Handballkrimi ohne Happyend – Fridgeirsson scheitert in Schlusssekunden per Siebenmeter

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Handball Bundesliga ASV Hamm Essen Joscha Ritterbach

Handball: Äußerst knapp hat der ASV Hamm-Westfalen am Freitagabend die Chance verpasst, sich noch vor Weihnachten ein erstes kleines Polster zu den Abstiegsplätzen der 2. Handball-Bundesliga zu verschaffen. Im Duell der direkten Konkurrenten unterlagen die Westfalen dem zuvor punktgleichen TuS Ferndorf mit 26:25 (10:10).

Zumindest eine Punkteteilung wäre für die Mannschaft um Trainer Niels Pfannenschmidt in diesem Handballkrimi greifbar und verdient gewesen, doch Fannar Fridgeirsson scheiterte in den Schlusssekunden der stets umkämpften Partie per Siebenmeter an TuS-Torwart Lucas Puhl, der damit für den Vorjahres-Aufsteiger zum Matchwinner avancierte. Vom Knie des Keepers prallte der Ball an den Pfosten – und dann nicht in die Maschen. Es war bereits die fünfte Auswärtsniederlage mit nur einem oder zwei Toren Unterschied.

„Das Spiel hätte in beide Richtungen kippen können, ein Unterschieden wäre für mich gerecht gewesen“, meinte ein enttäuschter ASV-Trainer Niels Pfannenschmidt, der neben den erwarteten Ausfällen kurzfristig auch noch Rückraumspieler Max Höning wegen eines Infektes aus der Planung nehmen musste, direkt nach der Partie gegenüber der Presse. Zu Recht, denn zumindest in der zweiten Halbzeit sah es lange so aus, als könnten die Westfalen sogar endlich den ersten Auswärtssieg der Saison verbuchen.

Immer wieder legten die Gäste nach einer insgesamt torarmen Halbzeit vor 982 Zuschauern mit einem Treffer vor, Ferndorf zog aber bis zur 45. Minute nach. Dann stellte ausgerechnet der spätere Pechvogel Fannar Fridgeirsson mit einem seiner insgesamt fünf Treffer die erste Zwei-Tore-Führung in der zweiten Halbzeit her. Doch wenig später kassierte Markus Fuchs eine Zwei-Minuten-Strafe, Miroslav Volentics traf zweimal in Überzahl für Ferndorf, die Partie war wieder völlig ausgeglichen. Noch dreimal legte der ASV vor, dann war es auf einmal der TuS, der ab der 56. Minute diese Nase knapp mit 25:24 vorne hatte. Diesen Rückstand glich der mit sieben Treffern stärkste ASV-Torschütze, Joscha Ritterbach, in der 57. Minute aus. In der Folge blieben die Gäste aber torlos, Daniel Mestrum markierte somit gut zweieinhalb Minuten vor dem Ende den Siegtreffer. „Das war eine unfassbare Willensleistung. Es war ein enges Spiel und dass am Ende Lucas Puhl den Siebenmeter hält, das passte einfach. Der Sieg tut gut“, freute sich TuS-Trainer Michael Lerscht über zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Diese will der ASV nun am kommenden Samstag sammeln. Dann geht es in der letzten Heimpartie des Jahres gegen die HSG Nordhorn-Lingen, zu der die Westfalen ihre Fans wieder zur Aktion „Rote Wand“ aufrufen mit einem klar erklärten Ziel: dem vierten Heimsieg in Folge.

 

ASV Hamm-Westfalen: Storbeck, Doden – Blohme (1), Huesmann (1), Brosch (2), Fuchs (2), Fridgeirsson (5), Eggert (3), Macke, Ritterbach (7, 4/5), Pretzewofsky, Gudat (1), Neuhold (3)

Bild: Joscha Ritterbach war siebenfacher Torschütze für Hamm / Foto ASV

 

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