Equiner Herpesvirus grassiert – Bundesweit alle Reitsport-Veranstaltungen bis 28. März abgesagt – Kein Spring-Late-Entry im März in der Massener Heide

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Reitsport: Der Ausbruch des Pferde (Equinen) Herpesvirus (EHV-1) beim spanischen Reitturnier in Valencia zieht weite Kreise und weitreichende Konsequenzen nach sich. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und ihre Landespferdesport- und Zuchtverbände haben zum Schutz der Pferde vor dieser sehr ernsten Erkrankung alle Veranstaltungen bis zum 28. März abgesagt. Davon betroffen sind auch das Spring-Late-Entry am 13./14. März sowie am 20./21. März im Reitsportzentrum Massener Heide. Das Training im heimischen Verein oder Betrieb ist von dem Verbot ausgenommen, auch wenn dazu das Pferd transportiert werden muss.

Leider steht auch fest, dass nach aktuellem Stand vier deutsche Pferde dem Virus beim spanischen Reitturnier in Valencia zum Opfer gefallen sind. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, hat der Weltreiterverband FEI fast alle internationalen Turniere in zehn europäischen Ländern bis einschließlich 28. März 2021 abgesagt und empfiehlt den nationalen Verbänden, auch alle weiteren Turniere abzusagen. Dies setzt die FN nun um. Diese Maßnahmen sind erforderlich, um einer Ausbreitung des Virus vorzubeugen. Da das EHV-1 in Deutschland nicht anzeige- oder meldepflichtig ist, gibt es keinen exakten Überblick darüber, wo es derzeit Ausbrüche gibt.

Equine Herpesvirusinfektionen übertragen sich nicht auf Menschen

Equine Herpesvirusinfektionen verursachen keine auf Menschen übertragbare Krankheiten. Bis zu 80 Prozent aller Pferde tragen das Virus in sich. Häufig verläuft die Infektion symptomlos. Einmal infizierte Pferde tragen das Virus aber quasi unsichtbar (‚latent‘) weiter in sich und es besteht keine Möglichkeit, diese Pferde wieder Herpesvirus-frei zu bekommen. Ausbrüche des Virus zeigen sich meistens in Form eines fiebrigen Infekts der oberen Atemwege (sog. Respiratorische Form). Nicht selten laufen diese Infekte unbemerkt ab. Besonders gefürchtet ist jedoch die seltene, neurologische Ausprägung der Erkrankung, die über Bewegungsstörungen (Ataxie) zum Festliegen und damit häufig zum Tod des Pferdes führen kann. Der Spätabort bei tragenden Stuten ist eine weitere von Züchtern gefürchtete Ausprägungsform der Viruserkrankung.

Unabhängig von dem aktuellen Ausbruchgeschehen sind bestimmte Hygieneregeln im Pferdestall einzuhalten. Hilfreich ist dabei, dass derzeit aufgrund des Corona-Lockdowns ohnehin in den Pferdeställen besondere Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen eingehalten werden müssen.

In jedem Stall sollten folgende Punkte immer beachtet werden:

•    Die Gesundheit der Pferde täglich überprüfen (Fressverhalten, Gesamteindruck)
•    Bei Kenntnis von Ausbrüchen in der Umgebung regelmäßiges Fiebermessen
•    Bei Symptomen, wie etwa Fieber, Abgeschlagenheit, Husten und Nasenausfluss, das   erkrankte Pferd von anderen Pferden separieren und einen Tierarzt hinzurufen
•    Mit erkrankten Pferden oder augenscheinlich gesunden Pferden aus Betrieben, in denen kranke Pferde stehen, nicht zu Turnieren oder anderen Veranstaltungen fahren
•    Ausschließliches Benutzen der eigenen Ausrüstung (Eimer, Halfter, Stricke, Decken, usw.), also Pferde nicht aus gemeinsamen Tränken trinken lassen und nur aus dem eigenen Eimer fressen lassen
•    Immer dann, wenn mehrere Pferde aus unterschiedlichen Ställen aufeinandertreffen, steigt der Infektionsdruck. Deshalb sollten neue Pferde, die in einen Stall kommen, zunächst isoliert und der gesamte Bestand genau beobachtet werden.
•    Auch Menschen können das Virus über Hände, Kleidung und Ausrüstungsgegenstände weitertragen, deshalb sind hier Hygiene und Desinfektion besonders wichtig.

Bildzeile: Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und ihre Landespferdesport- und Zuchtverbände, so der Pferdesportverband Westfalen, haben zum Schutz der Pferde vor dieser sehr ernsten Erkrankung des Equinen Herpesvirus alle Veranstaltungen bis zum 28. März abgesagt / Foto Pferdesportverband Westfalen

 

 

 

 

 

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