Gedämpfte Derbystimmung – Hagen schafft 32:30-Sieg beim ASV Hamm-Westfalen

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Handball: Auch beim siegreichen VfL Eintracht Hagen wollte sich am Freitagabend nach dem knappen 30:32-Derbysieg beim ASV Hamm-Westfalen vor 1.609 Zuschauern keine rechte Siegerlaune einstellen. Eine Viertelstunde vor Spielende wurde die Zweitligapartie wegen eines medizinischen Notfalls unter den Zuschauern rund eine halbe Stunde unterbrochen.

Darüber hinaus verletzte sich Hagens Julian Renninger in der Schlussphase möglicherweise schwerer am Knie. „Das dämpft unsere Freude über diesen Sieg. Vor allem geht natürlich an den Fan des ASV unser Genesungswunsch“, stellte VfL-Trainer Stefan Neff zunächst die Wünsche ebenso wie ASV-Coach Michael Lerscht seiner Spielanalyse voran. „Wir sind nicht gut reingekommen, haben uns zu sehr von einigen Schiedsrichterentscheidungen rausbringen lassen. Da sind wir nicht bei uns geblieben“, meinte Neff, der bei 11:6-Rückstand in der 17. Minute mit einer Auszeit und personellen Änderungen reagierte. Der ASV spielte bis dahin sehr stark, immer wieder konnte die Offensivabteilung nur per Foul am Tor gehindert werden, in Serie verwandelte Kapitän Fabian Huesmann seine Siebenmeter. Zudem stand die Abwehr gut und Torwart Vladimir Bozic hielt die Hagener Würfe in Serie.

Ins Spiel brachten die Gäste dann vor allem die eingewechselten Akteure. Der Rückraum war mit dem Ex-ASVer Jan-Lars Gaubatz und Tim Stefan wesentlich torgefährlicher, der eingewechselte Torwart Mats Grzesinski hielt wesentlich besser als Tobias Mahncke. Während es bei den Gästen besser lief, leisteten sich die Westfalen immer mehr Ungenauigkeiten und schwache Torabschlüsse. So spielte sich Hagen bis zur Pause auf 16:15 heran.

Im zweiten Abschnitt war es nun das erwartete Derby auf Augenhöhe. Der ASV, bei dem erstmalig auch wieder Matej Mikita nach überstandener Fußverletzung im Aufgebot stand, legte noch einmal bis zur 41.Minute auf 21:18 vor. Wieder reagierte Neff mit einer Auszeit, erneut fruchteten die Maßnahmen – Hagen ging durch den starken Pouya Norouzi erstmalig mit 22:23 in Führung. Michael Lerscht reagierte nun seinerseits mit einer Auszeit. Genau in diesem Moment kam es zum Notfall. Die Mannschaft wurden sehr schnell vom Kampfgericht in die Kabinen beordert.

Da der Person erfolgreich geholfen werden konnte, entschieden sich die Verantwortlichen zur Fortführung der Partie. Nach der Pause startete der VfL wesentlich besser – schnell bauten die Gäste die Führung auf 22:25 aus. Hagen hatte die Partie gedreht. Aber die Westfalen ließen sich nicht abschütteln, kämpften sich nun angeführt vom starken Dani Baijens in die Partie zurück. Nach dem 27:27-Ausgleich durch Jan von Boenigk in der 55. Minute musste der ASV aber immer wieder einem Tor Rückstand hinterherlaufen. So auch in der Schlussminute, als Baijens zum Tor zog und dabei im Wurf gestoppt wurde – der erhoffte Foulpfiff blieb zum Ärger der Gastgeber aus. Hagen nutzte seine Chance, setzte alles auf eine Karte und wurde durch den finalen Treffer von Theo Buergin zum 30:32 belohnt.

ASV Hamm-Westfalen – VfL Eintracht Hagen 30:32 (16:15).
ASV:
Bozic, Storbeck – Genz (2), Huesmann (9/4), Brosch (3), Fuchs, Reimann, Engelhardt (2), Orlowski (3), Baijens (4), Mikita, von Boenigk (5), Wieling.
VfL: Grzesinski, Mahncke – Buergin (2), Becker (4), Nourizi (7/5), Pröhl (2), Bratzke, Renninger, Klein, Vorlicek (4), Athanassoglou (1), Gaubatz (5), Kister (2), Mestrum, Stefan (5), Toromanovic.
Zuschauer: 1.609.
Schiedsrichter: Matthias und Sebastian Klinke.
Zeitstrafen: ASV 8 Min, VfL 4 Min.

Bildzeile: Dani Baijens wurde in der Schlussminute unfair gestoppt. Es gab jedoch keinen Foulpfiff und der ASV verlor gegen Hagen. / Foto ASV.

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