FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski beim VfL-Start: „Deutschland hat ein Gewaltproblem“

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Allgemein: Das hat Tradition beim VfL Kamen. Alljährlich eröffnet der Großverein mit dem VfL Start das Sportjahr. Traditionell hatte VfL-Vorsitzender Peter Westermann wiederum Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport in das Vereinsheim eingeladen. Ein zweiminütiger Film zeigte die sportliche Vielfalt des Vereins auf. In seiner Begrüßung tat er kund, dass der VfL viel für den Sport tut und noch mehr tun will.

Bei diesen Vorhaben will die Stadt den Großverein weiter wirkungsvoll begleiten und freut sich auf eine weitere Zusammenarbeit. Das betonte Kamens Bürgermeisterin Elke Kappen in ihrem Statement. Tribüne, Kunstrasen und ein neuer Kabinentrakt wurden zurückliegend mit einer Million Fördermittel im Jahnstadion verbaut.

Bild: Der Vortrag von FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski stand im Mittelpunkt des VfL-Starts.

Im Mittelpunkt des VfL Starts stand der Vortrag von Gundolf Walaschewski zum Thema „Gesellschaftliche Veränderungen, ihre Auswirkungen auf den Sport und die damit verbundenen Herausforderungen für die Vereine“. Der Präsident des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) hielt fest, dass der Sport die Gesellschaft mit gestalte und Vereine auch einen Bildungsauftrag haben. Besorgt zeigte er sich darüber, dass rechtsextreme Meinungen mittlerweise gesellschaftsfähig werden und die Meinungsfreiheit bedrohe. „Der Sport ist nicht frei davon und hat eine lange Zeit tatenlos zugeschaut“, seine Ansicht. „Die begonnenen Diskussionen sind jedoch ein Fortschritt und der Verband will Orientierungshilfe geben.“ Sein Appell: „Gegenseitige Achtung, Respekt und Fairness sollen zentrale Konstante im Sport sein und bleiben.“

Walaschewski verhehlte aber auch nicht, dass Deutschland ein Gewaltproblem hat. „Die Qualität der Vorfälle ist deutlich mehr geworden“, verwies der FLVW-Präsident auch auf die Ausschreitungen im Amateurfußball und gegenüber Schiedsrichtern. Hier spielten neben den Gewaltexzessen, Beleidigungen, Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremität mit eine Rolle. Zu verzeichnen war dabei ein Anstieg von 20 Prozent und er nannte Zahlen: In der Saison 2018/19 wurden 426 Vorfälle gezählt. Seit August der Saison 2019/20 sind es bereits 254 Vorfälle. Entgegenwirken will der Verband mit einem Anti-Gewalt-Konzept und Seminaren zur Präventation. „Wir dürfen uns nicht wegducken, sondern müssen Lösungen finden und sanktionieren“, setzt laut Walaschewski der Verband dagegen, „wir stehen für Inklusion, Integration, Toleranz und Meinungsvielfalt. Diese Grundwerte müssen weiter stimmen.“

Bild: Kamens Bürgermeisterin Elke Kappen und VfL-Vorsitzender Peter Westermann eröffneten den VfL-Start 2020.

 

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