Emotionaler Schlussakt beim ASV Hamm

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Handball: Das letzte Heimspiel der laufenden Saison am Freitagabend (19:45 Uhr) gegen den EHV Aue dürfte für viele beim Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen ein ganz besonderes werden. Nicht nur, dass mit Björn Wiegers und Martin Doldan zwei Spieler bei den Westfalen verabschiedet werden. Auch das Trainergespann Kay Rothenpieler (Bild) und Torsten Friedrich wird in der kommenden Saison zumindest in dieser Funktion nicht mehr aktiv sein.

Für Kay Rothenpieler endet damit sein 14-jähriges Engagement als Spieler und Trainer beim ASV. Er wird in der kommenden Saison statt wie jetzt in Doppelfunktion ausschließlich die Aufgaben des Managers übernehmen. Als Trainer löst ihn dann Niels Pfannenschmidt ab. Torsten Friedrich bleibt den Westfalen ebenfalls noch erhalten, allerdings künftig nur noch als Torwarttrainer. „Es gilt für uns, Kays überragende Leistung für den Verein zu würdigen“, betont ASV-Geschäftsführer Franz Dressel. „In der 111-jährigen Vereinsgeschichte ist er unser erfolgreichster Trainer aller Zeiten“, verdeutlicht der langjährige Weggefährte des ehemaligen Nationalspielers. Eine 14 Jahre währende Zusammenarbeit gebe es ja nicht ganz so häufig im Sport, so Dressel weiter.

Während seiner Zeit als Trainer schaffte Kay Rothenpieler 2005 den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga und im Sommer 2010 sogar den Aufstieg in die 1. Liga. Als Zweitligist gelang im Pokal unter anderem ein Sieg gegen Erstligist Magdeburg. Zweimal kehrte er nach kürzeren Engagements von Jens Pfänder (2010) und Spielertrainer Maik Machulla (2011) auf die Trainerbank des ASV zurück und half den Westfalen in sportlich und wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Nach dem Erstligaabstieg stellte er die Weichen neu und formte eine schlagkräftige, mit vielen Talenten besetzte Zweitligamannschaft.

Abschied nehmen die Fans am Freitag auch vom derzeit ältesten ASV-Akteur Björn Wiegers. Nach fünf Jahren in Hamm will der Kreisläufer und frischgebackene Familienvater im Handball kürzer treten und die Weichen für die Zeit nach dem Profisport stellen. Der gebürtige Ahlener kehrt zu seinen Wurzeln zurück und wird künftig bei der Ahlener SG zusammen mit seinem jüngeren Bruder Kevin in der Oberliga auf Torjagd gehen. „Nach 15 Jahren Bundesliga ist es an der Zeit, die große Handball-Bühne zu verlassen. Ich muss an meine Familie und meine Zukunft denken. Die Zeit als Profihandballer ist vorbei, ich möchte beruflich Fuß fassen und trotzdem noch Handball spielen“, meinte Wiegers.

Auch sportlich ist das vorletzte Saisonspiel keineswegs uninteressant. Mit dem EHV Aue gastiert der punktgleiche Tabellennachbar in der WESTPRESS arena. Mit einem Sieg könnte der ASV den Gegner auf Abstand halten und auch die Chance auf Platz sechs wahren, den momentan TV Großwallstadt mit zwei Punkten Vorsprung vor dem ASV belegt.

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