„Hammer-Derby“ in der Römerberg-Sporthalle

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Handball-Landesliga: SuS Oberaden – HC Heeren 37:36 (17:16). Über fehlende Spannung konnten sich die Zuschauer beim Landesliga-Derby zwischen Tabellenführer Oberaden und dem Tabellenfünften HC Heeren nicht beklagen: 40 Sekunden vor Ende markierte Sebastian Pohl (Bild) den Siegtreffer für seine Farben. Ein direkter Freiwurf Heerens nach Ablauf der Spielzeit durch Darius Nowaczyk kam nicht über den Block, so dass der Tabellenführer die nächsten zwei Punkte für die Verbandsliga holte.

Aber fangen wir vorne an: Heeren agierte in der ersten Halbzeit mit einer Manndeckung gegen Sebastian Pohl. In den ersten zehn Minuten wechselte die Führung ständig. Für Heeren war immer wieder der überragende Björn Schulz zur Stelle, während Oberaden die ein oder andere gute Gelegenheit liegen ließ. Trotzdem reichte es für den SuS zu einer 17:16-Halbzeitführung. Nach der Pause drehte Heeren auf: Oberaden machte einige technische Fehler, so dass Heeren sein starkes Konterspiel aufziehen konnte. So stand es nach einem „Hattrick“ von Linksaußen Franco Busacca und zwei Treffern von Damian Nowaczyk in der 40. Minute plötzlich 25:22 für den HCH. Aber damit nicht genug: Nach weiteren Oberadener Unkonzentriertheiten und durch eine sehr engagierte Spielweise zog Heeren erneut durch Busacca in der 46. Minute sogar auf 30:24 davon.

Jedoch schien das der Warnschuss gewesen zu sein: Die „Cobras“ fanden nun besser ins Spiel, standen hinten etwas besser und fanden vorne meist über den starken Bastian Stennei mehr Mittel gegen die kompakte Heerener Defensivreihe, die mittlerweile die Manndeckung gegen Pohl eingestellt hatte und defensiver agierte. Aber vor allem nutzten die Cobras nun ihre Chancen. So wurde es spätestens beim 30:33 in der 51. Minute durch Grüter, der sechs seiner acht Tore in der letzten Viertelstunde warf und somit neben Stennei auch ein wichtiger Faktor der Aufholjagd war, wieder spannend. Als Herold in der 56. Minute erstmals wieder ausglich (35:35) war die Anspannung in der Halle kaum zu übertreffen. Darius Nowaczyk konnte im Gegenzug noch einmal vorlegen, aber diesen Treffer konterte abermals Grüter zum 36:36. Dann wurde es hektisch: Als die Uhr 58:30 zeigte, landete ein Wurf von Bastian Herold am Pfosten, im Gegenzug scheiterte der ansonsten starke Franco Busacca nach 59 Minuten an Stefan Vogel. Dann das oben beschriebene Ende: Tor durch Pohl, direkter Freiwurf für den HCH, den Nowaczyk nicht mehr verwerten kann. Somit ist der SuS nach einem harten Stück Arbeit weiterhin auf Titelkurs und Heeren kann sich damit schmücken, dem designierten Landesliga-Meister dank einer starken Leistung in heimischer Halle so Paroli geboten zu haben, wie sonst nur der HTV Sundwig-Westig.

SuS: Vogel (1.-16. und 45.-60.), Wiemschulte (17.-44.); Neureiter (3), Pohl (4), Salzmann, Eickmann, Roth (2), Stennei (11), Herold (3), Bachtrop (1), Schichler (5), Uhlenbrock, Grüter (8/2).
Beste Spieler: Stennei, Grüter.
HCH: Wollek (1.-60.), Faber (bei zwei Siebenmetern); Busacca (4), Lysankowski (1), Inkmann, Kröllken (6), Darius Nowaczyk (8/2), Damian Nowaczyk (5), Schulz (11), Umbescheidt, Müller (1).
Beste Spieler: Schulz, Wollek.

Trainerstimmen:
Ralf Weinberger (SuS):
„Wir haben viele technische Fehler gemacht und nicht als Mannschaft gespielt. Immer wenn wir das gemacht haben und der Ball lief, hat es auch geklappt. Bei einigen meiner Spieler schienen persönliche Duelle heute im Vordergrund zu stehen. Dass es schwer wird, war uns vorher klar. Das spielerische haben wir heute über Bord geworfen und sind am Ende über den Kampf zurückgekommen.“
Kai Harbach (HCH): „Geiles Spiel! Wir verlieren unglücklich mit einem. Solche Spiele gewinnst du dann auch, wenn du ganz oben stehst. Wir haben eine unglaubliche Leistung gebracht, ein tolles Spiel gezeigt, dem SuS nichts geschenkt und super gefightet. Oberaden war zwischendurch echt nicht so gut, was wir dazu genutzt haben, unsere Stärke, das Konterspiel, aufzuziehen. Auch Stefan Vogel war im Gegensatz zum Hinspiel heute nicht so gut, wie er eigentlich sein kann.“ – SV –

Bild: Patrick Opierzynski

 

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