Fünf Fragen an Lucas Liß

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„Meine Zukunft sehe ich auf der Straße“

Radsport: Nach der Bahn-Weltmeisterschaft in Minsk, wo Lucas Liß (21) im Omnium mit Platz vier seine Zugehörigkeit zur Weltklasse bestätigte, machte der Topfahrer des RSV Unna erst einmal eine zweiwöchige Pause. Dabei hatte unser sku-Team Gelegenheit mit dem Bergkamener Zuhause zu sprechen und stellte ihm fünf Fragen.

sku-Team: Blicken wir noch einmal zurück. Wie ist das  erste Sechs-Tage-Rennen in Berlin für Sie gelaufen und welche Eindrücke nahmen Sie mit?
Lucas Liß: „Berlin, das war ein Traum. Früher habe ich als kleiner Radsportfan in der Dortmunder Westfalenhalle im Fahrerlager gestanden und die Asse bewundert. Jetzt war ich selbst mittendrin. Die Scheinwerfer waren oft auf mich geblendet, wenn ich mit meinem Partner Lamparter für Siege geehrt  oder jeden Abend als Europameister vorgestellt wurde. Leif Lamparter war ein guter Partner. Mit Platz neun am Ende war ich zufrieden. Das war eine gute Vorbereitung auf die WM in Minsk, wenngleich es für mich eine große Umstellung war, sechs Tage lang von 20.00 Uhr bis 02.00 Uhr morgens  auf dem Rad zu sitzen und immer volle Pulle zu fahren. Nach Berlin bekam ich eine Einladung zu den Six-Days nach Kopenhagen. Für mich hatte die WM in Minsk aber Vorrang.“

sku-Team: Dann ging es sofort weiter nach der Weltmeisterschaft.
Lucas Liß: „Nein, nein, nicht sofort. Leider wurde ich nach Berlin krank und musste mit einer Angina eine Woche lang das Bett hüten, konnte nicht trainieren. Meine Eltern haben mich wieder aufgepäppelt. Mit 100 Prozent konnte ich bei der WM nicht an den Start gehen. Im Vierer sind wir Sechster geworden und im Omnium belegte ich bekanntlich Rang vier. Viel mehr wäre auch unter diesen Umständen nicht gegangen.“

sku-Team:  Jetzt machen Sie Pause. Aber Sie legen sicher nicht die Beine hoch?
Lucas Liß: „Meine Pause sieht so aus, dass ich schon jeden Tag auf dem Rad bin. Mal auf dem Mountainbike oder ich treffe mich mit Charlotte Becker oder mit Rick Zabel und wir bestreiten gemeinsame Trainingsfahrten. Da sind wir dann, wenn die Witterung es zulässt, mehr als 100 Kilometer unterwegs Wenn das Wetter ganz schlecht ist, gehe ich ins Fitness-Studio. Ich liege also nicht auf der faulen Haut.“

sku-Team: Wie sieht Ihre Saisonplanung aus?
Luca Liß: „Mein Trainingspensum bestimme ich in Abstimmung mit meinem Vater Lucian weitgehend selbst. Das weitere Rennprogramm ist aber mit dem Bund deutscher Radfahrer, den Bundestrainern Meyer und Grabsch, abgestimmt. In einer Woche geht es los auf der Straße mit der Ronde von Limburg. Rund um Köln gehört zu meinem Programm, die Bayern-Rundfahrt, die DM U23 (31. Mai), die EM und WM U23, die Tour L‘avenir und die DM der Profis am 23. Juni, um die wichtigsten Rennen zu nennen.“

Sku-Team: Und wie geht es sonst weiter und welche Ziele haben Sie sich gesetzt?
Lucas Liß: „Ich bin weiter Sportsoldat bei der Sportkompanie in Magdeburg, mache dort in Kürze einen Lehrgang als Feldwebel-Anwärter. Ansonsten besitze ich alle Freiheiten für meine Radsport-Karriere. Als Bahn- und Straßenfahrer der Nationalmannschaft habe ich einen Profivertrag bei der Firma Rose.  Ich möchte meine weitere Karriere auch so bestreiten wie meine Vorbilder Erik Zabel und Mark Cavendish. Die waren gute Bahnfahrer und haben dann auf der Straße große Erfolge gefeiert.  Ich möchte ihnen nacheifern. Meine Zukunft sehe ich klar auch auf der Straße.“

Im Bild: Lucas Liß im Nationaltrikot, angefeuert von Bundestrainer Sven Meier.

 

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