Fußball-Bezirksliga: Nachlese zum 10. Spieltag

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Fußball-Bezirksliga: Der letztjährige Vizemeister FC Overberge bleibt weiter Mittelmaß. Gegen Kellerkind Viktoria Kirchderne reichte es daheim nur zu einem 2:2. „Hier musst du eigentlich die drei Punkte holen“, urteilte FCO-Trainer Marc Woller angesichts der spielerischen Überlegenheit seines Teams. Er verhehlte aber auch nicht, dass es hinten Probleme gegeben habe, vor allem nach Standards. Die führten zu beiden Gegentoren. Fortan ließ der FCO viele Hochkaräter aus. Volkan Gül traf mit einem Freistoß nur die Latte. Dworniczaks Kopfball hatten viele hinter der Linie gesehen, nicht so der Schiedsrichter. Er gab den Treffer nicht. Den Ausgleich markierte vorher Lukas Manka. Die Gäste hatten aber auch immer wieder gefährliche Konterchancen, die FCO-Keeper Tristan Schlossarek zunichte machen konnte. Am Sonntag gastiert Overberge in Kaiserau und wird von dem früheren Herner Hans Bruch gecoacht – Cheftrainer Marc Woller urlaubt in den neuen Bundesländern.

Im Duell zweier Aufsteiger musste sich die Reserve des Holzwickeder SC, die diesmal nur mit Sascha Grasteit aus dem Westfalenliga-Kader aufwarten konnte, 1:2 am Haarstrang gegen Lüdinghausen geschlagen geben. Die Niederlage wurde erst in der 89. Minute besiegelt. Zuvor hatte Holzwickede vor allem die ersten 25 Minuten die Partie klar bestimmt, aber zu wenig Torgefahr entwickelt. Der Gast ging nach 27 Minuten in Führung, Philipp Nehm konnte noch vor der Pause ausgleichen. „Das Spiel hätte eigentlich gerechterweise 1:1 ausgehen müssen. Insgesamt war es kein gutes Spiel“, urteilte HSC-Coach Olaf Pannewig, der sich angesichts der dünnen Spielerdecke wieder selbst umziehen musste. Er zeigte sich enttäuscht über den Spielausgang, auch über die Einstellung einzelner Spieler. „Wir spielen gegen den Abstieg und da muss mehr kommen”, fordert Pannewig für das nächste Heimspiel gegen Eintracht Dortmund Besserung.

Weiterhin den Blick nach unten richten muss der SuS Kaiserau, der bei Aufsteiger FC Roj mit 2:3 verlor und nur noch einen Zähler über einem Abstiegsrang steht. Der selbst ernannte Titelkandidat aus Dortmund kam über die gesamte Spieldauer zwar nur zu vier Möglichkeiten, nutzte drei davon aber eiskalt aus. Der Vielzahl an Kaiserauer Möglichkeiten entsprangen dagegen nur zwei Tore durch Ali Aktas und Timo Milcarek per Elfmeter. „Wir sind wohl die Mannschaft in der Bezirksliga, die sich die meisten Torchancen erspielt, aber wohl auch die Mannschaft, die diese Chancen am wenigsten verwertet. Nur mit Schönspielerei kann man keine Punkte holen“, nicht erst seit Sonntag die Erkenntnis von SuS-Trainer Tom Schulz. Und der Coach weiter: „Vor allem hinten haben wir Probleme, wir verhalten uns zu passiv. Drei, vier gravierende Fehler haben uns wiederum das Genick gebrochen. Das gilt es jetzt schnellstens aufzuarbeiten und abzustellen.“ Gelegenheit besteht dazu schon am kommenden Sonntag im Derby gegen Overberge .

Weiter im Aufwind ist der VfL Kamen, der sein letztes Heimspiel auf Rasen im Jahnstadion gegen VfB Lünen mit 3:1 gewann. Der dritte Sieg aus den letzten vier Begegnungen. Lünen ging zwar in Führung, aber Kamen in Person von Mike Rothe schlug schenll zum Ausgleich zurück. Ihre beste Phase hatten die Hausherren dann nach Wiederbeginn, als sie viel Druck entfachen konnten und dies auch mit dem 2:1 durch Jonas Hülsmann belohnten (57.). Als wenig später Spielgestalter Mario Lindner mit Hüftbeschwerden ausgewechselt werden musste, hemmte das den Spielfluss der Gastgeber. Doch Joker Justin Franke sorgte in Minute 88 mit dem dritten VfL-Treffer für klare Verhältnisserre. „Wir haben verdient gewonnen. Spielerisch hat mir das ganz gut gefallen. Wenn wir unsere Chancen besser genutzt hätten, wäre der Sieg noch deutlicher ausgefallen. So aber bin ich auch zufrieden“, so Kamens Trainer Marko Barwig nach Spielschluss. Lassak, die Priemer-Brüder, König, Berndt und Milk fehlten am Sonntag.

Gleich zwei Spielausfälle in der Bezirksliga 6

Sieben Punkte aus den vergangenen drei Spielen holte der TuS Westfalia Wethmar und hat nun wieder Kontakt zum vorderen Tabellendrittel. In Dortmund gelang mit einem 3:2 zudem endlich der erste Auswärtssieg. „Diese kleine Serie gilt es jetzt auszubauen und konstant zu punkten, dann werden wir bis zur Winterpause in der Tabelle sicherlich noch etwas weiter nach oben klettern“, sagt Wethmars Sportlicher Leiter Rolf Nehling. Beim vierten Saisonsieg gegen die Eintracht sah Nehling einmal mehr viele gute Ansätze der jungen Mannschaft, aber auch altbekannte Schwächen. „Wir brauchen immer noch zu viele Chancen. So verpassen wir es, ein Spiel auch mal frühzeitig in unsere Richtung zu lenken, so dass es letztlich bis zum Schluss relativ eng ist.“

Arbeitslos blieb am 10. Spieltag der SV Langschede. Das Spiel in der Bezirksliga 6 bei der SpVg Breckerfeld wurde abgesagt. Der Grund dafür war äußerst tragisch. Ein Breckerfelder Spieler (28) und seine Verlobte verunglückten bei einem Zusammenstoß mit einem Geisterfahrer auf der A43 in der Nacht zum Sonntag tödlich. Nicht nur diese Partie fand nicht statt, auch das Spiel von Spitzenreiter SSV Hagen, bei dem der Breckerfelder Spieler früher aktiv war, gegen den Geisecker SV wurde nicht angepfiffen. Nach einer Schweigeminute vor dem Anstoß informierten die Geisecker den Schiedsrichter, nicht antreten zu wollen. Wie sie SSV-Chef Ömür Turhan erklärten, seien zwei ihrer Spieler mit dem Breckerfelder Unfallopfer verwandt und hätten erst bei der Gedenkminute von dessen Tod erfahren. Wie das Spiel gewertet wird, entscheidet nun der Verband. SVL-Trainer Holger Stemmann kehrt in dieser Woche wieder aus dem Urlaub zurück.

Bild: Der VfL Kamen ist derzeit in der Bezirksliga 8 die Mannschaft der Stunde, arbeitete sich mit dem dritten Sieg in Serie von einem Abstiegsplatz ins Mittelfeld vor. In dieser Szene muss sich der VfLer Mike Rothe gegen zwei Lüner Gegenspieler behaupten.

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