Fünf Spiele, fünf Siege für den HSC: IG Bönen vor der Brust, aber Meinerzhagen-Knüller fest im Blick

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Fußball: Der Holzwickeder SC schraubt weiterhin eifrig am Ausbau seines Oberliga-Rekords. Saisonübergreifend sind es nun nach dem 4:0-Erfolg gegen den Ex-Regionalligisten TuS Erndtebrück sechs Siege in direkter Folge. Fünf wurden davon allein in dieser Spielzeit erzielt und bedeuten eine blütenweiße Weste für den HSC.

Angesichts der kommenden englischen Wochen sind die 15 Punkte bei 17 : 2-Toren und der aktuelle zweite Tabellenplatz hinter dem FC Gütersloh ein „echtes Pfund“. Am kommenden Sonntag, 11. September, kommt es zum absoluten Spitzenspiel in der Oberliga Westfalen, wenn der HSC beim RSV Meinerzhagen, dem Top-Aufstiegsfavoriten, antreten muss. Davor aber kommt noch eine weitere Aufgabe, die HSC-Coach Axel Schmeing gar nicht so schmeckt, vor allem aufgrund des Ortes.

„Hätte gegen die IG Bönen lieber auf Kunstrasen gespielt“

Am Mittwoch, 7. Oktober, empfängt der HSC im Montanhydraulik-Stadion mit der IG Bönen den letztjährigen Pokal-Finalisten, Landesliga-Aufstiegsaspiranten und personell noch einmal hochgerüsteten Kontrahenten im Achtelfinale des Krombacher Kreispokals. Schiedsrichter Max Conrad vom FC Overberge pfeift das Spiel um 19 Uhr an. Ursprünglich hätte die Partie in Bönen stattfinden sollen, doch dort gibt es keine Flutlichtplätze. Also bat die IG Bönen um einen Tausch des Heimrechts, dem der HSC nachkam. Doch obwohl das Montanhydraulik-Stadion das Wohnzimmer des HSC ist, hätte Axel Schmeing lieber auf Kunstrasen auf der Haarstrang-Sportanlage gespielt. „In Meinerzhagen erwartet uns eben dieses Geläuf“, so der Trainer. Dennoch: „Wir nehmen das Match gegen Bönen ernst. Allerdings werde ich mich erst kurzfristig entscheiden, wer spielen wird“, so Schmeing. Wir müssen die Belastungen im Wettkampf und Training sehr genau dosieren, denn die kommenden Wochen werden brutalst von der Belastung werden“, so der Trainer des HSC.

Extralob für Mirco Gohr – „Da habe ich mal eine sehr gute Idee gehabt“

Ein kleines Gläschen Bier gönnte sich Axel Schmeing nach Abpfiff bei Spielern und Fans auf der Terrasse des Ballhauses. „Das war ein hartes Stück Arbeit gegen Erndtebrück. Entscheidend war, dass wir in der Rückwärtsbewegung denen die Räume zugemacht, gut gegen den Ball gearbeitet und die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht haben“, so Schmeing. Ein großes Lob gab es dann auch für Mirco Gohr. Der spielt seit Wochen nämlich nicht mehr im Mittelfeld – sondern wurde zum Innenverteidiger umgeschult. „Das macht er richtig gut. Da habe ich mal eine sehr gute Idee gehabt“, schmunzelte Axel Schmeing.

Sebastian Hahne gegen „Erndte“ mal nicht glücklich

In diesem Zusammenhang ist auch die Auswechslung von Stürmer Sebastian Hahne im Match gegen Erndtebrück zu sehen. Nach etwas mehr als einer Stunde war für den agilen Offensiven Schluss. Geschmeckt hat ihm dieser frühe Feierabend sichtlich weniger – er verließ das Stadion mit versteinertem Gesicht – und ohne ein geschossenes Tor, in dieser Spielzeit eine Seltenheit. Doch gegen Meinerzhagen kann er das ja nachholen. So schossen die Tore dieses Mal Robin Schultze (10.), Enis Delija (40.), René Richter (53.) und Nico Berghorst (87.)

Dreimal Rot

Gleich dreimal „Rot“ zückte Schiedsrichter Florian Exner (BW Beelen) gegen Spieler des TuS. Taira Tomita durfte nach wiederholten Fouls und Gelb-Rot in der 52. Minute unter die Dusche. Ahmad Ibrahim senste in der 80. Minute Enis Delija um und bekam sofort den roten Karton. Nach Abpfiff war dann Trainer Stefan Treviso nicht zu beruhigen und ließ so gar nicht von den Referees ab. Als er deren Leistung noch mit „Hampelmänner“ laut und deutlich kommentierte, war es Florian Exner, von Beruf Rechtsanwalt, endgültig leid und zückte noch auf dem Spielfeld „Rot“. Alle drei Aktiven fehlen damit den Siegerländern zunächst einmal.

Blick auf Meinerzhagen – der RSV tritt am Donnerstag zum Nachholspiel in Siegen an

Die Gedanken von Axel Schmeing sind allerdings längst auch auf den sonntäglichen Gegner Meinerzhagen gerichtet. Mit Hernes Trainer Christian Knappmann, übrigens ein geschätzter Telefonpartner von Axel Schmeing, wird er sich wohl noch diese Woche über Erkenntnisse und Lehren des 0 : 2 der Herner am Sonntag im Heimspiel gegen Meinerzhagen austauschen. Klar ist aber: Die Qualität der Sauerländer zeigt sich auch auf der Ersatzbank: „Da wäre jeder in jeder anderen Oberliga-Mannschaft Stammspieler. Mein Trainerkollege Mutlu Demir kann ganz viel personell nachlegen, je nachdem, wie es für sein Team läuft“, hat Schmeing viel Respekt vor der „zweiten Reihe des RSV“. Meinerzhagen wird auch gegen Holzwickede haushoher Favorit sein, auch wenn man aktuell „nur“ auf dem 7. Rang steht und mit 2 : 4 gegen Haltern bereits eine Heimniederlage auf dem Konto hat. Am Donnerstag, 8. Oktober, muss Meinerzhagen zum Nachholspiel des zweiten Spieltags bei den Sportfreunden Siegen antreten – keine leichte Aufgabe. Dennoch ist es schon beeindruckend, was der RSV Meinerzhagen alles erreicht hat: Bis zum Abbruch der Oberligasaison 19/20 am Schluss Zweiter, gescheitert aber aufgrund der Quotientenregelung, Westfalenpokalsieger und Teilnehmer an der 1. Hauptrunde im DFB-Pokal und nach regulärer Spielzeit bei Greuter Fürth ein 1 : 1 geholt – am Ende nach Verlängerung aber 1 : 6 verloren.

Bildzeile: Enis Delija zeigte sich beim 4 : 0 gegen den TuS Erndtebrück nach seiner einwöchigen Verletzungspause nach einem Schlag auf das Knie wieder in Top-Form. Er erzielte das zwischenzeitliche 2 : 0 und war immer wieder, wie in dieser Szene, Antreiber und Lenker des HSC-Spiels.

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