Ganz starker HSC lässt Siegen beim 4:1 keine Chance – Rosowski wechselt nach Barcelona

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Fußball-Oberliga Westfalen: Holzwickeder SC – Sportfreunde Siegen 4: 1 (3:0). Er war am Sonntag einer der überragenden Spieler auf dem Rasenplatz des Montanhydraulik-Stadions und erzielte auch das 1:0 in der 15. Minute für seine HSC-Farben. In den kommenden sechs Monaten aber muss Oberligist Holzwickeder SC auf einen seiner zuverlässigsten und stärksten Spieler verzichten. Robin Rosowski wird ein berufliches Praktikum in Barcelona (allerdings nicht beim FC Barcelona…) absolvieren und steht dem HSC damit ab sofort nicht mehr zur Verfügung.

Ursprünglich wollte „Roso“ nach der letzten Saison ein Studium in Valencia beginnen – doch dann kam der Corona Lockdown. Auch wenn Corona noch nicht ausgestanden ist, so nutzt er diese Chance nun als wahrlich gute Investition für die Zukunft. Zum Abschied gab’s dann für Rosowski von seinem Team nach Abpfiff noch direkt auf dem Platz ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ice Crash Roso“ – in Anspielung auf seine kühle, unnachgiebige, aber immer intelligente und mannschaftsdienliche Spielweise.

Bildzeile: Robin Rosowski (re.) wird dem HSC sechws Monate fehlen.

„Siegen“ stand nur auf dem Trikot des Gastes

Die rundum erneuerten Siegener, die gleich neun Spieler verpflichtet hatten, die auch höherklassig, teilweise im Ausland gespielt haben, schworen sich zu Beginn ein „Gleich wach sein“. Angefeuert von rund 50 Gäste-Fans im Montanhydraulik-Stadion und weiteren, gut 20 Siegener Anhängern, am „Zaun“ außerhalb der Arena an der Montanhydraulik-Straße, waren nur die ersten zehn Minuten ein echter Gegner für einen HSC, der das vielleicht beste Spiel der letzten Wochen bot. „Siegen“ stand nur auf den schmucken weißen Trikots auf der Brust – aber dafür kamen die Sportfreunde am Sonntag zu keinem Zeitpunkt in Frage.

Siegens Innenverteidiger nicht die Schnellsten ihrer Zunft

In der Analyse und Vorbereitung vor dem Match hatte es HSC-Coach und Trainerfuchs Axel Schmeing sehr genau erkannt. Siegen steht hoch, hat aber Innenverteidiger, die nun wahrlich in der Rückwärtsbewegung keine Sprinter sind und teilweise behäbig wirken. Und so war das Mittel der Wahl für HSC gegen die Sportfreunde sehr klar: Schnell über außen angreifen oder kontern und in der Mitte auf die Stürmer Nico Berghorst oder Sebastian Hahne hoffen. Mit diesem Rezept entstand dann auch das 1:0 in der 15. Minute. Lennart Uedickoven zog über links auf und davon. Sein Pass erreichte Robin Rosowski, der allerdings erst im zweiten Anlauf per Nachschuss die frühe Führung erzielte.

Rosowski fand in seinem vorläufig letzten Spiel Gefallen am Toreschießen – einen Pass von Robin Schultze konnte er allerdings nicht am Siegens Keeper Christoph Thies vorbei ins Tor bringen (18.). Von den hochgelobten Siegenern war nichts zu sehen – bis auf eine Szene in der 26. Minute, als Michél Harrer aus Abseitsposition den vermeintlichen Ausgleich erzielte – der aber von Schiedsrichter Philip Dräger völlig zu Recht nicht anerkannt wurde. In der 30. Minute erhöhte dann Sebastian Hahne auf 2:0, wieder war es ein blitzgescheiterter Pass, dieses Mal von Mirco Gohr (bescheidenes Orginal-Zitat nach Spiel: Ob ich den Pass geschlagen habe oder ein Kollege – egal, Hauptsache, wir haben gewonnen“) , auf Hahne, der komplett freie Bahn bis ins Tor hatte. Siegens Kapitän Björn Jost konnte „das Elend“ nicht mehr ansehen – sein wuchtiger Schuss wurde allerdings von HSC-Keeper Kevin Beinsen (40.) entschärft. In der 43. Minute kamen die Siegerländer mal wieder nicht mit der Geschwindigkeit mit. Nico Berghorst ging über Außen auf und davon. Sein Querpass erreichte Sebastian Hahne, der seinen zweiten Treffer erzielte (43.). Mit einem klaren 3:0 ging es in die Kabine.

Zweite Halbzeit schaltet HSC einen Gang zurück

Angesichts des Spiels bereits am kommenden Donnerstag in Haltern ließ es der HSC in den zweiten 45 Minuten langsamer angehen – ohne aber die Kontrolle abzugeben. Marcel Duwe spielte auf den in der Mitte erneut komplett „blank“ stehenden Nico Berghorst – doch dessen Schuss ging über den Kasten (56.). Robin Rosowski legte dann auf Robin Schultze – der schob eiskalt durch die Beine von Torhüter Christoph Thies zum 4 : 0 (59.). Der Anschlusstreffer von Jannik Krämer in der 83. Minute war allenfalls ein kleiner Schönheitsfleck, vor allem, da auch dieses Tor erst im x-ten Nachschuss aus kurzer Distanz erzielt wurde.

Fazit der 90 Minuten: Es war ein komplett verdienter Erfolg des Holzwickeder SC, der sich bei zwei Spielen über eine optimale Punkteausbeute von sechs Zählern freuen darf. Platz 4 für die Schmeing-Mannen bei 6 : 2 Toren. Auch zu diesem frühen Saison-Zeitpunkt ein beachtliches Ergebnis, vor allem, da es noch ein Nachholspiel daheim gegen Schermbeck gibt.

Bildzeile: Doppeltorschütze Sebastian Hahne (li.) und Stürmerkollege Nico Berghorst bejubeln HSC-Treffer.

Plus für Bus: Siegens schickes Mannschafts-Gefährt

Schick, schick: Dass die Sportfreunde Siegen einiges vorhaben, zeigte sich nicht nur anhand der neun Neuzugänge, sondern auch abseits des Platzes. Die Siegerländer fuhren im eleganten, rot-weiß lackierten und mit Vereinslogo lackierten Bus vor. Da wurde insbesondere das HSC-Marketing, das sich mit dem Fan-Stand direkt am Eingang postiert hatte, schon ein wenig neidisch. Ein HSC-Bus soll dem Vernehmen nach aber noch nicht in Planung sein…

Nils Hoppe’s Trikot heißbegehrt

Welches Trikot ist beim HSC bei den Fans am Beliebtesten? Nein, nicht etwas das der Stürmer Sebastian Hahne oder Nico Berghorst. Immer mehr Trikots von Kapitän Nils Hoppe, vorzugsweise in Grün, finden sich im Montanhydraulik-Stadion. Nach dem Spiel lud Nils Hoppe seine „Hoppe-Truppe“ noch zu „Pommes Currywurst“ und dem einen oder anderen Kaltgetränk ein.

Co-Trainer von Hannover 96 im Stadion

Aufmerksamer Zuschauer beim HSC-Spiel war der Co-Trainer vom Hannover 96, Asif Saric mit Ehefrau und Sohn. Die Familie Saric wohnt in Holzwickede und begrüßte an diesem Nachmittag viele Freunde und Bekannte.

Am Donnerstag, 24. September, beim Ex-Regionalligisten TuS Haltern

Drei Spiele in einer Woche muss der HSC mit dem Siegen-Match bestreiten. Weiter geht die „wilde Fahrt“ am kommenden Donnerstag, 24. September, beim TuS Haltern. Anstoß in der Stausee-Arena ist bereits um 19 Uhr. Diese frühe Anstoßzeit wirkt bei berufstätigen Spielern, Verantwortlichen und Fans herausfordernd. Freuen wird sich auf dieses Spiel besonders Robin Schultze, der auf seine Ex-Kollegen trifft. Zwei Spielzeiten hatte er beim TuS Haltern gespielt. Am nächsten Sonntag, 27. September, gastiert um 15 Uhr der Aufsteiger Victoria Clarholz im Montanhydraulik-Stadion.

Trainerstimmen
Axel Schmeing (HSC): Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Wir haben unsere große Geschwindigkeit in unserem Spiel nach vorne genutzt. Ein Lob aussprechen möchte ich heute Enis Delija. Der Junge hatte drei Kreuzbandrisse. Was er heute wieder gezeigt hat, war überragend. Schade, dass uns jetzt Robin Rosowski für mindestens sechs Monate nicht mehr zur Verfügung steht. Ich bin aber auch froh, dass mit Til Busemann und Mohamed Yarhdi zwei „Sechser“ zurückkommen.
Tobias Cramer (Siegen): Es war ein verdienter Sieg für Holzwickede. Die ersten zehn Minuten waren wir noch gut im Spiel. Danach haben wir peu à peu keinen Zugriff mehr bekommen. Wir standen auch viel zu hoch. Vor dem Spiel habe ich exakt davor gewarnt, denn ich wusste, dass der HSC auf sich daraus ergebende Chancen lauert. Dass unsere Innenverteidiger nicht die Schnellsten sind, aber sicherlich andere spielerische Qualitäten haben, war heute wirklich nicht gut. Wer auswärts drei Kontertore bekommt, der hat mit Sicherheit einiges falsch gemacht. Das wollen wir jetzt in dieser kommenden Woche kritisch reflektieren. Wir haben ja jetzt viel „Reflektionsbasis“ für die kommenden Tage und Wochen.

HSC: Kevin Beinsen, Moritz Müller, Enis Delija (78. Connor Riley McLeod), Marcel Duwe (70. Tomislav Ivancic), Robin Rosowski, Sebastian Hahne, Nils Hoppe, Robin Schultze (77. Maximilian Venos), Mirco Gohr (74. Justin Pfaff), Nico Berghorst, Lennart Uedickoven
Sportfreunde Siegen: Christoph Thies, Till Hilchenbach, Moritz Brato, Tobias Filipzik, Björn Jost, Furkan Yilmaz (46. Duc Jazet Momo), Janik Krämer, Andreas Busik (46. Noel-Christopher Below), Justin Huber, Michél Harrer (90. Lennart Dreisbach), Marcel Becker
Tore: 1 :0 Rosowski (15.), 2 : 0 Hahne (30.), 3 : 0 Hahne (43.), 4 : 0 Schultze (59.), 4 : 1 Krämer (83.)
Schiedsrichter: Philip Dräger (Bielefeld)
Zuschauer: 300
Bestnoten HSC: Enis Delija, Robin Rosowski, Nils Hoppe.

Bildzeile: Sebastian Hahne „allein zu Hause“ – und auf dem Weg zum 2:0 für den HSC.

 

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