Horror-Heimbilanz an Halloween ausgebaut: HSC unterliegt Gütersloh mit 1:3 – „müssen uns langsam herausquälen“

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Fußball-Oberliga: Holzwickeder SV – FC Gütersloh 1: 1:3 (0:1). Nimmt der Horror im heimischen Montanhydraulik-Stadion denn gar kein Ende? Auch zu Halloween, dem Fest des Grauens, konnte der Holzwickeder Sport Club den Bock nicht umstoßen und kassierte mit 1:3 die nächste Heimniederlage in dieser Spielzeit. Es ist fürwahr eine unheimliche Serie mit keinem einzigen Punkt aus den ersten fünf Heimspielen. So etwas hat der HSC so noch nie gehabt. An eine ähnliche Negativserie können sich auch Chronisten des Vorgängers HSV nicht erinnern. Der HSC rutschte auf Platz 18 von 21 Vereinen.

Doch jetzt auf das Team loszugehen, wäre verfrüht, denn gegen Gütersloh zeigte der HSC zumindest in einigen wenigen Phasen eine durchaus ansprechende Leistung. Besonders vielversprechend dabei war das Comeback des wochenlang verletzten Wattenscheider Neuzugangs Leon Gensicke. Er erzielte nicht nur das Anschlusstor zum zwischenzeitlichen 1:2, sondern zeigte auch viel Engagement und versuchte nach seiner Einwechslung in der 55. Minute sein Team lautstark und gestenreich auf dem Platz mitzureißen. „Es ist schon bezeichnend, dass, wenn Leon Gensicke auf dem Platz ist, es wieder mit dem Toreschießen klappt“, sagte HSC-Trainer Marc Woller nach Abpfiff auf der Pressekonferenz. Es gelte nun, sich aus dem Tabellenkeller „herauszuqälen“. „Wir geben nicht auf“, so Woller kämpferisch.

„Schreck am Morgen“ – auch Robin Schultze meldet sich mit starker Erkältung ab

Bereits am Sonntagmorgen ereilte HSC-Trainer Marc Woller die nächste Hiobsbotschaft. Der so wichtige Robin Schultze meldete sich mit einer Erkältung ab. Der HSC musste damit erneut personell und auch das System umstellen. Das haben wir noch nie so trainiert“, so Woller. Und doch machte es sein Team in den ersten 25 Minuten recht ordentlich. Viele Chancen der Gäste ließ die Woller-Elf zunächst nicht zu. Nick Flock scheiterte an HSC-Keeper Kevin Beinsen (5.). Mathieu Bengsch nahm sich in der 7. Minute ein Herz, zielte aber aus großer Distanz weit über den Kasten. Tim Manstein, der „Mann für Standards“ beim FCG, zwang Kevin Beinsen dann nach einem Freistoß aus 18 Metern zu einer Fußabwehr (20.). Dann aber schlug es dennoch im Kasten des HSC ein – es war im zehnten Spiel das zehnte 0:1. Illias Illig erkämpfte sich das Leder von Enis Delija, passte auf Alexander Benink, der zur Führung einnetzte (30.). Tim Manstein passte dann noch auf Lars Beuckmann, der aber um Zentimeter das 2:0 verpasste (43.). Mit einem 0:1 musste der Gastgeber in die Kabine – und erneut ein Spiel gegen ein Spitzenteam drehen.

Leon Gensicke kam, sah und traf – und dennoch konnte der HSC das Spiel nicht mehr drehen

Clever und routiniert spielte der FCG „sein Ding“ in der zweiten Hälfte runter. Beim HSC sah der Aufbau zumeist so aus: Langer Ball auf Philipp Gödde, der legt ab – und dennoch ist da niemand, der die Kugel aufnehmen kann. Daran verzweifelte auch der erstmals in der Ersten spielende Michele Teofilo. Der kommt aus der HSC A-Jugend und hat dort schon mehrfach getroffen. Er ist kein klassischer Stoßstürmer, kommt aus dem Mittelfeld, holt sich die Bälle dort ab und stürmt nach vorne. Diese Chance hatte er am Sonntag so nicht. Doch Teofilo war wahrlich nicht der Schlechteste auf dem Platz am Sonntag.

Neuen Schwung in der Offensive gab es ab der 55. Minute mit der Einwechslung von Leon Gensicke, der Teofilo ersetzte. Doch defensiv haperte es beim HSC weiter. Kevin Beinsen rettete gegen Ilias Illig prächtig (64.). In der 69. Minute aber war auch Beinsen geschlagen. Alexander Bennink erzielte mit der Hacke schön und spektakulär das 2:0 für seine Ostwestfalen – und damit die vermeintliche Vorentscheidung (70.). Dass die Messe aber noch nicht gelesen war, dafür sorgte Leon Gensicke mit einem tollen Direktschuss unter die Latte zum 1:2 (79.).

Bildzeile: Holzwickedes Andre Schneider (re.) hält zu viel Abstand zu seinem Gegenspieler.

Aber erneut war die HSC-Abwehr nicht so sattelfest. Marcel Duwe klärte auf der Linie (81.) – und auch in der 83. Minute wurde das Leder noch so eben von der Linie gekratzt. Den Deckel drauf machte Pascal Widdecke für seine Farben in der Nachspielzeit, der nicht konsequent angegriffen wurde und von der Strafraumgrenze das 3:1 für Gütersloh erzielte (90+2).

Nächste Aufgaben TuS Haltern und TuS Erndtebrück

Gegen direkte Gegner im Kampf um die Plätze elf bis 21 geht es in den kommenden beiden Wochen. Am Sonntag, 7. November, geht es auswärts zum TuS Haltern. Am Sonntag, 14. November, heißt der Gegner im nächsten Heimspiel TuS Erndtebrück.

Trainerstimmen
Marc Woller (HSC): Verletzungs- und krankheitsbedingt mussten wir wieder das System und unser ganzes Spiel umstellen. Das hatten wir so noch nicht trainiert. Die ersten 25 bis 30 Minuten haben wir das auch gut gemacht. In der zweiten Halbzeit waren wir offensiver, bekommen dann aber das 0:2. Es ist ein verdienter Sieg für einen abgezockter spielenden FC Gütersloh. Da einige Jungs ja langsam wieder zurückkommen, wird es hoffentlich bald besser. Wir müssen uns langsam herausquälen. Wir geben nicht auf.
Julian Hesse (Gütersloh): Es war ein hochverdienter Sieg für uns. Schon vor dem HSC-Anschlusstreffer zum 1:2 hatten wir viele Chancen. Wir haben in der Summe viele klare Gelegenheiten, darunter Hundertprozentige liegengelassen und durch das 1:2 noch mal Spannung erzeugt. Was mir heute sehr viel Spaß gemacht hat neben dem verdienten Sieg und unsere Leistung waren unsere Fans, die uns begleitet haben. Sie haben uns lautstark und engagiert angefeuert, das war unfassbar und toll.

HSC: Kevin Beinsen, André Schneider, Enis Delija, Philipp Gödde, Mathieu Bengsch (72. Ensar Selmanaj), Michele Teofilo (55. Leon Gensicke), Jonathan Kyeremateng (72. Lennart Uedickoven), Maurice Majewski, Tomislav Ivancic (60. Marcel Duwe), Fabian Jenusch, Lucas Arenz.
FC Gütersloh: Jarno Peters, Lars Beuckmann, Ilias Illig (90+3 Sinan Aygün), Eric Yahkem, Nico Bartling (82. André Kording), Marcel Lücke, Tim Manstein, Jonas Leon Knuth, Alexander Bannink (87. Patrice Yoann Heisinger), Nick Flock (70. Christian Will), Pascal Widdecke.
Tore: 0:1 Bannink (30.), 0:2 Bannink (70.), 1:2 Gensicke (79.), 1:3 Widdecke (90+2).
Schiedsrichter: Florian Exner (Blau-Weiß Beelen).
Zuschauer: 300.

Bildzeile: Oft genug musste der HSC den Güterslohern im Spielverlauf hinterherlaufen, wie hier der Holzwickeder Maurice Majewski (Mitte)..

 

 

 

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