Hecker-Cup: HSC disqualifiziert und jetzt nur noch um „Blech“ – Türkspor Dortmund legt erfolgreich Protest ein

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Fußball: sku hatte es bereits am Freitagabend angedeutet, jetzt ist es offiziell: Oberligist Holzwickeder SC hat „am grünen Tisch“ das Halbfinale des Hecker-Cups gegen Türkspor Dortmund verloren. Sportlich hatte sich der HSC am Freitagabend klar mit 2:0 nach Toren von Henri Böcker und Tomislav Ivancic qualifiziert. Türkspor Dortmund legte nach Abpfiff Einspruch ein – und bekam vom Veranstalter Recht. Der Grund für die Entscheidung: HSC-Stürmer Philipp Gödde wäre nach seiner Gelb-Roten Karte im Viertelfinale gegen den Hombrucher SV nicht spielberechtigt gewesen, hatte aber gegen Türkspor auf dem Platz gestanden.

Der HSC spielt nun beim Hecker-Cup an diesem Samstag um 17 Uhr im Spiel um „Blech“, also Platz 3 und 4. Gegner ist der FC Brünninghausen. Im Finale stehen sich dann um 19 Uhr Türkspor Dortmund und der BSV Schüren gegenüber.

Hecker-Cup wird erstmals in seiner 24-jährigen Geschichte am „grünen Tisch“ entschieden – Streit um Regelwerk – Entscheidung traf am Ende der SC Aplerbeck

Seit 1997 und dem damaligen ersten Sieger, die SG Massen, wird der Hecker-Cup nun nicht auf dem Rasen entschieden.

Was war nun genau passiert? Wie berichtet, hatte sich HSC-Stürmer Philipp Gödde wegen eines flapsigen Spruchs in der Nachspielzeit des Viertelfinals gegen Hombruch „Gelb-Rot“ eingefangen. Nach dem Spiel aber trug der Schiedsrichter das Delikt unter „Zeitstrafe“ ein – die es eigentlich aktuell im Fußballkreis Unna/Hamm und Dortmund aber gar nicht gibt. Ein entsprechendes Modellprojekt gibt es nur in Essen. Zeitstrafen aber sind nach zehn Minuten „abgesessen“ – und so taucht die Gelb- Rote Karte nirgendwo mehr auf. Die Konsequenz: Philipp Gödde lief gegen Türkspor auf. Verband, SC Aplerbeck als Veranstalter und der HSC diskutierten bis in den Samstagvormittag hinein. HSC-Pressesprecher Lars Rohwer: „Wir haben den Oberliga-Staffelleiter und den Pokalspielleiter befragt. Die Meinung war überaus klar. Die (falsche) Eintragung auf dem Spielbericht zählt. Und das kann auch kein Veranstalter, warum auch immer, außer Kraft setzen.“

Der SC Aplerbeck wiederum betonte, dass „nur entscheidend ist, was auf dem Platz bei der Gelb-Roten Karte passiert war“ und es Zeitstrafen, wo ja der Schiedsrichter den „Click“ gemacht habe, gar nicht gebe. Zudem habe man, so der SC Aplerbeck, dem HSC frühzeitig mitgeteilt, dass Philipp Gödde bitte nicht einzusetzen sei.

Schade: Es bleibt ein Geschmäckle – aber HSC tritt heute an

Folge: Auf dem 24. Hecker-Cup bleibt, trotz hervorragender Ausrichtung des SC Aplerbeck bei allen coronabedingten Einschränkungen, ein sportliches Geschmäckle. Als Konsequenzen wären, auch bei Turnieren, klare Regelwerke notwendig. Und auch Schiedsrichter sollten, gerade bei einem so gut-besetzten Turnier wie dem Hecker-Cup das Ausfüllen von Spielberichten ernster nehmen und dabei auch sorgfältiger arbeiten.

Was passiert nun am Samstag um 17 Uhr? Spielt der HSC?

Der HSC, so Lars Rohwer, werde in jedem Fall im Spiel um „Blech“ antreten. „Andernfalls müssten wir auch eine Strafe zahlen“, so Rohwer. Bleibt nur die Frage offen, welche Motivation die Spieler noch mitbringen, die sich mit harter Arbeit und viel Engagement das Endspiel verdient haben. Und es bleibt die Hoffnung, dass sich am heutigen Finaltag alle fair verhalten und das schöne Turnier ordnungsgemäß endet. Ach ja, und das liebe Geld: Dem HSC geht auch so einiges an Geld verloren – insbesondere, wenn man das Turnier nach 2001 und 2018 zum dritten Mal gewonnen hätte.

Bildzeile: HSC-Stürmer Philipp Gödde hätte im Halbfinalspiel beim Hecker-Cup gegen Türkspor nicht spielen dürfen. So die Entscheideung des veranstaltenden ASC Dortmund.

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