Für den SuS bleibt nach dem 0:9 beim HSC nur ein Lauf- und Lerneffekt

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Fußball-Testspiel: Holzwickeder SC (Oberliga Westfalen) – SuS Kaiserau (Landesliga 3) 9:0 (3:0). Eine ganz bittere Lehrstunde gab es am Dienstagabend für den Landesligisten SuS Kaiserau im Gastspiel beim Oberligisten Holzwickeder SC. Mit 0:9 gab es für Schwarz-Gelb eine ganz deftige Klatsche. Im gesamten Spiel erarbeitete sich Kaiserau nicht eine ernsthafte Chance, traf nicht einmal direkt aufs Tor und zielte zweimal weit über den Kasten – mehr gab es für das gute Dutzend mitgereister Anhänger nicht zu sehen.

„Das einzige was wir hier mitnehmen können, ist ein hoher Lauf- und Lerneffekt“, kommentierte Kaiseraus Trainer Jörg Lange nach dem Spiel. Lange ist seit diesem Schuljahr neuer Schulleiter der Realschule Oberaden – und hat nicht nur in der „Penne“ ganz viel Arbeit angesichts Schulplänen und Corona-Vorschriften vor sich, sondern auch beim SuS zahlreiche Baustellen, insbesondere in der Defensive. Das sieht nach „Nachsitzen“ aus.

Bildzeile: Großen Redebearf hatte SuS-Trainer Jörg Lange breits in deer ersten Trinkpause. Da lag sein Team bereits 0:3 zurück.

Kaiserau von Beginn an chancenlos      

Gegen den komplett überforderten SuS zeigte der HSC schnell die Richtung auf. Dario Biancardi spielte klug auf Tim Finkhaus – und der zwang Kaiseraus Torhüter Jan Niklas Strotmann zu einer tollen Parade (4.). Der HSC drückte, musste sich aber bis zur 19. Minute gedulden. Da flankte der sehr agile Tim Finkhaus von rechts auf Nico Berghorst, der mit dem Kopf die Führung erzielte (19.). Das war der berühmte „Eisbrecher“. Berghorst passte auf Lennart Uedickoven, der zum 2:0 einschob (23.). Das 3:0 war dann das „Revanche-Geschenk“ von Berghorst für Finkhaus: Berghorst spielte zu Finkhaus und der jubelte über das 3:0 (31.). Bereits bei der ersten Trinkpause hatte Jörg Lange einen „dicken Hals“ auf sein Team und forderte nachdrücklich ein Abstellen der eklatanten Defensiv-Aussetzer ein. 3:0 zur Halbzeit – das war eigentlich viel zu niedrig aus Sicht des HSC.

Halbes Dutzend Gegentreffer für Kaiserau nach der Pause

Was dann in den zweiten 45 Minuten folgte, war mehr als ein Zweiklassenunterschied. Nico Berghorst per Heber zum 4:0 (52.), Lavdrim Jusufi zum 5:0 (55.) nach schöner Passkombination von Marcel Duwe und wieder Nico Berghorst sowie das 6:0 erneut durch Lavdrim Jusufi (68.), der auf sich erneut mit einer starken Leistung aufmerksam machte, ließen für den bedauernswerten SuS ganz Böses befürchten. Als Marcel Duwe dann im Strafraum gefoult wurde, entschied der gute Referee Thorsten Milde vom SV Langschede auf Elfmeter. Den verwandelte Robin Schultze humorlos zum 7:0 (77.). Marcel Duwe ließ dann noch das 8:0 folgen (82.). Erneut Robin Schultze stellte auf 9:0 (86.). Und hätte der eingewechselte Connor Riley McLeod nicht völlig freistehend das leere Tor verpasst, wäre es sogar zweistellig geworden (90.).

So blieb es beim 9:0 für den Oberligisten, der das Ergebnis aber nicht überbewerten darf. Der SuS Kaiserau indes wird viel aufzuarbeiten haben und auf die Rückkehrer aufgrund von Verletzungen und Urlauber hoffen.

Schiri Thorsten Milde schiedste sich ein

Guter Leiter der Begegnung des HSC und Kaiserau war Neu-Oberliga-Schiedsrichter Thorsten Milde vom SV Langschede. Er feiert ein baldiges Wiedersehen im Montanhydraulik-Stadion: Er wird auch am Sonntag, 16. August, das HSC-Testspiel gegen Preußen Münster leiten. An der Linie steht dann auch Philipp Werner (Hammer SC), zuletzt ebenfalls mehr bei HSC-Begegnungen eingesetzt.

HSC nun gegen Preußen Münster – SuS Kaiserau gegen SV Lippstadt 08

Die nächsten Aufgaben für den HSC und den SuS haben es in sich: Beide messen sich am kommenden Wochenende mit starken Regionalligisten. Kaiserau empfängt am Samstag, 15. August, um 15 Uhr den SV Lippstadt 08. Holzwickede freut sich am Sonntag, 16. August, im heimischen Montanhydraulik-Stadion auf das Gründungsmitglied der Bundesliga, den SC Preußen Münster.

HSC im Kreispokal am 29. August gegen Kamener SC

Der HSC und Gastgeber Kamener SC haben sich auf einen Termin für das Spiel der ersten Runde im Kreispokal geeinigt. Gespielt wird nun am Samstag, 29. August um 18 Uhr beim Kamener SC. Am Sonntag, 30. August, tritt der HSC um 15 Uhr zum Testspiel beim SV Hohenlimburg an. Der SuS spielt am 30. August um 15 Uhr im Pokal beim Südener SV Hamm. Gewinnen HSC und Kaiserau ihre Spiele, treffen sie in der zweiten Runde aufeinander. Im letzten Jahr hatte in der ersten Runde der HSC den SuS auswärts mit 3:1 geschlagen.

Trainerstimmen
Axel Schmeing (HSC): Ich bin mit meiner Mannschaft sehr zufrieden. Das Team hat 90 Minuten Vollgas gegeben, war zweikampfstark und hat eine tolle Laufleistung geboten. Ich hebe eigentlich sehr selten Spieler besonders hervor. Loben möchte ich aber heute besonders Nico Berghorst, der an den ersten fünf Toren beteiligt war und auch zweimal selber getroffen hat. Auch Lavdrim Jusufi hat mich, nicht nur aufgrund seiner beiden Treffer, überzeugt. Und auch Marcel Duwe zeigt nach seinen überstandenen Verletzungen, wie wichtig er für das Team ist. Klar ist aber auch: Preußen Münster am Sonntag wird ein ganz anderes Kaliber sein.
Jörg Lange (SuS Kaiserau): Holzwickede war uns in allen Belangen überlegen. Dennoch ärgere ich mich besonders über die ersten beiden Treffer. Das war fahrlässig verteidigt, und das habe ich der Mannschaft auch in der ersten Trinkpause deutlich gemacht. Wir müssen aus diesem Spiel lernen. Der HSC hat uns gezeigt, was Laufbereitschaft und Körperlichkeit bei gleichzeitig fairem Spiel bedeutet. Wenn wir hier einen Lerneffekt mitnehmen, dann hat es immerhin etwas gebracht, trotz des 0:9.

HSC: Malte Hegemann, Til Busemann, Lavdrim Jusufi, Robin Rosowski (65. Enis Delija), Dario Biancardi (46. Marcel Duwe), Mischa Mihajlovic, Brock Maurice Duffy, Justin Pfaff, Nico Berghorst (69. Robin Schultze), Tim Finkhaus, Lennart Uedickoven (69. Connor Riley McLeod).
SuS Kaiserau: Jan Niklas Strotmann, Timo Kollakowski, Niklas Wagner, Daniel Milcarek, Lukas Manka, Mats Weber, Robin Pfahl, Alhusain Barry, Marvin Schuster, Moritz Schriever, Timo Milcarek. Eingewechselt: Gabriel Weßelmann, Frederik Stöwe, Henri Böcker, Till Kowalski).
Tore: 1 : 0 Berghorst (19.), 2 : 0 Uedickoven (23.), 3 : 0 Finkhaus (31.), 4 : 0 Berghorst (51.), 5 : 0 Jusufi (55.), 6 : 0 Jusufi (68.), 7 : 0 Schultze (FE, 77.), 8 : 0 Duwe (82.), 9 : 0 Schultze (86.).
Schiedsrichter: Thorsten Milde (SV Langschede).

Bildzeile: In dieser Szene versucht der Kaiserauer Lukas Manka (2.v.li.) einen Pass vorbei am Holzwickeder Mischa Mihajlovic zu spielen.

 

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