Fußball-Kreisliga A: Viele Tore am 13. Spieltag

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Fußball-Kreisliga A: Erstes Trainer-Aus in der Liga. Nach zwölf Spielen und ohne Sieg musste Michael Pannicke seinen Hut nehmen beim SuS Oberaden (wir berichteten). Der Verein zog die Reißleine angesichts der desaströsen Bilanz. Schon fast abgeschlagen, neun Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, Schlusslicht. „Es muss was passieren““, erklärte Fauto Nuzzo, der neue Sportliche Leiter, im Gespräch mit sku, „Veränderungen müssen her. Der Mannschaft fehlt es an dem unbedingten Siegeswillen.“ Den soll jetzt ein neuer Coach den Kickern einflößen. Und am Sonntag kommt kein Geringerer als Tabellenführer Bork zum Römerberg.

Am letzten Sonntag, dem 13. Spieltag, holten sich die Oberadener eine 0:5-Klatsche bei Rot-Weiß Unna ab. Es fehlten Triller, Suljakovic, S. Golly, Tobio-Lemos und Köhler. Michael Pannike beschrieb die Lage seiner Mannschaft wie folgt: „Wir haben uns den Umständen entsprechend noch teuer verkauft. Wir sind nicht in der Hölle, sondern noch eine Etage tiefer.“ Sein RWU-Kollege Sebastian Laub  sprach von einem „lockeren Pflichtsieg“ und musste nur Mujkic ersetzen. Am Sonntag hat RW Unna spielfrei.

Das Duell der Reserveteams im Mühlbachstadion war eine klare Angelegenheit für Gastgeber SSV Mühlhausen-Uelzen U23. 6:1 hieß es nach 90 Minuten gegen SuS Kaiserau II. Während beim SSV eitel Sonnschein herrschte und SSV-Coach Maik Portmann von „einem überragenden Auftritt“ seienr Mannschaft sprach, der noch höher hätte ausfallen können, war Kaiserau-Coach Michael Hoffmann stinksauer. Die Einstellung seiner Mannen missfiel ihm. „Da war kein Wille, kein Einsatz, kein Kampf. Alles hat gefehlt. So kannst du kein Spiel gewinnen und so steigst du auch ab. Man kann verlieren, aber nicht auf diese Art und Weise“, wettere er

In Halbzeit eins war der VfK Weddinghofen beim Tabellendritten Westfalia Wethmar U23 auf Augenhöhe, hielt ein zu Null. Nach der zuvor ersten Saisonniederlage (3:4 in Königsborn) benötigte Wethmar eine längere Anlaufzeit. VfK-Coach Daniel Knapp hatte seine Truppe taktisch gut eingestellt. Den Knackpunkt sah er in der Verletzung von Kemperdiek, der ausgewechselt werden musste (43.). Da ging die Ordnung so ein bisschen verloren, was Wethmar nutzte. Wethmar-Trainer Simon Erling wechselte Witte und Helmus, zwei Flügelspieler, ein. So bekam man mehr Tempo und Zielstrebigkeit in die Aktionen. „Wir haben es dann immer wieder geschafft über die Außen bis zum VfK-Tor durchzukommen“, sah Erling seine Einwechslungen bestätigt. Von den nun vielen Tormöglichkeiten nutzte die Westfalia letztlich drei zu einem insgesamt ungefährdeten 3:1- Heimsieg. „Die zweiten 45 Minuten waren in Ordnung. Darauf lässt sich aufbauen. Ziel muss es sein diesen Formanstieg in Bergkamen fortzusetzen. Dann ist sicherlich auch TuRa keine Übermannschaft“, sagte Erling. Daniel Knapp steht jetzt zwei Wochen nicht an der Linie beim VfK. Er urlaubt und wird von seinem Co Marc Steiner vertreten. Bereits am Freitagabend (19.30 Uhr) empfängt der VfK am Häupenweg den TuS Niederaden.

Wethmar muss am Sonntag an den Nordberg zum FC TuRa Bergkamen reisen. Die Gumprich-Truppe kann auswärts einfach kein Spiel gewinnen. Auch beim SV Bausenhagen auf der Alm gab es beim 1:3 nichts zu holen. Mehr als eine Stunde sah es jedoch nach einem Auswärtserfolg aus. Gider hatte seine Farben 1:0 in Führung gebracht und TuRa hätte nachlegen können. Doch Celiktas, Karaca, Gider und Karakök ließen hochkarätige Möglichkeiten aus. Es kam anders. Meng glich für den SVB aus, Sonnenberg und Struck trafen ebenfalls und zum dritten Sieg in Folge. Bausenhagens Co-Trainer Uli Neuhaus war zufrieden damit, was seine Jungs nach der Pause gezeigt haben. Kollege „Kutti'“ Gumprich dagegen zeigte sich enttäuscht. „Diese Partie hätten wir nicht verlieren dürfen“, sein Schlusswort. Barthel, Beniz und E. Duman fehlten bei TuRa –  Bausenhagen musste Franke und Hoffmann ersetzen.

70 Minuten war Alexander Heppe beim SV Frömern im Spiel. Bis dahin hatte er drei Mal getroffen und war maßgeblich verantwortlich für den 5:2-Heimerfolg seiner Mannschaft gegen Cappenberg. Dann durfte er zufrieden auf der Bank Platz nehmen. „Das war ein überzeugender Sieg“, freute sich SVF-Trainer Adrian Ruzok, „auch in dieser Höhe. Alle Tore waren schön heraus gespielt.“

1:5 verlor der TuS Hemmerde beim Tabellenführer Bork und rutschte auf einen Abstiegsplatz ab. Dennoch meinte TuS-Coach Georgios Kipreos, dass man sich ordentlich verkauft habe. „Leider haben wir unsere Möglichkeiten nicht genutzt“, haderte „Yogo“ einmal mehr mit der Chancenverwertung. Er hatte einen dünnen Kader aufgeboten, einige Spieler zu Hause gelassen. „Ich habe nur Spieler mitgenommen, auf die ich mich auch verlassen kann“, meinte er vielsagend. Die letzten 20 Minuten musste Hemmerde in Unterzahl bestreiten, weil das Auswechselkontingent schon ausgeschöpft war.

Am Vorsonntag noch 4:3 gewonnen und Wethmar U23 die erste Saison-Niederlage beigebracht. Doch in Niederaden verlor der Königsborner SV. In  der Nachspielzeit behielt der Niederadener Wiggers im Gewühl vor dem KSV-Tor die Übersicht und traf. „Glücklich“, bezeichnete TuS Coach Alex Berger den 2:1-Heimerfolg. „Unverdient verloren“, wertete KSV-Coach Tobias Retzlaff die 90 Minuten „auf einem sehr schlechten Platz.“

Turbulente Schlussminuten erlebten die rund 120 Zuschauer auf dem Heerener Sportplatz. Kohlmann (84.) und Denninghoff (88.) hatten die SG Massen 4:2 in Führung gebracht. Doch das reichte nicht. Denn Adam Felix schaffte mit zwei Treffern noch den Ausgleich in der Nachspielzeit. Der Heerener Abwehrspieler war angeschlagen, konnte nicht ausgewechselt werden, weil Heeren vorher schon drei Mal gewechselt hatte. Er ging den Sturm und zeigte dabei Torjägerqualitäten. Sehr zur Freude von BSV-Coach Sebastian Eckei, der vor allem die tolle Moral seiner Mannen lobte. Anders die Stimmung bei „Ralli“  Dreier, dem SGM-Trainer. „Das war fahrlässig und wi sind selbst schuld“, sagte er, „dass wir den Sieg noch her gegeben haben. Wir hätten schon vorher den Sack zumachen müssen.“

Vorfreude auf das Bönener Derby

Die Top Fünf der Kreisliga A1 sind wieder enger zusammengerückt. Dafür sorgte Aufsteiger Rot-Weiß Unna II, der am Sonntag Spitzenreiter SpVg Bönen am Rehbusch mit 3:1 schlug und als Tabellenfünfter nun nur noch sechs Zähler zurückliegt. Für den Aufsteiger war es nach eigener Einschätzung die letzte Chance, um oben dran zu bleiben. RWU-Coach Emre Aktas hatte zuvor bei den Bönenern spioniert und die richtige Taktik vermittelt. „Wir wussten um die Heimstärke der Bönener“, sagte er, „und haben sie kommen lassen, um mit unseren schnellen Leuten zu kontern.“ Gehrmann, Ellerkmann und Scharfe, die Haupttorschützen von RWU, trafen. „Die Unnaer waren heute einfach bissiger“, vermisste SpVg-Trainer Hendrik Dördelmann eine Portion Leidenschaft bei seinen Akteuren. Er gestand dem Aufsteiger einen verdienten Unnaer Erfolg zu. Der SpVg-Coach machte seinen Mannen auch klar, dass man sich jede Woche neu motiviere müsse. „Wenn wir das nicht machen, verlieren wir solche Spiele wie heute.“ Jörn Holtmann und Kapitän Wittwer mussten mit Leistenproblemen verletzt frühzeitig ausgewechselt werden. Schon kurz nach dem Schlusspfiff, als die Enttäuschung über die Niederlage bei der SpVg Bönen noch gar nicht verklungen war, blickte Hendrik Dördelmnn bereits voraus. „Wir müssen den Schalter wieder umlegen, wenn wir im Derby gegen die IG bestehen wollen“, forderte er.

Das Sportzentrum Dahl in Werne scheint offenbar für die IG Bönen kein gutes Pflaster zu sein. Nach dem 2:7 im Kreispokal vor dem Saisonstart unterlag nun die Mannschaft der Spielertrainer Tayfun Basyigit und Evren Karka dort der gastgebenden Eintracht am Sonntag auch in der Meisterschaft mit 0:6. „Keine Laufbereitschaft, kein Siegeswillen, keine Leidenschaft. So kannst du natürlich kein Spiel gewinnen“, monierte nach dem Schlussfpfiff der derzeit verletzte Tayfun Basyigit. Seine Mannschaft rutschte die IG von Platz sechs auf acht ab und ist nurmehr Mittelmaß. Dennoch freut man sich auf das sonntägliche Derby gegen die SpVg.

Die sechste Niederlage in Folge kassierte der SuS Rünthe. Mit neun Punkten aus 13 Spielen stehen die „Nullachter“als 14 in der Tabelle da. Der Punkztgewinn platzte drei Minuten vor dem Spielende, als Gastgeber Hammer SC zum 2:1 kam. „Ärgerlich“, ließ sich Rünthe-Trainer Engin Abali dazu ein. Er sah trotz der Pleite Fortschritte bei seinem Team. Man habe ein gutes Spiel abgeliefert und gut verteidigt. Die Partie spielte sich zumeist im Mittelfeld ab. Die meisten offensiven Ansätze endeten aber nur mit Halbchancen. Im kommenden Heimspiel gegen Lohauserholz II hofft Abali wieder auf was Zählbares.

TV Germania Flierich-Lennningsen hatte am 13. Spieltag frei und empfängt Sonntag am Butterwinkel Eintracht Werne.

Bild: Jubel bei der U23 des SSV Mühlhausen-Uelzen nach dem 6:2-Heimerfolg über die Kaiserauer Reserve. Überhaupt gab es viele Tore am 13. Spieltag in den beiden Kreisliagen A

 

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