„Gegnerischer 16er – darauf können wir verzichten“ – mieses 0:3 und Sturz auf Platz 15 für den HSC

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Fußball, Oberliga-Westfalen: FC Eintracht Rheine – Holzwickeder SC 3:0 (1:0). Wer bei herrlichem Spätsommerwetter den idyllischen Biergarten des traditionellen Gasthauses Delsen gegenüber der OBI-Arena ausgesucht und gar nicht erst verlassen hatte, der hatte am Sonntagnachmittag alles richtig gemacht. Denn was der HSC nach zuletzt zwei Auswärtssiegen in dieser Spielzeit (bei zwei Heimniederlagen) und einer makellosen Bilanz gegen Rheine mit zwei Siegen in der Ferne und einen Heimsieg auf der gewiss nicht gut bespielbaren Grünfläche auf den Rasen „zauberte“, war nicht nur schwach – es war grottenschlecht.

Leistungsträger einfach nicht zu ersetzen

Kein Trainer ist zu beneiden, wenn ihm gleich drei Leistungsträger wegbrechen. Philip Gödde (Muskelverletzung), Leon Gensicke (Außenband) und nun auch noch Abwehrchef Nils Hoppe stehen nicht zur Verfügung. Hoppe hat seine Magisterarbeit nun abgegeben, ist seit Freitag im Urlaub auf Kreta und hängt gleich noch vier Wochen Wanderurlaub in Schottland an – Mitte November wird der Kapitän frühestens wieder zurückkommen. Aber auch dann muss er erst wieder an Oberliga-Format herangeführt werden.

Gut ins Spiel gekommen, stets bemüht – und dann stark abgebaut – Geburtstagskind Marcel Duwe mäßig

Der HSC kam eigentlich gut ins Spiel, war „stets bemüht“. Der bislang zweifache Torschütze Tomislav Ivancic zwang gleich in der 4. Minute Nicholas Beermann zu einer Parade. Viktor Maier, überragender Akteur der Gastgeber, zwang HSC-Keeper Kevin Beinsen zu einer tollen Parade (12.). Es sollte beileibe nicht das letzte Duell der beiden sein. Als Tomislav Ivancic nach Zuspiel von Geburtstagskind Marcel Duwe (er feierte am Sonntag seinen 25. Ehrentag) um Zentimeter das Rheiner Tor verpasst hatte, war die Welt des HSC noch einigermaßen in Ordnung.

Bildzeile: Marc Woller war mit dem Spiel seiner Mannschaft nicht zufrieden.

Viktor Maier war es dann, der den HSC in arge Bedrängnis brachte. Über die linke Seite zog er in die Mitte, HSC-Verteidiger Moritz Müller gab braven Geleitschutz, zog dann aus rund 25 Meter einfach mal ab – und der Ball senkte sich ins rechte obere Ecke – unhaltbar für Beinsen zum 1:0 (40.). Marcel Duwe versuchte es dann noch mal mit dem Halbzeitpfiff, doch sein Schuss verfehlte den Eintracht-Kasten.

Zweite Halbzeit – Wo war nur der HSC?

Was war in der Kabine des HSC in der Pause passiert, was wurde da gesagt – und vor allem, wer hörte da (nicht) zu? Fragen über Fragen, die in der neuen Woche im Training zu beantworten sind. Gerade 20 Sekunden waren gespielt, als ein Freistoß den HSC-Abwehrspieler André Schneider traf, der klärte „zielsicher“ auf den Rheiner Mirko Janning, der als „Angeschossener“ wiederum gar nicht anders konnte, als zum 2:0 abprallen zu lassen (46.). Das war Slapstick pur.

Und es war der Auftakt zu Minuten, in denen der HSC um das 3:0 bettelte, es gerade gegen sich selber erzwingen wollte. Querschläger im Minutentakt, totale Konfusion in der Abwehr. Mirko Janning war es erneut, der Kevin Beinsen, zu einer Glanztat zwang (52.). Freistoß Viktor Maier – Latte (59.).

Und der HSC? Der überlegte sich ab der 80. Minute, wieder am Spiel teilzunehmen. Der eingewechselte Dario Biancardi traf per Kopf den Außenpfosten (82.), der Ex-Lippstädter Lucas Arenz, der eine sehr überschaubare Leistung ablieferte, schoss knapp daneben (86.). In der Nachspielzeit war es dann Viktor Maier, der mit einem blitzfeinen Tor den 3:0-Erfolg perfekt machte.

Was blieb, war eine schlechte Leistung, ohne Wenn und Aber, seitens des HSC. Klar hatte auch Schiedsrichter Philip Dräger (Kusenbaum), Bielefelder Schiri-Chef, keinen seiner besten Tage. Von den HSC-kolportierte Sprüche wie „Es gab viele 50:50-Entscheidungen, aber ihr (HSC) habt mehr protestiert und gemeckert“ und vor allem ein Foul an Robin Schulze, wo es nur um bestenfalls für den Rheiner Spieler um „Dunkelgelb“ oder „Rot“ ging und dann mit „nichts“ geahndet wurde, zeugten von keiner souveränen Vorstellung des Referees.

Am Ende lag es nicht an ihm. 0:3, die erste Auswärtsniederlage bei zwei Heimniederlagen – Sturz auf Platz 15 von 21 – es kann nur besser für den HSC werden.

Entwarnung bei André Schneider

In der 79. Minute blieb André Schneider nach einem Zweikampf verletzt an der Außenlinie liegen. Für Schneider war das Spiel beendet – er wurde gegen Fabian Jenusch ausgetauscht. Zwar humpelte er nach dem Spiel zum Bus – doch sein Einsatz gegen TSG Sprockhövel ist wohl nicht gefährdet.

Mittwoch Pokalspiel beim Kamener SC – nächster Oberliga-Gegner ist daheim die TSG Sprockhövel

Das nächste Pflichtspiel für den Holzwickeder Sport Club steht bereits an diesem Mittwoch an. Um 19.30 Uhr geht es im Achtelfinale des Krombacher Kreispokals gegen den A-Ligisten Kamener SC. Anstoß auf dem Kunstrasenplatz 1 der Sportanlage im Kamener Schulzentrum (Gutenbergstraße 2) ist um 19.30 Uhr. Hier werden sicherlich Spieler aus dem erweiterten Kader ihre Einsatzzeiten erhalten.

Nächster Gegner in der Oberliga ist am kommenden Sonntag, 3. Oktober, die TSG Sprockhövel. Anstoß im Montanhydraulik-Stadion ist um 15 Uhr. Nächster Auswärtsgegner ist dann am 10. Oktober die Hammer SpVg.

Trainerstimmen
Marc Woller (HSC): Der Sieg für Rheine ist absolut verdient. Der gegnerische 16er ist für uns derzeit irgendwie verbotene Zone. In diesem Bereich kommen wir einfach nicht zu Abschlüssen. Das zweite Tor war reine Slapstick – und das nach der Halbzeitpause. Wir haben dann offen gemacht. Dann zum 3:0. Das war irgendetwas zwischen Bezirks- und Landesliga.
Cihan Tasdelen (Rheine): Die Ausgangslage war schlecht. Acht Ausfälle, ein hartes Pokalspiel unter der Woche. Doch meine Mannschaft hat gut dagegengehalten und gekämpft. Wir haben in der zweiten Halbzeit die Außenbahnen gut besetzt und von dort gefährliche Situationen kreiert. Ich bin zufrieden. Wenn wir auch mit dieser Toranzahl weitermachen, kann es weit gehen.

Eintracht Rheine: Nicholas Beermann, Julius Hölscher (84. Paul Aloys Dreesen), Fabian Kerlelaj (88. Mick Schüttpelz), Elias Mustafa Hadid, Marius Lackmann, Hannes Hesping, Timo Scherping (66. Pascal Petruschka), Viktor Maier, Mirko Janning, Luca Meyer, Joschka Brüggemann.
HSC: Kevin Beinsen, Moritz Müller (77. Ensar Selmanaj), Til Busemann (55. Daro Biancardi), André Schneider (79. Fabian Jenusch), Enis Delija, Marcel Duwe, Tomislav Ivancic, Robin Schultze, Jonathan Kyeremateng (55. Henri Böcker), Maurice Majewski, Lucas Arenz.
Tore: 1:0 Maier (40.), 2:0 Janning (46.), 3:0 Maier (90+1).
Schiedsrichter: Philip Dräger (Kusenbaum).
Zuschauer: 320.

Bildzeile: Robin Schultze (re.) war in Rheine erneut ein Aktivposten und wurde kurz vor Schluss rotwürdig gefoult.

 

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