt. Vier Gegentreffer kassierte die erneut ersatzgeschwächte Woller-Elf bei den Sauerländern. Das späte Ehrentor durch Enis Delija in der 86. Minute beim Stand von 0:4 und nach erfolgter Auswechslung von RSV-Top-Spielern wie Nik Kunkel, Andreas Spais oder Ansgar Pflüger war allenfalls Ergebniskosmetik. Holzwickede steht nun auf dem 17. Rang und damit dem ersten Abstiegsplatz.

Schlechteste Defensive der Liga – und die Konkurrenz punktet eifrig

Spitzenreiter ist man bei den Gegentoren: 41 „Einschläge“ bedeuten Rang 1 in dieser Negativ-Wertung. Noch schlimmer: Die Konkurrenz um die Fahrkarten in die Westfalenliga punktete fließig wie der kommende Gegner Westfalia Herne (2:0 gegen Rhynern), Clarholz (3:1 beim TuS Haltern), Hamm (2:1 gegen Rheine) und Finnentrop (4:4 in Münster).

Ganz in Grün, in der Farbe der Hoffnung, war der HSC auf dem RSV-Kunstrasen an der Oststraße vor rund 150 Besuchern aufgelaufen. Nils Hoppe und Lucas Arenz waren wieder dabei – was Sicherheit hätte geben können – aber am Ende nicht tat. Die Ersatzbank war mit Keeper Torben Simon, Lavdrim Jusufi, Henri Böcker und Dario Biancardi indes sehr übersichtlich besetzt.

Die Anfangs-Viertelstunde gehörte dem HSC, der gut ins Spiel fand. Doch es zeigte sich von Beginn an, dass Tomislav Ivancic und Ensar Selmanaj eben keine Torjäger sind, zumindest nicht in dieser starken Oberliga. Ivancic wurde dann in der 65. Minute auch gegen Henri Böcker ausgewechselt – der aber auch keine Bäume in der Offensive ausriss. Und so hielt das RSV-Abwehrbollwerk auch dem Anfangsdruck der Holzwickeder geschickt stand. In den ersten 15 Minuten zeigte sich allerdings auch bereits, dass Meinerzhagen mit seinen feinen Technikern der schnelle Kunstrasenplatz sehr entgegenkam. Das war vor einer Woche beim 0:6 auf tiefem Raden in Rhynern noch ganz anders gewesen.

Maschinenbau-Konstrukteur Multlu Demir baute gute Taktik

RSV-Trainer Mutlu Demir, beruflich als Konstrukteur im Maschinenbau tätig, hatte eine schöne Strategie „gebaut“, die exakt aufging. Nachdem sich seine Mannschaft das HSC-Bemühen so einige Minuten angeschaut hatte, kam was kommen musste. Mit einem Doppelschlag beendeten die Sauerländer ganz früh die Hoffnungen des HSC auf den fünften Auswärtssieg. Andreas Spais wurde schön freigespielt und stand komplett „blank“ vor HSC-Keeper Kevin Beinsen. Der bekam an den Schuss noch die Fingerspitzen, doch der Ball trudelte ins Netz (15.). Das war wirklich „luftig“ verteidigt. Genauso luftig wurde es dann vier Zeigerumdrehungen weiter, als Nik Kunkel plötzlich auch alle Freiheiten der Fußballwelt bekam und locker zum 2:0 einschoss (19.). Maurice Majewski versuchte es mit einem Schüsschen aufs RSV-Tor (23.). „Grün, in die Zweikämpfe“, brüllte der bedauernswerte Torhüter Kevin Beinsen vom HSC lautstark. Doch das Zweikampfverhalten zwischen der 15. und 30. Minute glich eher dem eines sicheren Absteigers. Alessandro Tomasello versuchte es mit einem Heber über Kevin Beinsen – doch der bekam erneut die Fingerspitzen an den Ball und lenkte das Leder dieses Mal über die Latte (28.). Von Minute 30 bis 35 versuchte es der HSC dann mit einer netten Serie von Eckbällen – ohne Erfolg. Es blieb beim 0:2 aus Holzwickeder Sicht zur Pause.

Auch frühes Zurückkommen auf den Platz nutzte nichts

Sehr schnell kamen die Holzwickeder wieder auf den Rasen zurück, wo sie eifrig diskutierten und auf den Gegner warteten. Dario Biancardi kam für Maurice Majewski – klar, es musste auch einen Tick mehr ins Risiko gegangen werden. Biancardi war überaus eifrig – aber die Oberliga ist schon eine andere Nummer als die altklassige Bezirksliga. Der HSC war sichtlich bemüht, doch nach vorne ging wenig, bis in die Spitzen gar nichts. Ensar Selmanaj versuchte es mit einem Schuss (76.) – der zumeist arbeitslose Meinerzhagener Keeper Florent Ruhani brauchte sein leuchtend-oranges Dress nicht mal dreckig zu machen.

Bildzeile: Der Anfang vom Ende für den HSC am gestrigen Sonntag. Andreas Spais narrt die sehr luftig verteidigende HSC-Abwehr und schießt zum 1:0 für Meinerzhagen ein.

Stattdessen machte Meinerzhagen mal wieder ernst. Aus zwei Kontersituationen schnürte Raphael Grässer einen Doppelpack in der 68. und 72. Minute zum 4:0. Wie beim 1:0 und 2:0 wurde deutlich: Bekommt der HSC einen Gegentreffer, bricht so einiges auseinander. RSV-Coach Mutlur Demir wechselte dann viele seiner guten und an diesem trüben Tag überragenden Spieler aus. Meinerzhagen ließ es auslaufen. Das nutzte Enis Delija zum 1:4 – worüber weder er noch sich jemand aus dem Team richtig freuen konnte.

Nächstes 6-Punkte-Abstiegsspiel zur Unzeit

Nächster Prüfstein für den Holzwickeder Sport Club in Sachen Oberliga-Reife ist im heimischen Montanhydraulik-Stadion auf heimischer Anlage der Tabellenletzte Westfalia Herne. Anstoß ist am Sonntag, 12. Dezember, um 14.30 Uhr. Es droht die achte Heimniederlage, denn der Traditionsclub aus dem Revier fuhr beim 2:0 am Sonntag gegen Rhynern den ersten Sieg ein – nach 14 Spielen ohne Sieg. Dabei zeigte Herne eine sehr gute, kämpferische Leistung. Für Holzwickede zählt nur ein Dreier und endlich der erste Heimsieg, um nicht auf einem direkten Abstiegsplatz zu überwintern.

Trainerstimme
Marc Woller (HSC): Wir sind gut ins Spiel gekommen. Es zeigt sich aber einmal mehr, dass wir nicht den Zug zum gegnerischen Tor haben. Unsere Offensive ist ein stumpfes, viel zu stumpfes Schwert. Personell wird es auch gegen Herne am kommenden Sonntag nicht viel besser werden. Wir müssen nun das tun, was wir so oft diese Spielzeit machen mussten. Es gilt jetzt in den kommenden Trainingseinheiten, das Team aufzurichten und weiterzuarbeiten.

Meinerzhagen: Florent Ruhani, Nik Kunkel (77. Fathi-Arif Temel), Andreas Spais (62. Din Alajbegovic), Hakan Demir, Junmyeong Oh, Ansgar Pflüger (83. Steven Sordi), Raphael Grässer, Alessandro Tomasello, Julian Moritz Jakobs (75. Leo Becker), Til Baumann, Can Sakar.
HSC: Kevin Beinsen, Til Busemann, André Schneider, Enis Delija, Nils Hoppe, Robin Schultze, Ensar Selmanaj, Maurice Majewski (46. Dario Biancardi), Tomislav Ivancic (65. Henri Böcker), Fabian Jenusch (75. Lavdrim Jusufi), Lucas Arenz.
Tore: 1:0 Spais (15.), 2:0 Nik Kunkel (19.), 3:0 Grässer (68.), 4:0 Grässer (72.), 4:1 Delija (87.).
Schiedsrichter: David Hennig (Arminia Sodingen).
Zuschauer: 150.

Bildzeile: Nils Hoppe stand in Meinerzhagen wieder in der Startelf, sorgte aber nicht für  mehr Sicherheit in Reihen der Holzwickeder.

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