Fußballgott aktuell kein Fan des HSC

„Die rote Karte hat uns natürlich in die Karten gespielt. Wir wussten, wie emotional und kämpferisch Holzwickede agieren würde und waren uns der Schwere der Aufgabe sehr bewusst“, gab Daniel Sekic, Trainer des SC Aplerbeck, bei der Pressekonferenz nach dem Schlusspfiff des Derbys Holzwickeder Sport Club gegen den SC Aplerbeck 09 (1 : 2) ehrlich zu. Es war die 28. Minute und eine Schlüsselszene eines Spiels, das bis zu diesem Zeitpunkt der HSC durch hohe Laufbereitschaft und Engagement feldüberlegen geführt und gute Chancen hatte.

Dominik Hanemann hatte sich zu einem seiner gefährlichen Vorstöße nach vorne aufgemacht und wurde dann vom Aplerbecker Jan-Patrick Friedrich zumindest sehr grenzwertig gestoppt. Beide fielen, standen auf, schubsten sich – und zum Entsetzen der 450 Zuschauer, sofern sie für den Gastgeber hielten, zückte Schiedsrichterin Nadine Westerhoff gleich den roten Karton. Auch da war zuerst für viele die Frage, gegen wen denn eigentlich von den beiden Streithähnen oder gar beide? Doch die Gestik der häufig auch zu Top-Spielen in der Frauen-Bundesliga war unmissverständlich: Hanemann musste vorzeitig duschen und sein ASC-Widersacher kam mit einer mündlichen Ermahnung nahezu ungeschoren vor. Gelb gegen beide wäre wohl richtiger gewesen.

Als dann Sebastian Hahne in der 34. Minute mit viel Tempo nach vorne ging, wurde er ebenfalls sehr robust von den Beinen geholt. Mit „dunkelgelb“ kam hier allerdings der Aplerbecker davon. Für Trainer Daniel Sekic glasklar: „Unser Mike Schäfer hat ja noch nach hinten abgesichert, daher ist nur gelb ok.“ Das wiederum brachte HSC-Trainer Axel Schmeing nach Abpfiff so richtig auf die Palme. „Wenn sich mal später alle in aller Ruhe das Spiel auf Video anschauen, werden sie sehen, dass es noch mindestens zwei rote Karten gegen Aplerbecker hätte geben müssen. Da wurde nachgetreten und unfair agiert.“ Konkreter auf die Schiri-Leistungen wollte er nicht eingehen: „Das bringt doch nichts. Zuletzt gab es viele umstrittene Szenen, die fast immer gegen uns gepfiffen wurden. Und auch, wenn Schiedsrichter ihre Fehler einsehen und sich entschuldigen – was nützt uns das? Die Punkte sind weg.“

Auch Aplerbeck hatte viel zu verlieren

Auch für den SC Aplerbeck ging es im Derby um einiges. Es galt, Revanche für die überraschende 1 : 3-Niederlage beim eigenen Hecker-Cup 2018 und dem 1 : 1 im Hinspiel zu nehmen. Dazu hat Aplerbeck als einziges Team neben Schalke 04 II und Haltern einen Antrag zur Erteilung der Regionalliga-Lizenz gestellt. Und die ersten fünf Plätze berechtigen zur Teilnahme am Westfalenpokal. Alles schöne Anreize, und das merkte man den ASC-Aktiven auch an.

Sebastian Hahne nun Torjäger Nr. 1 beim HSC

Sebastian Hahne, der früh das 1 : 0 in der 10. Minute erzielte hatte, übernahm mit seinen nunmehr sieben Treffern die Führung in der internen Torschützenliste des HSC von Nico Berghorst. Beide kamen in der zweiten Hälfte nicht mehr großartig zum Zuge – der HSC musste ja in Unterzahl agieren und eine abgeklärte Mannschaft wie Aplerbeck gibt sich wenig Blößen. Irgendwie passend zum gebrauchten Nachmittag für den HSC war das 1 : 1 durch Maximilian Podehl quasi mit dem Halbzeitpfiff. Dass dann auch das 2 : 1 für den ASC 09 fallen würde, war fast logisch. Maurice Buckesfeld war es, der den Siegtreffer in der 58. Minute erzielte.

Nun geht es zu den in diesem Jahr ungeschlagenen Hernern

Lange Zeit, sich zu schütteln, hat der HSC nicht. Am kommenden Sonntag, 14. April, 15.15 Uhr geht es zu der in diesem Jahr noch ungeschlagenen Westfalia aus Herne auf den neuen Kunstrasen am Schloss Strünkede. Und da gilt jetzt, bei allem Frust auf das Schicksal, Unparteiische oder einfach den Fußballgott, der dem HSC aktuell nicht mehr hold ist: Es gilt, in einem sicherlich hoch emotionalen Spiel, allein schon durch die kämpferischen Trainen und ihren äußerst lebhaften und engagierten Trainer Christian Knappmann, die Nerven zu bewahren. Mit Waldemar Stor vom SV Oetinghausen wurde ein erfahrener Referee angesetzt, so dass sich irgendwelche „Mätzchen“ auf beiden Seiten nicht sehr empfehlen. Herne hat durch den 2 :1-Auswärtserfolg in Siegen Holzwickede überholt und steht mit zwei Punkten Vorsprung vor dem HSC auf Rang 12. Der HSC ist 14. und hat auf den ersten Abstiegsplatz, den Gütersloh belegt, nach wie vor vier Punkte Vorsprung.

Herne aktuell ganz stark

Dass sich Westfalia Herne früher oder später aus dem Tabellenkeller hocharbeitet, war allen Fußballexperten klar. Dazu ist das Team viel zu stark personell besetzt. Bereits beim 1 : 1 im Hinspiel in Holzwickede waren die Herner näher an einem Erfolg als der HSC. Nico Berghorst hatte zur Führung getroffen (31.), Torjäger Bilal Abdallah glich aus (66.). Bei den Sportfreunde Siegen war Herne 85 Minuten Herr im Haus. Auffallend waren die einfallsreichen Standards. So schoss Bilal Abdallah einen Freistoß nicht etwa direkt aufs Tor sondern spitzelte zu Ilian Anan, der die Vorlage gerne zum 1 : 0 annahm. Und gerade bei Standards hat der HSC ja bekanntlich Schwächen. Übrigens wurde gegen Siegen auf Seiten von Herne auch Nico Thorsten Legat, Sohn des Ex-Bundesligaspielers Thorsten Legat, eingesetzt, Gegen Siegen überzeugte auch die Arbeit der Herner mit dem Zulaufen der Passwege des Gegners im Mittelfeld und eine starke Viererabwehrkette. Nicht auflaufen gegen Holzwickede kann der baumlange, starke Innenverteidiger Maurice Haar – er sah gegen Siegen kurz vor Schluss, nachdem er zuvor fast alles weggeräumt hatte, die gelb-rote Karte.

Holzwickede wieder mit englischen Wochen

Nach dem Spiel gegen Herne geht es gleich Gründonnerstag, 18. April, mit einem regulären Oberligaspiel weiter. Dann kommt um 18.30 Uhr im Abstiegskrimi der FC Eintracht Rheine ins Montanhydraulik-Stadion. Am Ostermontag, 22. April geht es Schlag auf Schlag weiter: Dann muss der HSC um 15 Uhr beim ebenfalls stark gefährdeten SC Paderborn II antreten.

Und auch außerhalb des Rasens viel los

Spannend verspricht auch die Jahreshauptversammlung des HSC am Freitag, 12. April, zu werden. Los geht es um 19 Uhr im Sportheim im Montanhydraulik-Stadion. Es wird in jedem Fall Veränderungen im Vorstand, auch im erweiterten Vorstand geben, da Wahlen anstehen. Zudem gibt es eine ganze Reihe von Anträgen, die beraten werden. Alle verfolgen ein Ziel: den HSC zukunftsfähig zu machen. Das Ballhaus im Stadion ist ab 18 Uhr geöffnet – auch eine Auszeit ist da mal möglich, denn es wird eine längere Veranstaltung erwartet.

Bild: Keine Freunde fürs Leben werden nach dem Spiel zwischen dem HSC und dem ASC 09 HSC-Coach Axel Schmeing und Schiedsrichterin Nadine Westerhoff.

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